The Dolls - The Dolls (2005) |
|
|
| von Severin Bellwald am Donnerstag, 12. Januar 2006 in Neuerscheinungen | |
|
Genre: Electronica Label: Huume CH-Vertrieb: RecRec Unsere Wertung: ![]() Angenehme TräumeEine einsame Feenstimme. Sie klingt weit entfernt, verträumt, schwebt hauchdünn über dem leisen Prasseln eines Schlagzeugs, vergänglich wie ein Traum, der sofort verschwindet, wenn man nur einen Gedanken regt, geschweige denn die Augen öffnet. Um sie herum wiegen Pianoklänge, manche so präzis und herrisch, dass man vor seinem inneren Auge einen steifen Finger energisch jede Taste niederdrücken sieht, manche so verschwommen und fein, als würde die Tastatur mit dem Staubwedel gekitzelt. Elektronische Momente sind omnipräsent, aber sehr unauffällig und zurückhaltend, nur gerade als lauwarmer Luftzug zu spüren, wenn man sich darauf konzentriert. Gespielt wird die pure Friedlichkeit, die Sehnsucht nach dem Refugium, in dem alles warm, weich und langsam geschieht. Ein absolut dichter Wall von bezaubernder Naivität, den kein Stachel Realität zu durchdringen vermag. Sängerin Antye Greie nimmt jeden mit in ihr Dollhouse, der sich ihr im richtigen Moment ergibt. In einem Augenblick, in dem er träumen darf, von niemandem gestört wird und sofort einschlafen könnte. So liegt man tief im seidenbezogenen Bett des Klavierspiels, sieht über sich mit jedem Schlag auf die Drums einen kleinen Stern am Nachthimmel aufblitzen und wieder verschwinden und irgendwo weit weg und doch ganz nah singt "Art Doll" Greie ihr Schlaflied, melancholisch und gelogen, wie man es manchmal hören will. Natürlich, die "Music by the dolls" eignet sich nur für Weniges. Für alles, was einem bewussten Entfliehen vom Alltag gleichkommt, alles was die Sorgen vergessen lässt. In diesen Momenten entfalten die Puppen aber ein erstaunliches Potential zum stilvollen Naiv-Sein, verbreiten einen wundervollen, unbegründeten Enthusiasmus, dass man alles hinter sich lassen kann und alle Sorgen soeben wie Seifenblasen davongeflogen und an der Nasenspitze vom Mann im Mond zerplatzt sind. Eine Vorführung dieses auditiven Puppenspiels empfiehlt sich vor allem beim Einschlafen nach einem aufreibenden Tag. Sanftes Entschlafen und süsse Träume garantiert. Seit 21. Oktober 2005 im Handel. Anspieltipps: Kukkuu; Star-Like Trackliste: 1) Martini Never Dries; 2) White Dove; 3) Soul Skin; 4) The Dolls; 5) Night Active; 6) Choices; 7) Kukkuu; 8) Collect The Blue; 9) Star-Like; 10) Motor City; 11) Favourite Chord 12) Sunbird similar artists: Keine Ahnung. Das Sandmännchen am Konzertflügel. > Hören und Kaufen > Label > CH-Vertrieb Bio: Das bekannteste Glied des Doll-Trios bildet wohl "Hollywood Doll" Craig Armstrong, Mastermind vieler bekannter Projekte, massgeblich beteiligt an den Oscar-gekrönten Musikfilmen "Moulin Rouge" und "Ray", der bereits mit wohlbekannten Acts wie Madonna, U2 oder Massive Attack zusammen arbeitete. Dem Schotten zur Seite steht die deutsche Sängerin "Art Doll" Antye Greie, mit der er bereits in der Vergangenheit häufig zusammenarbeitete. Bei einer solchen Zusammenarbeit war es auch, als der finnische Drummer "Studio Doll" Vladislav Delay auf sie aufmerksam wurde und sie bald schon feststellten, dass sie im musikalischen Bereich ähnliche Ideen verfolgen. Nachdem aus der Zusammenarbeit verschiedene Projekte entstanden, Armstrong mit Greie auftrat, Greie mit Delay ein Album aufnahm ("Explode"), Greie ("Mini Movies") wie auch Delay ("The Four Quarters") je eine Soloalbum veröffentlichten, ist "The Dolls" ihr erstes Album, dass sie gemeinsam veröffentlichen. Diskographie: > The Dolls (2005)
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





