The Bravery - The Bravery (2005) (Island/Universal Music) |
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| von Rudolf J. Merkle am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Na und? Geschätztes Auditorium, gleich vorab: The Bravery gefallen dem, der sich musikalisch in den 80er zu Hause fühlt. Der Opener "An Honest Mistake" ist eine clubtaugliche und rotzfreche Elektro-Hymne. Rotzfrech ist der Song, weil offenkundig ist, wo die Idee abgekupfert wurde: New Order: "Blue Monday" bzw. "True Fait". Tut nichts zur Sache, das Ding passt, wir singen und wippen mit, fühlen uns frisch und fröhlich. Wir freuen uns bei "Fearless" über die guten Gitarren-Einsätze und die stimmlichen Bemühungen Sam Endicotts - ja, Sam, wir vernehmen mit Wohlwollen, dass Sie Smith und Morrissey verehren. Dass immer wieder Synthesizer zart erklingen und klug eingebracht werden ("Swollen Summer"), erhöht den Hörgenuss abermals. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass in "The Ring Song" nicht etwa eine dieser klizekleinen, modernen beweglichen Telefonmaschinen läutet, nein, es ist bloss ein Synthesizer. Bei "Out of Line" ertappt man sich neuerlich verschämt beim Mitträllern, "Unconditional" räumt mit der Vorstellung auf, Musik von 2005 dürfe keine Refrains haben. Doch, doch, sie darf. Und wenn im Hintergrund ein Chörlein mitjodelt ("Swollen Summer"), ist dies dem sich einstellenden Wohlgefühl nicht abträglich. Die grosse Stärke der amerikanischen Musikanten liegt im Gefühl für Melodik. Sie haben die Ideen für Melodien, die Oasis seit geraumer Zeit suchen und denen sich Radiohead ebenso konsequent seit längerem verweigern. Das Musiker-Quintett leistet ganze Pop-Arbeit: perfekte Technik, sauber produziert, nichts stört, nichts ärgert bei der Rezeption vorliegender 3-Minuten-Popsongs. Die Texte sind nicht eben tiefgründig -, sollen sie wahrscheinlich auch nicht - und derowegen nicht der Rede wert. Wer Musik mit Ecken und Kanten sucht, ist bei The Bravery an der falschen Adresse. Hier wurden radiotaugliche, leichtgewichtige Pop-Stücke mit etwas Wave-Patina - die "düsteren" Porträts der Musiker in der CD-Hülle können nur ironisch gemeint sein - produziert, die bei offensiverem Marketing bald von everybodys Darling gehört werden. Na und? Darf der Mensch nicht zwischendurch leichte Kost geniessen? Unsere Ansicht: Selbst hören und selbst urteilen. Besten Dank für die ungeteilte Aufmerksamkeit. Seit 22. April 2005 im Handel. Anspieltipps: An Honest Mistake, Unconditional similar artists: Bloc Party, Interpol, The Cure (80er), New Order (80er), Camouflage > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Sam Endicott (Gesang, Gitarre), der Kopf von The Bravery, stammt aus Bethesda/Maryland. Musikalisch orientiert er sich früh am Postpunk und versuchte sich als Bassist bei mehreren Bands. Mit John Conway (Keyboards) produziert Endicott 2003 mehrere Songs. Wenig später stossen Anthony Burulcich (Drums), Michael Zakarin (Gitarre) und Mike Hinder (Bass) zum Duo, womit The Bravery formiert sind. Nach mehreren Live-Auftritten können The Bravery einen Vertrag bei Island/Universal unterzeichnen. Die anschliessende Tour in England ist ausverkauft, eine Co-Headliner-Tour mit Ash im Heimatland ist ebenso erfolgreich. Zurzeit touren The Bravery durch Europa. Diskographie: > The Bravery (2005)
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