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The bianca Story - Coming Home

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von Michael Messerli am Mittwoch, 25. Januar 2012 in Neuerscheinungen   

Genre: Pop |  Label: Motor Entertainment (Irascible)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

Coming HomeAuf der Suche nach Freunden
Da ist sie wieder, die umstrittene Frage, was den typisch Schweizerisch ist und was das für die Musik bedeutet. „Coming Home“ klingt – so könnte man vermuten – ganz explizit nicht nach Schweiz. Gleichwohl aber ist die Heimat ein Thema. Ein Widerspruch?

The bianca Story scheinen die Gemüter zu spalten. Warum eigentlich? Die Musik auf „Coming Home“ ist weder provokativ noch aufgeregt. Die Basler machen Pop, mancherorts nennt man das auch Art-Pop, was eigentlich egal ist, weil es nichts über die Musik sagt. Vielleicht ist es dem strengen Indie-Ohr zu glatt, was die Band da gut klingend aus dem Bart des Sängers Elia Rediger zaubert. Andere wollen es gar nicht erst diskutiert haben, das zweite Album der ambitionierten Band. Deutschland, nein, die ganze Welt sollen sie erobern wollen, Internationalität verkörpern. Die kleine Schweizer Heimat in die Welt transportieren – und dann heisst die Scheibe „Coming Home“. Was dabei im Vordergrund steht, ist die Musik. Die ist wirklich ambitioniert, was bereits „Afraid of the World“ und „Lazy Boy“ beweisen. Grosse Melodien, die sich zu Hymnen aufbauen. Das ist toll und noch nicht einmal das Beste auf „Coming Home“. Die grössten Momente offenbaren sich mit „Friends Bar“ und vor allem im mitreissenden „High & Low“. Streicher und eine anständige Portion Pathos reichen sich die Hände auf einem Album, das stellenweise wirklich gross sein kann – und nicht nur will. Wir wissen spätestens seit Tomte, dass dies nicht jedem in den Kram passt.

Es hilft aber auch nicht darüber hinwegzusehen, dass manchmal die gepflegte Langeweile Einzug hält. Allen voran der Titeltrack haut nicht wirklich hin, so redlich er sich auch bemüht. Das ist die Gefahr bei dieser Art von Popmusik – Pathos hin oder her. Nicht etwa der Indiealarm, der losgeht, wenn nicht alles auf anders gekämmt wird. Sondern das seichte Fahrwasser, in das man schon einmal geraten kann. Oder klingt „Brand New Vision“ etwa nicht nach Morcheeba? Das ist nichts für Berufsmelancholiker und so kommen wir dem Radio immer näher, was man The bianca Story nun beileibe nicht vorwerfen kann. Es berührt halt phasenweise auf eine leichte Art und Weise. Immer spürt man das zwar nicht, es lässt aber auch Hits zu, die einfach funktionieren. Im doppelten Wortsinn. Und man darf sicher behaupten, dass seit dem grossartigen „Retriever“ niemand mehr so sehr nach dem damaligen Ron Sexsmith geklungen hat wie Rediger. „Coming Home“ ist – der Schweiz ganz untypisch – musikgewordene Selbstverständlichkeit. Diese steht dem kleinen Heimatland schon mal nicht schlecht. Und vielleicht spaltet die Band gerade deshalb. Bringen The bianca Story auf Albumlänge eine Qualität hin, wie in den besten vier Songs dieser Platte, werden sie in Zukunft ihrem Anspruch endgültig gerecht werden.

Seit  13. Januar 20112 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Afraid of the World
> Friends Bar
> High & Low

Diskographie:
> Hi Society! (2008)
> Coming Home (2012)

Ähnliche Künstler:
> Ron Sexsmith
> Stars
> The Cardigans
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