Kürzlich noch in der Hafenkneipe, jetzt schon bei
::exit:music:: – The Blood Arm. Das nächste grosse Ding? Wir wollen mal
nicht übertreiben. Aber sie haben was, diese Pseudobriten, sie haben
was.
Puh, da wird gleich zu Beginn gehörig der Tarif durchgegeben: „Yo, I lay down some fucking hits...“. Okay, enttäuscht wird der Popliebhaber bestimmt nicht. Ein bissel Franz im Fuss, ein bissel Maxïmo im Arm, ein bissel The Killers auf der Zunge – und fertig ist der Indie-Cocktail, mit dem The Blood Arm die Rezensentin verführen wollen. Diese nippt und kostet – der erste Befund: Es müssen Briten sein.
Ein Klick in die weltweiten Weiten zeigt schnell: Mit Degustieren hat sie's noch nicht so. The Blood Arm sind aus der Stadt der Engel und die liegt – das weiss man seit man Nicolas Cage in Kino flennen sah – im Amiland. Tröstlich aber, dass auch einem (nicht näher spezifizierten) Sounds!-Moderator an der Gurtenfestival-Live-Übertragung dieser Fehler passiert ist – We Are Scientists kommen zwar von der anderen Küste, sind aber ebenso wenig britisch wie The Blood Arm.
Erste Eindrücke können ja täuschen. Ein weiterer beherzter Schluck schmeckt aber immer noch recht englisch und ruft oben genannte Referenzen und deren Insel-Coolness in Erinnerung. Viel Neues trinkt man hier nicht, „Suspicious Character“ oder „Mass Murder“ – kennt man. Sehr ferdinandig, das. Sehr tanzbar. Unwillkürlich wird nochmals ein tiefer Zug getan. Ja ja, und da ist auch ein Killers'scher Vibe in Sänger Fregosos Stimme, ganz klar. Weitere Recherchen ergeben dann auch eine Verbindung zu den erwähnten Bands: The Blood Arm waren – und es scheint mir sehr gut vorstellbar – als Vorgruppe all dieser Indie-Ikonen engagiert.
Ob diesen Kontemplationen werden gedankenlos einige weitere Schlucke gekippt und unversehens befindet sich die Rezensentin schon im Taumel – ist man so leicht abfüllbar geworden? Objektiv besehen, ist das Rauschpotential doch gar nicht so hoch... Oder etwa schon? Alle Zutaten kennen wir doch zur Genüge, alle Vorbilder haben wir doch zur Genüge genossen, alles doch schon mal gehört. Und trotzdem, da rumort was...
Ein Nachgeschmack bleibt auf der Zunge. Und veranlasst die Rezensentin bald mal wieder ein bisschen The Blood Arm zu kosten...
Seit 17. November 2006 im Handel.
Anspieltipps: The Chasers; Suspicious Character; Angela
Trackliste: 1) Stay Put!; 2) Accidental Soul; 3) Suspicious Character; 4) Angela; 5) The Chasers; 6) Going To Arizona; 7) Do I Have Your Attention; 8) Mass Murder; 9) Visionaries; 10) P.S. I Love You But I Don't Miss You; 11) Dolores Delivers A Glorious Death
similar artists: We Are Scientists,
The Killers, Franz Ferdinand
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Bio:
The Blood Arm alias Die Band Ohne Normale Namen: Dyan, Nathaniel, Zachary und Zebastian formen dieses Vierergespann und so verrückt wie ihre (Künstler-)Namen soll auch das Bühnenverhalten des Frontmanns sein. Geturne, Gekletter und Gerenne gehören offenbar zum Habitus des ehemaligen Filmstudenten. Es heisst auch, Franz Ferdinand seien ganz begeistert von dieser vierköpfigen Band aus Los Angeles, Künstler auch diese, und man glaubt es gerne. Gegründet wurden The Blood Arm 2002, die erste Demo-CD veröffentlichte man im 2004 und heute zählt der Vierer bereits nicht mehr zu den Geheimtipps, sondern wird als die Zukunft des Indie gehandelt.
Und sie bloggen auch!
http://thebloodarm.blogspot.com