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Eno









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The Blue Van - The Art Of Rolling (TVT/Musikvertrieb)

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von Rudolf J. Merkle am Freitag, 1. April 2005 in Neuerscheinungen   
The Blue Van - The Art Of Rolling (TVT/Musikvertrieb) Geschätztes Auditorium,

The Blue Van, so der Name der Gruppe, The Art of Rolling, so der Titel des hier anzuzeigenden Albums. Aus einem beiliegenden netten Promotionsbrieflein erfährt man: "Indeed, the sound of The Blue Van is one entirely unaffected by the past three decades of popular music [...]." Aha. Das dänische Quartett rockt und rollt, als wäre es irgendwo Ende der 60er stehen geblieben. Für die vier langhaarigen Musikanten scheint dies Kompliment genug zu sein. Vokalist/Gitarrist Westmark, Bassist Villadsen, Drummer Jorgenson und Hammond-Organist Christensen machen ihre Sache gut, keine Frage. Allerdings: Ist's auch unsere Sache? Wir halten inne, zugegebenermassen verlegen, weil die Antwort zu direkt wäre, womöglich unausgewogen.

Knappe 40 Minuten werden 11 nette Lieder zwischen zweieinhalb und dreieinhalb Minuten dargeboten, im letzten Stück ("New Slough") erinnert man sich doch noch der Tradition der 70er und schrummt satte achteinhalb Minuten. Die Orgel orgelt, die Gitarre gitarrt, der Bass basst, die Drumms drummen und die Stimmen stimmen. Technisch angenehm schlank produziert, ist das Album gewiss für Fans der verschnörkelten 60er und 70er eine Freude - The Kinks, The Small Faces, späte Beatles, bisweilen The Doors und Deep Purple sind die Referenzen. Der Schreibende zählt sich nicht zu diesen Fans.
Was hätte man sich gefreut über einen überraschenden Einfall melodischer Natur oder eine Prise Ironie. Ja, ja, die Riffs sind "fett" ("Coeur de Lion"), ja, ja, der Sänger hat eine bluesige Whiskey-Stimme ("What the Young People Want"), trotzdem kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, hier werde danach getrachtet, fehlende Einfälle mit "Giganten-Rock-Attitüde" ("I Want You" - nein, welch' philosophischer Text ...) und sich unendlich gebende, aber durchaus beschränkte Instrumental-Parts wettzumachen. "The Remains of Sir Maison" kann als repräsentatives Stück gelten: "lüpfiger" Beat, in der Tat keine packende Melodie, der Gesang ist angestrengt cool-blues-rockig, der Drummer gibt gekonnt die Pace, Tasten- und Saiten-Instrumente ergänzen sich. Wir finden's "na ja". Mehr nicht. Kein "Oha" entfleucht der Hörer-Seele, kein "Jaaahhh, hier groovt's". "Baby, I've Got Time" finden wir als Halb-Ballade einigermassen gelungen, was das gesangslose Gedudel "The Bluverture" soll, bleibt uns hingegen wohl ewiglich verschlossen. Das ebenfalls auf der CD zu entdeckende Video "Relevation of Love" ist - seien wir nicht allzu kritisch - nicht wirklich notwendig. Nein, nicht wirklich.
Diese jugendliche Band hat gewiss bemerkenswertes Potential. Sichtlich darum bemüht, den Sound auf "The Art of Rolling" möglichst roh und direkt zu halten, dürften die jungen Musiker live zu gefallen wissen. Alle beherrschen ihre Instrumente, der Sänger hat dieses gewisse "Etwas", "Soul" und "Blues" sind vielleicht irgendwo präsent. Was den Musikern u. E. fehlt, ist Eigenständigkeit, Originalität im ureigentlichen Sinn. Wollen denn The Blue Van wirklich nur zitieren? Man bemüht sich nachhaltig erfolglos, zündende Song-Ideen zu entdecken. Beim besten Willen: Junge Leute, wo bleiben die Ideen?

Unsere Ansicht: Selbst hören und selbst urteilen. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit.


Seit 14. März 2005 im Handel.

Diskographie: A Session With The Blue Van EP (2002), Beatsellers EP (2004), The Art Of Rolling (2005)
Artverwandt: Beatles, The Kinks, The Small Faces, The Doors, The Soundtrack of Our Lives (und weitere hype "The-Bands")

⇒ Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb


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