Endorphine sind körpereigene Hormone, welche u.a. dann
ausgeschüttet werden, wenn der Körper grosse Anstrengungen oder
Verletzungen erfährt. Sie sorgen für euphorische Gefühle, weshalb man
sie auch Glückshormone nennt.
Der Erstling von The Killers war eines derjenigen Alben, die eben diese Wirkung auf die Hörer hatte. Das Dopamin sprudelte, wenn die Melodie von „Mr Brightside“ intoniert wurde. „Hot Fuss“ wurde zu einem Riesenerfolg und die Menge wollte mehr von diesem süchtig machenden Stoff.
Nun geben The Killers dem Volk, was das Volk verlangt. Oder zumindest fast. Gewohnt elektronisch und pompös beginnt „Sam's Town“ – wenn man aus Las Vegas stammt, ist dieser Pathos wohl kaum vermeidbar. Bereits zum ersten Refrain drehen aber die Gitarren auf und man ist erleichtert: An ein derart gefeiertes Album wie „Hot Fuss“ ist nicht leicht anzuknüpfen.
Interessanterweise fungiert aber bereits der zweite Song als „Enterlude“, ungewohnt, aber das haben ja auch die Beatles so gemacht und da hat auch niemand gemeckert. Sowieso: Die „Enterlude“ geht schnell vergessen. Denn dann packen The Killers eine ihrer Endorphin-Melodien aus und lassen mit „When You Were Young“ den offiziellen Knaller des Albums los. Ein würdiger Nachfolger für die Hammerhits des Erstlings, um den man beim Besuch einschlägiger Tanzveranstaltungen bestimmt nicht herumkommen wird.
Doch wie gesagt: Es gelingt Bärtchen-Träger Brandon Flowers und seinen Recken nur fast, aus der Welt einen glücklicheren Ort zu machen. Die Ansätze sind da, aber die Synapsen reagieren einfach nicht mehr wie 2004. Die Songs dümpeln im Mittelfeld des Indie Rock'n'Roll herum und was auffällt, sind nicht mehr unwiderstehliche Melodien, sondern peinliche Details wie das Kaperfahrt-Chörli in „Bling (Confessions Of A King)“ und „Bones“.
Der tolerante Hörer wird darüber hinwegsehen und sich an den Beinahe-Flashs genügend erfreuen können. An den Erstling kommt „Sam's Town“ aber nie und nimmer heran.
Seit 29. September 2006 im Handel.
Anspieltipps: When You Were Young; This River Is Wild
Trackliste: 1) Sam's Town; 2) Enterlude; 3) When You Were Young; 4) Bling (Confessions Of A King); 5) For Reasons Unknown; 6) Read My Mind; 7) Uncle Jonny; 8) Bones; 9) My List; 10) This River Is Wild; 11) Why Do I Keep Counting; 12) Exitlude
similar artists: We Are Scientists, The Rapture, Muse,
The Strokes
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Bio:
The Killers – so allerweltlich wie der Name klingt, ist er nicht: Die vier Mitglieder der Indie Rock'n'Roller berufen sich bei der Namensgebung sowohl auf einen Roman von Ernest Hemingway als auch auf ein Video von New Order, in dem eine gleichnamige inexistente Band auftritt.
2002 wurde die Band in Las Vegas gegründet und glitzer-funklig wie die Stadt ist auch ihr Sound, die perfekte Synthese zwischen glamourösem Rock und punkigem Pop. Das 2004 veröffentlichte „Hot Fuss“ schlug ein und die Hitsingles „Somebody Told Me“ und „Mr Brightside“ wurden zu Klassikern der Indie-Szene.