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The Jackets - Stuck Inside

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von Philipp Gautschi am Mittwoch, 30. September 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Garagerock / Rock’n’Roll  |  Label: Subversiv Records (Irascible)|  Unsere Wertung: 8.0/10

Stuck Inside
Die Hosen an…
…hat bei der Band The Jackets aus Bern ganz bestimmt Sängerin, Gitarristin und Kreativkopf Jackie Brutsche. Die Jackets spielen rotzfrechen 60ies Garage-Rock. Direkt, spontan und unkompliziert.

Vor kurzem kam meine Liebste mit der Frage: ’Kennst du die Jackets? Ist glaub ich ’ne Schweizer Band, hab irgendwo ein Lied von denen gehört und die tönten gemein-gefährlich…gefällt dir so oder so’ zu mir. Ich: ’Nei, känninöd, aber wenn du meinst, ich gucke mal, ob ich die irgendwo besorgen kann’. Wenige Tage später erreichte mich die Platte per Eilpost und mit Gruss von Subversiv Records (Dankesehr an dieser Stelle…). Und seither kann ich, trotz einer momentanen, beinahe ausufernden Begeisterung für Steve Reichs ’Piano Phase’ aus dem Jahr 1967 nicht mehr auf die Platte der Jacken verzichten.

Die erste Idee oder der erste Kommentar meiner Freundin zu "Stuck Inside" war dann: ’Oooh, ein paar dieser Songs würden sich ideal als Soundtrack in ’nem Tarantino-Film machen’. Darauf ich: ’Mitglieder der Turbojugend oder Typen in Lederjacken mit harten Schmalztollen würden dazu wahrscheinlich abgehen wie die Eilpost wenn sie so ’n Stück in ’nem Tarantino-Film hören würden, vielleicht sogar auch bei ’nem Livekonzert.’
So, genug des Schwachsinns. Tatsächlich spielen die Jackets unsauberen Garage Rock (gibt’s den eigentlich sauber?), der wohl Originalaufnahmen aus den 60er Jahren von The Who oder von den Stooges ziemlich nahe kommt. Ich bin diesbezüglich mal wieder stolzer Laie, doch die absichtlich unsaubere Produktion, die zerschlissenen, krächzenden Gitarren, die holprigen, treibenden Drums und die überdrehte, rotzig-kräftige Stimme Jackie Brutsches (die schon bei The Fox, The Mad Cowgirl Disease oder The Rockemons mitmischte), tönen insgesamt verdächtig nach trashigem 60er Jahre Rock’n’Roll. Relativ einfache, teilweise klimpernde, jedoch meist wuchtig vorgetragene Riffs treffen auf flüssige Basslinien, das Tempo wird jeweils im bestmöglichen Moment gesteigert, sodass ein Hauch von Punk spürbar wird. Dazu äusserst eingängige Melodien, freundliche Backvocals und eine Lead- bzw. Frauenstimme zum Verlieben.

"I Cannot Stop" geht als radiotauglicher Gassenhauer durch; die Melodie bzw. Brutsches Stimme frisst sich innert Minutenfrist tief ins Gehirn, die Basslinie kommt ungeheuer kühl daher, während die Farfisa in Hintergrund säuselt. "Mr. Strangerr" hat dann tatsächlich so etwas wie Tarantino-Charme: träge Westerngitarre, schauriges Tereminsolo, jammernder, stilvoller Frauengesang. Ausserdem tragen einzelne, kurze Dialoge zwischen den Tracks zu ebenjenem Tarantinogefühl bei. "Out of My Head’" mit quietschendem Synthie, psychedelischen Zwischenparts und wahnwitziger Tempoverschärfung zum Schluss, geht in die Knie wie Trampolin.

Ich verzichte auf genauere bzw. zunehmend unpräzise Beschreibungen einzelner Songs, Tiefpunkte oder Fehlzünder erkenne ich jedenfalls keine. Kurzweile ist hiermit versprochen. Schlussendlich darf man von Musik sprechen, die Lust auf Bier, schicke Kleider und Frisuren von damals und vielleicht sogar ein bisschen Tanz macht.

Seit  7. August 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
The Jackets
Anspieltipps:
> I Cannot Stop You
> Make You Mine
> Out of My Head

Diskographie:
> Stuck Inside (2009)

Ähnliche Künstler:
> The Monofones
> Garbage
> Turbonegro
> The Monsters
> The Hives (früher)
» 2 Kommentare
1"Die "Liebste""
am Mittwoch, 30. September 2009 17:29von Angela
Dem Gesagten kann ich nur zustimmen und muss mich an dieser Stelle doch nochmals selber loben, dass ich eine so tolle Band entdeckt habe, gäll Filu :-)
2"Ganz genau !"
am Montag, 31. Mai 2010 08:52von Ex-Rowdy
Ahoi zäme,  
da kann man wirklich nur zustimmen und als Mitglied der Turbojugend Olten und Schmalztollenträger gehen meine Freundin und ich wirklich voll ab !  
 
Cheers n Beers  
Ex-Rowdy the Beer slurping Zombie Bear
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