The Last Town Chorus - Wire Waltz |
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| von Rafael Werner am Freitag, 22. Dezember 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Folk Label: Loose CH-Vertrieb: Namskeio Unsere Wertung:
Tief durchatmen und Geduld bewahrenAufhänger dieses unspektakulären Albums ist natürlich das David Bowie- Cover „Modern Love“, welches einem als Erstes ins Ohr sticht und wirklich sehr gelungen ist. Es zeigt die handwerkliche Stärke von Megan Hickey auf, welche monoton und zeitlos ihre Lieder singt und gleichzeitig Steelgitarre mit grosser Präzision spielt, so dass beispielsweise der Mittelteil des genannten Covers ein zwischenzeitlich brachial-melancholisches Wunderwerk wird. Was der Amerikanerin (Megan stammt aus Brooklyn) aber fehlt, sind genügend starke Lieder. Nach „Wire Waltz“ und „You“ hat man das Gefühl, noch nichts gehört zu haben, weil die Songs dermassen harmlos und unprätentiös daherkommen. „Caroline“ hat einen unglaublich traurig machenden Melodiebogen in sich, „It’s Not Over“ lebt lediglich von der repetitiv eingesetzten Refrainzeile. Die meisten der zehn Tracks von The Last Town Chorus sind so langsam und träge, dass sie anhaftend anstrengend werden und obwohl sie von der Struktur eigentlich vielseitig sind, fühlt man sich auf „Wire Waltz“ so, als würde man zehnmal das gleiche Lied hören. Unterstützt wird diese Wahrnehmung von der erschreckend monotonen Stimme von Megan Hickey, wo sich jedes Wort punktgenau wie das andere anhört. Das Paradoxe dabei ist, dass dieses Album trotz seiner Schlichtheit und seinem melodischen wie musikalischen Minimalismus schwermütig, ermüdend bis gar erdrückend wirkt. Doch um fair zu bleiben, muss festgehalten werden, dass diese Musik wesentlich besser mit einem anderen Zeitverständnis aufzunehmen wäre. Mit ganz grosser Geduld würden einem hier nämlich bessere Töne entgegenschwirren, als das beim schnellen Durchhören aufzufallen vermag. Trotzdem soll hier nichts beschönigt werden. Branchenkollegen reden von einer Engelsstimme und teuflischem Steelgitarrenspiel. Beides ist masslos übertrieben und ganz objektiv betrachtet, verwogen. Natürlich singt Megan schön, aber ihre warme Stimme ist noch nicht einmal speziell, geschweige denn himmlisch und ihr Gitarrenspiel ist zwar gut, aber viel mehr zahm und behäbig als frisch aus der Hölle entspringend. Wäre diese Musik Schokolade, würde sie in einem lahmgelegten Zug liegen und langsam, aber effektiv zu schimmeln beginnen. Davor wäre sie sehr geniessbar gewesen. Seit 27. Oktober 2006 im Handel. Anspieltipps: Modern Love; Caroline; It’s Not Over Trackliste: 1) Wire Waltz; 2) You; 3) Modern Love; 4) Caroline; 5) It’s Not Over; 6) Understanding; 7) Boat; 8) Huntsville, 1989; 9) Wintering In Brooklyn; 10) Foreign Land similar artists: - > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb Bio: The Last Town Chorus besteht vor allem aus Megan Hickey (USA), die einerseits als Sängerin und andererseits an der Lapsteelgitarre tätig ist. Ihre weiche, helle Stimme erinnert ein wenig ein Eva Cassidy. Hickeys Version von David Bowies „Modern Love“ fand auf dem Soundtrack der Erfolgsserie „Grey’s Anatomy“ platz, wodurch The Last Town Chorus deutlich bekannter wurde. Auf ihrem zweiten Album, dem ersten, das auch in der Schweiz erhältlich ist, singt Megan Hickey persönliche Folksongs. Diskographie: > The Last Town Chorus (2003) > Wire Waltz (2006)
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