Nach Cursive wieder The Good Life: Tim Kasher kehrt zur rauchigen, staubigen, noch folkigeren und sanfteren Band zurück. Fast ist es ein „Album of the Year“ geworden.
Tim Kasher ist ein Arbeiter. Er schuftet an seiner Musik und an seinem Leben, pröbelt herum und weiss überhaupt nicht, was er will. Seine Unbeständigkeit treibt ihn soweit, dass er noch nie zwei Alben mit derselben Band hintereinander eingespielt hat. Cursive ist die experimentelle und rockige Variante, The Good Life besteht aus Geschichten und aus viel Leben.
Tim Kasher ist Strassenwischer. Bei der letzten Platte „Album of the year“ kehrte er den Dreck aus der letzten Beziehung. Über jeden Monat schrieb er ein Lied in all seinen Facetten. Bier und Blut liefen den Randstein ab, er stolperte und fiel hinein. Grosse Worte und Tagebucheinträge mit Tintenklecksen prägten das Bild. Ein bisschen Varieté.
Tim Kasher ist Barkeeper. Er erzählt von Prostituierten und Truckerfahrern, von Bettgeschichten und Bettkanten, vom Entern und Kentern. Der erste Song „On The Picket Fence” ist eine wunderschöne Ballade über seinen Dauerzustand als sarkastischen, fast zynischen Herzensbrecher und Gebrochenen. Mit dem poppigen „Heartbroke” schafft er es in zwei Minuten, ein paar Ausflügen mit der E-Gitarre, und gelungenen Backing Vocals der Bassistin Stefanie Drootin, uns in konkretere und weniger theatralische Aspekte aus dem an und für sich guten Leben einzuspannen.
Tim Kasher ist Musiker. Mit „Help Wanted Nights“ ist ihm und seiner Crew ein äusserst abwechslungsreiches und gut produziertes Album gelungen. Seine Stimme und Sprachgewandtheit haben dabei noch einen Zacken zugelegt. In „Your Share Of Men” beginnt er bröselnd flehend, geht dann in den johlenden Refrain über und beweist mit demselben Organ kurz darauf tiefe Einfühlsamkeit. Neben dem zynischen Schalk finden The Good Life zum Schluss hin auch den Blues. Bei „So Let Go” und „Rest Your Head” wird geheult und geflüstert. Letzteres endet dabei in epischen Geräuschkulissen und unterstreicht, dass The Good Life ursprünglich auch als Elektronikfolk bezeichnet wurde. Richtiggehende Jams und verzerrte Überreste beenden den Arbeitstag des Workaholic Tim Kasher.
Seit 28. September 2007 im Handel.
Anspieltipps: On The Picket Fence, Heartbroke, Your Share Of Men, Rest Your Head
Trackliste: 1) On The Picket Fence; 2) A Little Bit More; 3) Heartbroke; 4) Your Share Of Men; 5) You Don’t Feel Like Home To Me; 6) Keely Aimee; 7) Playing Dumb 8) Some Tragedy; 9) So Let Go; 10) Rest Your Head
similar artists: Cursive,
Bright Eyes, Son Ambulance, Now It’s Overhead
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Bio:
Nach einem Strassenschild und dem Motto des Staates Nebraska benamst sich 2000 der Cursive-Frontmann Tim Kasher und gründet sein Soloprojekt The Good Life. Kurz nach der ersten Platte „Novena On A Nocturn“ wurde man Teil des anbrausenden Saddle Creek-Labels aus dem Innern der Staaten um Conor Oberst von Bright Eyes. Mittlerweile sind nach etlichen Wechseln Ryan Fox als Keyboarder und Gitarrist, Stefanie Drootin am Bass und Roger Lewis am Schlagzeug ins gute Leben fest eingestiegen.