The Departure – Dirty Words (2005) (Parlophone/EMI Music) |
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| von Ivana Leiseder am Freitag, 5. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Episode 23: The Departure Würde man den Verlauf des 80er Jahre-Hypes als klassisches Drama umschreiben, würde es so aussehen: Interpol als erregendes Moment, das für unzählige Nachahmer wie The Killers, The Bravery, Bloc Party oder Maxïmo Park sorgte, die sich wiederum alle sukzessive übertrumpften. Die junge Saat spross mit Lichtgeschwindigkeit aus dem New Wave-/Post Punk-Grund und Boden und mit jedem Mal schien ein exotischeres, schmackhafteres Früchtchen das Licht der Welt erblickt zu haben. Nun sind die britischen The Departure am Start, die zweifelsohne für den glorreichen Höhepunkt der 80ies-Welle stehen und die klägliche Wende, d.h. hier den Beginn der Übersättigung und Abflachung, einleiten. Besser kann’s der Rezensentin Meinung nach nämlich nicht mehr werden. Bereits das Cover von „Dirty Words“ lässt Vorfreude aufkommen: Gezeigt werden fünf Dandys, eingeschlossen in einem sehr spärlich beleuchteten Raum und lässig wartend um sich blickend - als ob sie darauf warten würden, die Welt endlich erobern zu können. Hört man sich die Musik schliesslich an, lässt Sprachlosigkeit grüssen. Was The Departure auf ihrem Debütalbum vollbringen, ist allererste Sahne: Im über-coolen Cockney-Akzent werden mit Unterstützung von groovenden Basslines („Arms Around Me“) – die man so nur von New Order kennt -, düsteren Gitarren („Time“) und unermüdlich antreibenden Drums („All Mapped Out“), die allesamt hervorragend harmonieren und zusammen die grössten je gehörten Melodien hervorbringen, alltägliche Dämonen besungen, wobei die Devise klar lautet: All killer, no filler. Jeder Ton sitzt, jeder Schlag pulsiert wie Blut in den Adern, die Stimme könnte nicht ausdrucksstarker – und, nicht zu vergessen – cooler sein. Die von vielen Kommilitonen angestrebte stoische Kälte Joy Divisions wird von niemandem sowohl musikalisch als auch lyrisch („My eye’s a camera, my feelings film“) so hervorragend umgesetzt wie von The Departure und auf einmal scheint’s, als wären die 80er erst gestern gewesen. „I am only human!“, wird verzweifelt gesungen und so sehr wir uns bemühen, müssen wir (leider) widersprechen. Nie klang Musik nämlich so präzise, so mikroskopisch genau durchdacht, so... unmenschlich. Schlicht: so perfekt. „Something inside of me that doesn’t want to die tonight“, wird in „Arms Around Me“ mit Herzblut geträllert und ja, in Anbetracht solchen Hörvergnügens wär’s doch gar schade, das Zeitliche bereits zu segnen. Nun gut, andererseits würde man wohl auch folgender Zeile The Departures ohne Umschweife beipflichten: If I died tonight, I’d be happy. Seit 4. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: Just Like TV, All Mapped Out, Arms Around Me, Time similar artists: The Killers, The Bravery, Maxïmo Park, Bloc Party, Interpol, The Others u.v.m. > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: The Departure sind David Jones (Vocals), Sam Harvey (Gitarre), Lee Irons (Gitarre/Backing Vocals), Ben Winton (Bass) und Andy Hobson (Drums) - allesamt zwischen 21 und 23 Jahre alt - aus Northampton, England. Gegründet wurde die Band Anfang 2004 und bereits nach einem halben Jahr absolvierten The Departure ihren ersten Live-Auftritt in ihrer Heimatstadt. Ein Demo und daraus folgend der Vertrag mit dem Labelriesen Parlophone folgten alsbald und mit der Single „All Mapped Out“ landeten The Departure ihren ersten Hit. Das Debütalbum wurde im Juli 2005 veröffentlicht und seither gehört die Truppe um David Jones zu den heissesten britischen Newcomern. Diskographie: > Dirty Words (2005)
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