The Egg - Forwards (2005) (Ministry Of Sound Recordings/Musikvertrieb) |
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| von Philipp Gautschi am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen | |
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Noch gemütlicher sind nur Spiegeleier Diese Band war mir - genauso wie die Szene, in der sie sich bewegt - komplett fremd und sogar etwas ungeheuer. Mit Chillout und London assoziierte ich bisher lahme Drogenexzesse in seltsamen, modern eingerichteten, teuren Schickimicki-Bars, bis mich diese CD erreichte und mich zu einer ersten Auseinandersetzung mit Chillout veranlasste. (Eigentlich finde ich den Begriff Chillout an sich ziemlich idiotisch.) Nun muss ich doch zugeben, dass diese verträumte, weltfremde Musik sehr gemütlich, beruhigend und phantasievoll ist und auch ohne den Anspruch nach irgendwelchen In-Bars von eher der Rockmusik verschriebenen Hörern gemocht werden kann. Natürlich war mir Air bereits ein Begriff und verhalf schon mal zum einen oder anderen Höhenflug, doch ich wage zu behaupten, dass die Wirkung, die The Egg unter Einfluss des berauschenden grünen Teufelszeugs zu entfalten vermag, diejenige der luftigen Franzosen übertreffen kann. The Egg entführen in wunderbare, wattenweiche Traumlandschaften, die sich ständig verformen, verändern, auflösen und wieder neu bilden. Die Welt in einer Lavalampe. Hektik und Stress als Todsünden. Endlich darf man mal den elenden Vögeln selber auf die Jacke kacken, da diese ihre Flügel gegen unsere Fahrräder ausgetauscht haben. Eine schöne, verkehrte Welt aus künstlich erzeugten Klängen, in der die Möglichkeiten tatsächlich unbegrenzt sind. Doch genug der Phantasterei, spätestens im Titelsong "Forwards" retten einem die gekonnt eingesetzten Gitarren und wecken scheue Erinnerungen an die heiss geliebte Rockmusik, ja das Stück darf man sogar als sehr guten Indierock bezeichnen. The Egg vermögen jedoch auch hier ihren psychedelischen Touch beizubehalten. Gleich danach geht die CD wieder in die typisch beatlastige, verspielte Elektromusik über, wird jedoch etwas wacher. (Ich kann mir sogar vorstellen, dass es Menschen gibt, die dazu tanzen könnten.) Als ganz grosses Plus ist hier noch die mangelnde Vokalisierung der CD anzumerken. Gesang hat nämlich durchaus das Potential, beste Musik zu versauen, in diesem Falle tappten The Egg keinesfalls. Sehr gutes Werk, da es mir wieder einmal zeigt, wie vielfältig und interessant die gigantische Welt der Musik doch sein kann. Seit 17. Mai 2005 im Handel. Anspieltipps: Forwards, Wall, Venice Beach similar artists: Air, Röyksopp, Zero 7 > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Die Zwillinge Ned und Matt Scott - passender könnte der Name The Egg also nicht sein - kommen aus Oxford und sind schon seit 1995 am Werkeln. Sie fielen vor allem durch ihre Live Shows - unterstützt von Dave Gaydon (ba.) und Mark Revell (git.) - auf, an welchen nicht mit Spezialeffekten wie Projektionen und Visuals gespart wird. In England erreichten sie schon lange Kultstatus und werden sogar von Bands wie Supergrass oder Radiohead bewundert. Weil Warner ihre Plattenfirma China Records schluckte, blieb es in den vergangenen fünf Jahren ruhig um The Egg, nun sind sie aber mit einem interessanten neuen Album zurück. Diskographie: > Albumen (1996) > Bend EP (1996) > Travelator (1998) > Number Crunchen EP (1998) > Getting Away With It EP (1999) > Venice Beach EP (2004) > Forwards (2005)
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