The Church – El Momento Descuidado (2005) (Cooking Vinyl/Musikvertrieb) |
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| von Severin Bellwald am Dienstag, 9. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Die Kirche im Dorf gelassen Dabei legen The Church grossen Wert darauf zu betonen, dass es sich hier um viel mehr als eine normale Unplugged-CD handelt. Denn eine solche wäre ihrer Ansicht nach sinnlos. Ihr Ziel war es, die eigenen Songs „wirklich zu fühlen, sie neu zu interpretieren, zu öffnen und befreien, sie zu …“ (und so weiter mit dem Sermon). Man mag sich an dieser Stelle fragen, welche Unplugged-CDs sich Steve Kilbey und seine Kollegen bisher zu Gemüte geführt haben, die sie glauben machten, einziger Unterschied wäre das abhanden gekommene „E“ vor der Gitarre. Sicher ist, dass andere Artists sich bei ihren Unplugged-Projekten mehr getraut haben. „El Momento Descuidado“ bietet einige schöne Arrangements, die Umsetzungen von „Metropolis“, „Chromium“ und dem Highlight „A New Season“ sind angenehm stimmungsvoll, als Gesamtes scheint die Scheibe mit dem messetauglichen Ministrantenrock aber ein wenig zu brav. Besonders ihr grösster Hit „Under The Milky Way“ kommt sehr bieder daher und teilt sich mit dem superlangweiligen „Invisible“ einen bestimmten Schlafliedcharakter. Die weiteren Tracks sind gemütlich bescheidene Radiomusik, die mehr als nur einen Moment haben, der unguarded/descuidado bleiben wird. Zu der Aussage „Looking back has never been the Church's style” kann man bemerken, dass dies auch nicht nötig ist, da sie hinter sich dasselbe sehen würden, wie neben und vor sich. Songs von 1981 bis 2005 reihen sich (mindestens in den Akustikverionen) einheitlich aneinander, ohne dass man ihnen die 24 Jahre Altersunterschied anmerken würde. Übrigens, um Missverständnissen vorzubeugen: Das einzige, was neben dem Albumtitel an Spanisch erinnert, sind die schnellen Finger des Mariachis bei „November“. Aber genug der Ketzerei, grundsätzlich kann man von solider Musik sprechen, die einige sehr gelungene Momente beinhaltet. Sie wird wahrscheinlich für die Jünger von The Church eine besondere Gabe bedeuten, für alle anderen ist es eher Musik, wie es sie in dieser Weise auch von 50 anderen und möglicherweise 10 besseren Bands gibt. Dieser Silberling ist eine Art natural born Support-Act, der problemlos eine gewisse Stimmung erzeugen kann, sein Potenzial aber schnell ausschöpft und über diesen Level nicht hinauskommt. Seit 4. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: A New Season, Chromium, Metropolis similar artists: Soloalben sämtlicher Bandmitglieder, The The, The Call, The Ocean Blue, Missing Persons, Killing Joke > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: The Church sind Steve Kilbey (Bass und Gesang) und an den Gitarren Marty Willson-Piper und Peter Koppes. Am Schlagzeug waren seit der Gründung der Band 1980 in Australien während eines Jahres Nick Ward, von 1981-1990 Richard Ploog, von 1990-1993 Jay Dee Daugherty und von 1993 bis heute Tim Powles zu hören. Kilbey und Koppes waren bereits in den frühen 70ern in verschiedenen Bands, bevor sie 1980 zusammen mit Willson-Piper aus Liverpool „The Church“ gründeten. Ihr Debüt „Of Skins And Heart“ erreichte in Australien die Top Twenty der Charts. Nach einigen weniger erfolgreichen Alben folgte 1988 mit „Starfish“ ihr bislang erfolgreichstes Werk. Nachdem die hohen Erwartungen an den Nachfolger nicht erfüllt werden konnten, verloren sie ihren Plattenvertrag und Steve Koppes trennte sich von der Band, ohne aber den Kontakt abzubrechen. Ab 1998 ging es – auch dank Koppes Rückkehr – wieder aufwärts. „After Everything Now This“ (2001) wurde von Fans und Kritikern gelobt und heute sitzen The Church auch dank ihrer treuen Fangemeinde und Direktvermarktung ihrer Musik über die Homepage wieder fest im Sattel. Diskographie: > Of Skins And Heart (1981) > The Church (1981) > Séance (1983) > Remote Luxury (1984) > Heyday (1985) > Starfish (1988) > Gold Afternoon Fix (1990) > A Quick Smoke At Spot`s (1991) > Priest=Aura (1992) > Sometime Anywhere (1994) > Magician Among The Spirits (1996) > Hologram Of Baal (1998) > Magician Among The Spirits And Some(1998) > A Box Of Birds (1999) > After Everything Now This (2001) > Forget Yourself (2003) > Beside Yourself (2004) > El Momento Descuidado (2005)
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