Ganz ohne Country-Allüren kehren die humorvollen Engländer nach nur einem Jahr sensationell zurück.
Ist ja süss: zwei Vögelein mit Herzen auf der Brust zwitschern den Albumtitel einander zu. Und genau so unbekümmert wirkt der frische Sound von The Broken Family Band, nachdem die letzten Alben von Banjo, breitem American- English und sonstigem Karsumpel dominiert wurden.
Der gute Beobachter entdeckt in neun von elf Songs das Wort „Love“ und meistens als Aufforderung in der Befehlsform: „You think you need peace or security / but that stuff’s just temporary / love your man love your woman.“ Steven Adams brüllt dabei plötzlich so lautstark, dass man diesen Befehl am besten sofort nachgehen würde, und wenn man schon dabei ist, horcht man auch auf den trällernden und begleitenden Refrain: „You should be happy to be among the infinite number / of people who have loved and lost / and you’ll all know better next time.“ Das ist alles furchtbar naiv, fröhlich und gut, selbst für ein paar Freudentränen hat es Platz. Der rebellische und oft mehrmals angesetzte Gesang passt ganz gut zum Gitarrenpop der vier Engländer.
Richtig folkig wird’s dann doch noch: Bei „Don’t Change Your Mind“ treten die Gitarren nur anfangs in den Hintergrund, bevor spätestens bei „You Get Me“ die Kühe aus dem Stall gelassen und die Blumen gepflückt werden. Im Duett mit der Gastsängerin Jen Macro werweisst man, ob das Pflücken alleine reicht.
Noch besser wird’s nur bei „Hey Captain!“ und „Give And Take“. Ersteres ist mit seinem sanften Beginn und der ausufernden Antwort dazu ein leuchtender und vertrauensvoller Anker, bestimmt und trotzdem losgelöst harmonieren die Gitarren. Bei „Give And Take“ kommen plötzlich Bläser zu den mittlerweile trauten Stimmen und sie singen zusammen: „You should enjoy my body / enjoy my mind / I will take them away from you / in my own time“.
Auch wenn die beiden Vögelein irgendwann mal abfliegen und das Stängeli brechen wird, der Moment scheint bei The Broken Family Band schampar gut und wichtig. Ein Album für zwischendurch ist es geworden; und das bisher beste! Wer sagt schon so ungezwungen „Hello love“?
Seit 2. Juli 2007 im Handel.
Anspieltipps: Love Your Man Love Your Woman, So Many Lovers, Hey Captain!, Give And Take
Trackliste: 1) Leaps; 2) Love Your Man, Love Your Woman; 3) So Many Lovers; 4) Julian; 5) Don’t Change Your Mind; 6) Dancing On The 4th Floor; 7) You Get Me; 8)Hey Captain!; 9) Give And Take; 10) LittleJustice; 11) Seven Sisters
similar artists: The Kinks, My Bloody Valentine, Violent Femmes
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Bio:
Die Herren Gavin Johnson, Jay Williams, Mick Roman, Steven Adams aus Cambridge sind seit 2002 The Broken Family Band und interessierten sich stets für die Musik aus dem amerikanischen Süden, und das trotzdem glaubwürdig. Erst mit diesem neuen Album machen sie zumindest einen Schritt zum Pop hin, gewinnen dabei aber dank dem feinen Humor und der gewissen Kauzigkeit umso mehr Eigenständigkeit. Anscheinend gehen die Musiker neben der Musik richtigen Berufen nach und veröffentlichen trotz alledem jedes Jahr ein neues Album.