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The Chap - Mega Breakfast

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von Philipp Gautschi am Dienstag, 1. Juli 2008 in Neuerscheinungen   
Genre: Elektropop/-rock
Label: LO Recordings
CH-Vertrieb: Namskeio
Unsere Wertung:The Chap - Mega Breakfast


Hot Chap?
Mega Breakfast Der Vergleich mit Hot Chip hinkt nur leicht, denn The Chap aus London erfinden Elektro, Dance und Rock genauso neu und sind entsprechend heiss.

Verzerrt, verhackt, zerrissen und abstakt. Genau so soll moderne Musik tönen, warum auch immer. The Chap aus London tun es. Sie basteln aus Wortfetzen, kurzen Gitarrenriffs und elektronischem Krach seltsame, humorvolle, ironische Lieder, die meistens schrecklich holpern, ab und zu fliessen, manchmal direkt in die Knie gehen, dann wieder nerven, Fragen aufwerfen und schlussendlich den Kommentar ’grosses Album’ verdienen. Neben elektronischem Nonsens findet man nicht selten sensationellen, mehrstimmigen Gesang. Auch gehörig Feingefühl für intelligenten Pop muss bei den gescheiterten Kunststudenten vorhanden sein.

Das tönt jetzt so nach ’mischen wir mal alle möglichen Ideen und Einflüsse gehörig durcheinander und knallen den Brei auf den Markt’. Doch tatsächlich geht die Rechnung auf. Das tönt intelligent, modern, präzise und gleichzeitig locker und wird vom Publikum bzw. vom Markt so oder so geliebt werden.

Der Opener ’They Have A Name’ setzt sich eigentlich nur aus einem absolut minimalistischen, jedoch teuflisch gefährlichen Beat, einem kurzen, kratzenden Riff, monotonem, kanonischem Säuselgesang und dem ständigen Wiederholen des Worts ’Dancefloor’ zusammen. So einfach hinterlässt man Eindruck. Dann ’Fun And Interesting’: gefakte Streicher, sympatische Melodie in der Strophe, poppige Drums, pompöser Engelschor und kurze Temposteigerung im Refrain, verträumte Bridge, dazwischen ein paar mal ’SuperSuper, GoodGood, Brilliant’ gesagt. Perfekt. ’Caution Me’ baut vorerst wieder auf einem minimalistischen Beat und einer frechen Basslinie auf, dazu scheue Wortmeldungen. Dann die harte Bassdrum, ein paar Gitarrentöne, elektronische Störgeräusche und fertig. Kunstvoll auf den Punkt gebracht. ’Carlos Walter Wendy Stanley’ funktioniert ähnlich. Aus wenigen skurrilen Geräuschen, lustig seltsamen Texten und einem grausam schnellen, gitarrenverstärkten Refrain bauen the Chap ein wundervoll seltsames Stück Musik, welches man sich gerne nochmals antut. ’Surgery’ schraubt das Tempo leicht zurück und erinnert dann doch an die ruhigen Momente von Hot Chip. Mehrstimmiger Gesang, poppiger Beat, freundliche Stimmung.

Dies war nur die Kurzbeschreibung der ersten fünf Stücke, die wirklichen Highlights folgen später (ich möchte einerseits niemanden zum Romanlesen zwingen und andererseits die Neugierde auf die zweite Albumhälfte nicht zerstören). Jedenfalls nimmt die Platte auf ähnlich minimalistische, technoide, mathematische, komplexe, experimentierfreudige Art ihren Lauf, ohne je ins chaotische Jenseits abzudriften. Jeder, der von sich behaupten will, die momentan angesagteste und zeitgemässeste Musik zu hören sollte sich schleunigst das ’Mega Breakfast’ zu Gemüte führen.


Seit 16. Mai 2008 im Handel.

Anspieltipps: Carlos Walter Wendy Stanley, Ethnic Instrument, Proper Rock, The Health Of Nations, Wuss Wuss
Trackliste: 1) They Have A Name; 2) Fun And Interesting; 3) Caution Me; 4) Carlos Walter Wendy Stanley; 5) Surgery; 6) Take It In The Face; 7) Ethnic Instrument; 8) Proper Rock; 9) The Health Of Nations; 10) Wuss Wuss; 11) I Saw Them
similar artists: Hot Chip

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:

The Chap ist eigentlich ein ’Magazin für den modernen Gentleman’, The Chap ist jedoch auch ein europäisches Quartett, welches London als Hauptsitz gewählt hat. Es brauchte ganze drei Alben, bis The Chap endlich von der Internationalen Gemeinschaft wahrgenommen und sogleich auf deren Thron gesetzt wurden. Die einigermassen normal scheinenden Musiker sind eigentlich Musiktherapeutin, Kompositionslehrer, IT-Consultant und TV-Komponist, und wollten ihre Band zuerst ’Friendly Bacteria’ oder ’Led Zeppelin’ nennen. Eindeutig verrückt sind sie jedenfalls und stehen dazu. 2001 waren sie allesamt noch Kunststudenten und wollten, genervt von der Laptopmusik der 90er, etwas Neues machen. Nun werden sie endlich ihrer Musik entsprechend wahrgenommen.

The Chap
Diskographie:
> Mega Breakfast (2008)
> Ham (2005)
> The Horse (2003)
> Fun EP (2002)


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