News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Paul Klur
Paul Klur







MONO
Holy Ground: NYC Live
The Antlers
Cold War EP
Omega Massif/Mount Logan
Split
Shearwater
The Golden Archipelago
The Hirsch Effekt
Holon : Hiberno

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
14.2
Islands - A Sleep & a Forgetting
Field Music – Plumb
Shearwater – Animal Joy
Mouse on Mars – Parastrophics
Hellsongs – Long Live Lounge
Mount Washington - s/t
alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

The Flaming Lips – At War With The Mystics (2006)

Drucken E-Mail
von Rafael Werner am Mittwoch, 3. Mai 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Soulpunkrockpopfunk
Label: Warner
CH-Vertrieb: Warner Music
Unsere Wertung:The Flaming Lips – At War With The Mystics (2006)

Planeten strangulieren
The Flaming Lips – At War With The Mystics (2006)‚Universum-Hysterie’, viel Lärm um eigentlich leise Aussagen oder der neuste wilde Ritt der Flaming Lips.

Nur weil das anders klingt, ist dieser eklektische, je nachdem elektrisierende Sound, noch lange nicht erfrischend. Leider sind die Flaming Lips müde geworden, und das merkt man an jeder Ecke. Qualitativ nach wie vor hochstehend klingen die Lippen erschöpft, zwar immer noch kreativ, aber trotzdem am Gähnen. „It Overtakes Me“ zerfällt beispielsweise mittendrin auf schreckliche Weise, wird anstrengend und mühsam. „Mr. Ambulance Driver“ ist ein zwar flotter, origineller Popsong, aber die eigentlich federleichte Popkost wird auch hier tonnenschwer verkauft. Warum nicht alles so knackfrisch und mit atemberaubenden Timing wie „The W.A.N.D.“ es vorführt? Mehr Firlefranz braucht das Universum einfach nicht. Lasst doch auch mal was nicht explodieren.
Beim zehnten Knall stellt sich die Frage: Ist der Wahnsinn nur gespielt? Natürlich nicht. Das amerikanische Trio erfindet schliesslich beinahe den Pop neu, indem verwunschener Punk, vergilbter Progrock und verstaubte, psychedelische Momente einen wilden Salsa tanzen. Die Atmosphäre ist einmalig, die Melodien manchmal betörend, dann wieder verstörend. „Pompeii AM Götterdämmerung“ ist eine sensationelle Hymnenvollendung, “Goin’ On“ so süss wie die erste Kirsche des Tages. Es sind also prächtige Songs auf „At War With The Mystics“. Das reicht allemal, um sich tierisch darüber zu freuen und vielleicht auch euphorisch zu werden, Massen-Hysterien sind aber auszuschliessen.
„With all your power / What would you do?"
Wahrscheinlich auch so einen Song wie “The Yeah Yeah Yeah Song” machen, der lässig und witzig daherkommt und durchaus auch so richtig Spass machen kann. Wer diesen Song doof oder übertrieben plakatieren würde, hat’s nicht kapiert. Denn das ist zugegebenermassen Wohlfühlpop vom Feinsten. Und trotzdem braucht es nicht viel und die Flaming Lips nerven, weil sie warten und sich verzetteln, zu lange spielen. Der Anfang von „Free Radicals“ beginnt wie eine tickende Zeitbombe, geht dann im wohligen Refrain auf, fasziniert aber weniger als beispielsweise die Scissor Sisters. Aber Recht haben sie: „You think you’re radical, but you’re not so radical, in fact you’re fanatical”. Die beängstigende Wahrheit trifft den Zeitgeist mitten auf den Kopf. Die Flaming Lips sind weiterhin in der Liga der grossen Namen und fügen ihrer erfolgreichen Karriere ein weiteres Prunkstück – engagiert, aber auch gesättigt – hinzu.
„So go tell Britney and go tell Gwen, she’s not tryin’ to go against all them“, bringt dann aber gar nichts.


Seit dem 31. März 2006 im Handel.

Anspieltipps:
The Yeah Yeah Yeah Song; The W.A.N.D.; Pompeii AM Götterdämmerung; Goin’ On
Trackliste: 1) The Yeah Yeah Yeah Song; 2) Free Radicals; 3) The Sound Of Failure; 4) My Cosmic Autumn Rebellion; 5) Vein Of Stars; 6) The Wizard Turns On…; 7) It Overtakes Me; 8) Mr. Ambulance Driver; 9) Haven’t Got A Clue; 10) The W.A.N.D.; 11) Pompeii AM Götterdämmerung; 12) Goin’ On
similar artists: The Beta Band

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Nach einer Party mit viel Alkohol und derbem Drogenkonsum formieren sich Mark Coyne und Michael Ivins 1983 zum Kern einer außergewöhnlichen Combo. Bis zum ersten Release 1984 glaubt keiner wirklich an die Flaming Lips. Doch dann wird aus einer Schnapsidee eine ernstzunehmende Formation, die sich ihr Equipment vor der ersten Jam-Session aus dem örtlichen Gotteshaus zusammenklaut. Auf grünem Vinyl releasen die Lips im Jahr 1985 ihr erstes Album "The Flaming Lips". Dabei greifen sie auf ihr eigenes Label zurück und legen mit diesen Lovely Sorts Of Death Records selbst Hand an den Silberling. Nach der 88er Platte "Telepathic Surgery" reduzieren sich die Lips auf Coyne und Ivins. Unspektakuläre Releases in den Achtzigern lassen zuvor nicht erwarten, dass sich Warner 1990 meldet und ihnen einen Plattenvertrag anbietet. Das daraus resultierende Album macht die Flaming Lips in Insiderkreisen zu einem Geheimtipp. Ausgedehnte Touren folgen, während denen die Flaming Lips, fortan unterstützt von Gitarrist Ronald Jones und Schlagzeuger Steven Drodz, in einem Truck durch Amerika ziehen. Als Trio releasen die Flaming Lips 1997 das Album "Zaireeka", das Coyne überzeugt ankündigt: "So different and exciting it will either make us millionaires or break us". 1999 bis 2002 herrscht Stille um die Flaming Lips, die sich eine Auszeit gönnen, um danach mit einer von Kritikern hochgelobten Scheibe wieder in die Welt der Clubs und Gigs einzutauchen. Danach hört man erst 2005 wieder ein Lebenszeichen der Lips, dafür aber richtig. 1 Jahr danach erscheint ihr neustes Werk: Wayne Coyne erklärt vorab schon mal den im Titel verwendeten Kriegsbegriff: "Als wir mit dem begannen, was zu 'At War With The Mystics' geworden ist, konnten wir den Kampf zwischen dem denkenden Geist und den geistlosen Fanatikern (der immer wichtiger und ungewinnbarer wird, je weiter die Zeit voran schreitet) nicht vorhersehen. Wir hatten einfach den Einfluss nicht eingeplant, den die Weltpolitik, religiöse Freaks, großspurige Lügner und dieser furchtbare Krieg auf unsere Songs und unsere Seelen haben würden."

flaminglips
Diskographie:
> Hear It Is (1986)
> Oh My Gawd!!!...The Flaming Lips (1987)
> Telepathic Surgery (1989)
> In A Priest Driven Ambulance (1990)
> Hit To Death In The Future Head (1992)
> Transmissions From The Satellite Heart (1993)
> Clouds Taste Metallic (1995)
> Zaireeka (1997)
> The Soft Bulletin (1999)
> Yoshimi Battles The Pink Robots (2002)
> At War With The Mystics (2006)


» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
< Zurück   Weiter >