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The (International) Noise Conspiracy - The Cross Of My Calling

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von Michael Zuckschwerdt am Freitag, 5. Dezember 2008 in Neuerscheinungen   

Genre: Rock  |  Label: Burning Heart (Phonag)  |  Unsere Wertung: 7/10

The Cross Of My CallingOpen The Doors
Das neue Album von The (International) Noise Conspiracy kokettiert elegant mit Vorbildern aus den 70ern und ist eine Einladung an alle Freunde von zeitgenössischer Rockmusik.

Unter den Fittichen des Bartes des Propheten und Produzenten Rick Rubin haben die ursprünglich aus dem nordschwedischen Umea stammenden The (International) Noise Conspiracy ihr fünftes Album "The Cross Of My Calling" aufgenommen. Enstanden in den legendären Sunset Studios, wo schon The Doors einen Teil ihres musikalischen Vermächtnisses produziert haben, huldigen die Skandinavier unverhohlen ihren Vorbildern. Bereits im Intro wird das Rad der Zeit zurückgedreht, wenn Lars Strömberg (Gitarre) mit einem an Jimy Hendrix angelehnten Lick zum ersten Song "Assassination of Myself" hinführt. Besonders ohrenfällig und geschickt in den Song integriert ist das vom The Doors-Song "Riders of the Storm" inspirierte musikalische Intermezzo in "Child of God". Die musikalischen Freiheiten, welche sich die Schweden nehmen, stehen ihnen ausgesprochen gut zu Gesicht, so wirken diese jam-artigen Parts locker und frei gespielt aber keineswegs beliebig, da steckt eine Menge wohldosiertes musikalisches Gespür drin.

Etwas unverständlich scheinen mir die immer wieder ins Feld gerückten Vergleiche von T(I)NC mit der vorherigen Band und Hardcore-Legende Refused von Sänger Dennis Lyxzén. Die politische Ausrichtung der Band ist sicherlich nach wie vor, wichtiger Antrieb der Band, musikalisch war man den Genres Punk und Hardcore aber schon bei Refused entwachsen. Auf dem neuen, in sich stimmigen Album sind zudem überraschend viele, mit Perkussion unterlegte, relaxt coole Funk-Grooves ("I Am The Dynamite", "Satan Made The Deal"), die für Kontrast zu den locker aus dem Ärmel geschüttelten, meist zügigen Songs sorgen.
Musikalisch ist "The Cross of My Calling" über alle Zweifel erhaben, die Rhythmusabteilung Inge Johannson (Bass) und Ludwig (Dahlberg) ist verspielt, tight und webt einen soliden Teppich, auf dem Orgel (z. B. in "Washington Bullets") und Gitarre (z. B in "Arm Yourself" oder "Boulevard of Savity") mit immer wieder frischen Sounds ihre Solos darbieten, die zwar prägnant aber auch toll in die Songs eingeflochten und nie exzessiv und nervig sind.
Einzig von einigen gesanglichen Stereotypen, wie den Shouts bei Refrains wie von "Washington Bullets", oder den „Come On“-Schreien in "Child of God" kriege ich ziemlich schnell Angstschweiss auf der Stirn, dies ist aber wohl eher eine persönliche  über die Jahre gewachsene Aversion und weniger eine Kritik an den Songs der Schweden.

Der aktuelle Longplayer ist ein gelungener Nachfolger des ebenfalls von Rick Rubin produzierten "Armed Love"-Albums. Es wirkt frisch, abwechslungsreich, hat Biss und ist sauber produziert. Wer auf treibende Rockmusik mit Seventies-Einschlag steht, dem sei dieses Album wärmstens empfohlen und ebenso das anstehende Konzert vom 7. Dezember im Mascotte in Zürich.

Seit  17. November 2008 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
The (International) Noise Conspiracy
Anspieltipps:
> Hiroshima Mon Amour
> I Am The Dynamite

Diskographie:
> The First Conspiracy (1999)
> Survival Sickness (2000)
> A New Morning, Changing Weather (2001)
> Armed Love (2004)
> The Cross Of My Calling (2008)

Ähnliche Künstler:
> Social Distortion
> The Hives
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