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The John Butler Trio - Sunrise Over Sea (2005) (Canada/Warner Music)

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von Andreas Scheuber am Freitag, 1. April 2005 in Neuerscheinungen   
Lichtblicke

The John Butler Trio - Sunrise Over Sea (2005) (Canada/Warner Music)In Australien ist John Butler längst ein Star, in der übrigen Welt ist sein Mix aus Blues, Reggae, Rock und Country weitgehend unbekannt. Mit "Sunrise Over Sea" geht am Horizont eine einmalig vielseitige Sonne auf.

Das John Butler Trio kann auf ein ungewöhnliches Reservoir an Instrumenten zurückgreifen und ist damit imstande, einmaligen Sound zu erzeugen. Anstelle eines elektrischen Basses wird ein Kontrabass verwendet (eines meiner Lieblingsinstrumente; ich verstehe nicht, weshalb er so selten eingesetzt wird, denn seine Ausstrahlung ist dermassen einzigartig, dass kein elektronisches Gerät sie jemals wird erreichen können), der dem staubigen Soundcharakter die entsprechende Wärme verleiht oder die überschäumende Fröhlichkeit des Banjos in Grenzen hält. Das John Butler Trio bringt es irgendwie fertig, dass aus einfachen Reggae-Rhythmen rockende Beats werden, die von Country-Klängen oder gar einem Streicher-Ensemble abgelöst werden (bei "What You Want") - was will man mehr. John Butler ergänzt diese spannende Mischung mit einer sackstarken Stimme, die ausgezeichnet zu dieser Art Musik passt. Die Freiheit kennt keine Grenzen, und stellenweise ist sie mit "Sunrise Over Sea" spürbar. Vor allem, wenn man bei "Seeing Angels" angelangt ist, wird einem bewusst, welches Potential das John Butler Trio beinhaltet. Ich habe mir diesen Engel dutzende Male angesehen - es ist einer der schönsten Songs, den ich in letzter Zeit gehört habe. John Butler zieht mit seiner Stimme weite, lange Bögen, an dessen Ende man einfach glücklicher ist. (Die allerschönste Stelle der Platte beginnt bei "Seeing Angels" nach etwa 03:40.) Das Banjo hat damit bei mir einige Punkte gut gemacht; eigentlich ist es ja ein ziemlich nerviges Dingchen. "Damned To Hell" heisst der Song, in dem John Butler dann aber solo mit Banjo zu hören ist ( - wenn ihr mich fragt, gibt es keinen besseren Namen für ein Banjo-Stück...). Einzig für "There'll Come A Time" wird der elektrische Bass ausgepackt und für einmal ein rasanteres Tempo angeschlagen, bevor man mit einem "Zebra" (ich hätte diesen Track eher "Camel" getauft) wieder gemütlich weitertrottet und nicht mehr allzu viel Spezielles erlebt.
Für Liebhaber eines allerwelts Mischmaschs bietet "Sunrise Over Sea" einiges an Abwechslung und Einmaligem, für Ordnungsliebende fehlt klar ein roter Faden. Vielseitigkeit ist eine grosse und seltene Qualität eines Künstlers, doch zweifle ich daran, dass Musik wirklich erlebt werden kann, wenn einmal Engel gesichtet, dann in der Steppe von Afrika Zebras gezählt werden und wenig später auf dem Waffenplatz einer schottischen Landesstreitkraft nur die Dudelsäcke fehlen. Trotz alle dem lässt das John Butler Trio an vielen Stellen sein Können aufblitzen, aber ich hätte mir gewünscht, mehr als nur diesen einen Engel gesehen zu haben.
Beim Gang über hügelige Wiesenlandschaften sind die Gedanken frei und jederzeit bereit, das Abenteuer einer Weltreise anzutreten - querfeldein, versteht sich!


Seit 15. März 2005 im Handel.

Anspieltipps: Company Sin, What You Want, Seeing Angels, Zebra
similar artists: Jack Johnson, G. Love, Donavon Frankenreiter

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Das John Butler Trio, im Wesentlichen bestehend aus John Butler, Shannon Birchall und Nicky Bomba, verlassen mit ihrem Album "Sunrise Over Sea" erstmals ihre Heimat Australien und betreten die Bühne der restlichen Welt. John Butler ist in den USA aufgewachsen und ist in seiner neuen Heimat Australien ein Star geworden, der monatelang die australischen Charts auf Platz eins angeführt hat und 2004 mit drei Awards (Best Independent Release, Best Blues & Roots Album, Best Male Artist) ausgezeichnet worden ist.

The John Butler Trio - Sunrise Over Sea (2005) (Canada/Warner Music)
Diskographie (Auswahl):
⇒ John Butler (1998)
⇒ JBT EP (2000)
⇒ Three (2001)
⇒ Living 2001-2002 (2003)
⇒ Zebra (2003)
⇒ Sunrise Over Sea (2004)



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