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The Mars Volta - Amputechture

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von Michael Rothen am Mittwoch, 4. Oktober 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Prog-Rock
Label: Universal  Music
CH-Vertrieb: Universal Music
Unsere Wertung:The Mars Volta - Amputechture


Kein Zugang meint Treten auf der Stelle
The Mars Volta - AmputechtureThe Mars Volta vs. The Mars Volta Group – oder dirigieren vs. funktionieren; insgesamt irritieren.

Dieser Bastard aus "De-Loused In The Comatorium" und "Frances The Mute" ist ein echter Brocken. Doch scheint's, als ob nur das Verharren der Sperrigkeit – sprich die eher menschenscheue Zugänglichkeit – als Innovation gewertet werden kann; Stagnation auf Höchstniveau?
Der Rezensent benötigte jedenfalls bisher bei noch keinem TMV-Album eine dermassen lange Anlaufphase, wie bei "Amputechture". Noch nicht einmal Durchhören war zu Beginn möglich. Alles in allem entfaltet sich in Kombination mit viel gutem Willen hörerseits eine ganz ordentliche Fünfviertelstunde an Musik – nicht die beste, um ehrlich zu sein; viel mehr die schlechteste bis dato. Schlecht im Falle von The Mars Volta sollte getrost mit ausgesprochen gut übersetzt werden. Ob das jedoch ein Grossteil der nach "Frances The Mute" verbliebenen Kundschaft ebenso werten wird, wage ich ob der allmählich schon fast beeindruckenden Unzugänglichkeit (ungleich Unzulänglichkeit) zu bezweifeln. Die beiden Seelenverwandten schert dies offenbar einen Dreck – auch gut so!
"Amputechture" bietet streckenweise sehr wohl, was man seit den Vorgängern kennt und lieb gewonnen hat. Diesmal nur hat das tapfere Schneiderlein zu oft geschnipselt und scheinbar "wahllos" zusammengefügt, was "nicht" zusammengehören will. Anders: Die neue Editiertechnik des Primus Inter Pares entzieht sich jeglicher unlängst antrainierten Hör- und Harmoniegewohnheit vergangener The Mars Volta Tonproduktionen. Also, musikalisch nicht wirklich allzu viel Neues, insgesamt jedoch stärker atomisiert und zerrüttet; der Intonationsversuch eines Abbilds der Gesellschaft?
Auf weitere Erörterungen verzichte ich besser. Das würde bestenfalls in einer The Mars Volta ähnlichen Schreibwichserei enden und am Ende gar wenig zum Gesamtverständnis beitragen. Was mir bleibt, ist festzustellen, dass nebst dem Vorerwähnten einige Rückwärtseinspielungen, paar Stimmeffekte und das konsequent in den Hintergrund gemischte, gewohnt virtuose Schlagzeugspiel eher störend/unprofessionell anmuten. Letzteres kann möglicherweise und höchst spekulativ auf den streitigen Ausstieg/Rauswurf des übertalentierten Jon Theodore zurückgeführt werden...

Dann dirigieren die Dirigenten demnächst halt einen anderen (O-Ton Booklet):

"The Partnership Between Omar Rodriguez-Lopez (Who Wrote All Music And Directs The Group) & Cedric Bixler-Zavala (Who Wrote All Lyrics And Vocal Melodies) Is The Mars Volta. The Compositions Are Then Performed By The Mars Volta Group."


Seit 8. September 2006 im Handel.

Anspieltipps:
Vermicide, Meccamputechture, Tetragrammation
--> am besten jedoch alles am Stück, paar Mal auf die Zähne beissen, um von Mal zu Mal den Genuss zu steigern...
Trackliste:
1) Vicarious Atonement; 2) Tetragrammation; 3) Vermicide; 4) Meccamputechture; 5) Asilos Magdalena; 6) Viscera Eyes; 7) Day Of The Baphomets; 8) El Ciervo Vulnerado
similar artists: CAN oder NEU!, wenigstens bzgl. Musikphilosophie

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Die Geschichte von The Mars Volta ist nicht ganz einfach zu erfassen; zum harten Kern - bestehend Cedric Bixler-Zavala (Gesang), Omar Alfredo Rodriguez-Lopez (Gitarre), Blake Fleming (Drums), Isaiah Owens (Keyboard) - stossen nämlich in regelmässigen Abständen neue Bassisten (momentan: Juan Alderete), Saxophonisten usw.
Im Jahre 2001 wurde die Band von Bixler-Zavala und Rodriguez-Lopes im texanischen El Paso gegründet und mit der ersten EP "Tremulant" bekannt. Nach diversen Auftritten mit den Red Hot Chili Peppers folgen drei weitere Alben.

themarsvolta
Diskographie:
> Tremulant EP (2002)
> De-Loused In The Comatorium (2003)
> Live (2004)
> Frances The Mute (2005)
> Scabdates (2005)
> Amputechture (2006)


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