The Posies – Every Kind Of Light (2005) (Rykodisc/Musikvertrieb) |
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| von Michael Rothen am Montag, 15. August 2005 in Neuerscheinungen | |
![]() Reunion = Skepsis Die Dringlichkeit ihrer Reunion beschreibt Jon Auer (Gesang und Gitarre) gleich selbst: „The history between us is something that can’t be erased. It just so happened that, beyond The Posies’ history, we found we have a future together. So in essence, we returned to our roots – to use a much abused phrase – and things just grew exponentially from there“. Solche Tatsachen versetzen den geneigten Leser, wie auch den ähnlich geneigten Hörer in unerhörte Spannung. Noch prickelnder wird’s, wenn The Posies (leicht stolz) verkünden, dass sie den vorliegenden Silberling innerhalb nur dreier Wochen geschrieben!!!, mehrheitlich live aufgenommen und editiert haben. Können The Posies gar übers Wasser gehen? Der geneigte Schreiber jedenfalls verneigt sich aus reiner Ehrfurcht – bevor er an dieser Stelle ganz erstarrt und nicht mehr weiterschreiben kann – um weitere 2.5°, was physisch gerade noch so geht. Die Platte legt nach leicht überflüssigem Vorelektrogetöne mit dem kraftvollen Eröffnungssong „It’s Great To Be Here Again!“ los – find’ ich nach solchem Start grad’ auch! Der Text instrumentalisiert hier auf höchst intelligente Weise die Zweideutigkeit; ist er doch viel mehr Amerika kritisch, denn ein eigentliches Statement zur offenbarten Wiedervereinigung. Diese Kritik an ihrem Herkunftsland zieht sich so dann wie ein roter Faden durch die zwölf Songs. „Every Kind Of Light“ macht bisweilen ganz gut Laune, musikalisch wie lyrisch – wenigstens bis und mit Track sechs von zwölf. Die Endhälfte wartet bedauerlicherweise mit eher unverbindlichem Powerpop auf. Namentlich „I Finally Found A Jungle I Like!!!“ – ein proletenhafter Status Quo-Rocker – und „Could He Treat You Better“ – eine wenigst tiefgründig intonierte Bluesballade – erachte ich als absolute Schwachpunkte (rein musikalisch, nicht lyrisch). Weniger wär’ wohl mehr gewesen! Fazit: Die Theorie „Reuunion = Skepsis“ wird ein weiteres Mal bestätigt, die Lorbeeren schnappen sich erneut die Anderen und wollten The Posies übers Wasser gehen, sie würden glatt ertrinken. Denn: The Posies liefern eine Platte ab, welche maximal auf halber Strecke echt brillant ist, jedoch gespickt mit zwei Totalausfällen und einigem an Mittelmass im Gesamtkontext nicht vollends zu überzeugen weiss – als Kick-Off zur Wiedervereinigung erst recht nicht. Mit der Textzeile „...on the way back from yesterday, give yourself a break...“ bringt’s die Band im Song „Conversations“ – wohl eher ungewollt – gleich selbst treffend auf den Punkt! Seit 27. Juni 2005 im Handel. Anspieltipps: It’s Great To Be Here Again!, All In A Day’s Work, I Guess You’re Right similar artists: Teenage Fanclub, Elvis Costello, Matthew Sweet, Lemonheads > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: The Posies bestehen schwergewichtig aus dem Songwriter-Duo Jonathan Auer und Ken Stringfellow. 1988 selbstveröffentlichen die Beiden ihre ersten Songs, gesammelt auf der eigens produzierten Kassette „Failure“ (das waren noch Zeiten). Kurz darauf werden sie vom Seattler Label Pop Llama gesignt und können 1990 ihr Debut „Dear 23“ dank dessen Unterstützung über den Major Geffen herausbringen. Ab diesem Zeitpunkt werkelt The Posies ausschliesslich in Form eines Quartetts, wobei die Rhythmussektion (Bass und Schlagzeug) periodisch ausgewechselt wird. Was stets bleibt, sind die Herren Stringfellow und Auer. Nach ihrem 93er Hitalbum „Frosting On The Beater“, mit welchem die Band die Alternative-Szene mit derjenigen des Power-Pop zu verschmelzen vermochte, veröffentlichen The Posies 1996 mit „Amazing Disgrace“ ihr letztes Album über Geffen. Das Dropping durch Geffen beschreibt so dann einen Knick in der The Posies-Karriere. Stringfellow veröffentlicht schliesslich sein Solo-Album „This Sounds Like Goodbye“. Trotz dieses Plattentitels veröffentlichen The Posies 1998 wieder auf Ihrem Ur-Label Pop Llama die Scheibe „Success“. Stringfellow jedoch tourt zwischenzeitlich intensiv als Musiker der Backingband der wohlbekannten R.E.M. und Auer mach seine eigenen Solosachen. Desweiteren: Live-Album, Best Of, Live Acoustic-Album, Acoustic-EP und eine Re-Release. Eine Band, die als College-Rock-Underdog verstanden werden muss. Ruhm und Ehre bekamen – trotz der Klasse von The Posies – meist die Anderen ab. Trotz allem: Sieben Jahre nach dem vermeintlichen Band-Split legen The Posies ein neues Album vor: „Every Kind Of Light“. Diskographie: > Every Kind Of Light (2005) > Failure 15th Anniversary Rerelease (2003) > Nice Cheekbones and a Ph.D. [EP] (2001) > In Case You Didn’t Feel Like Plugging In (2000) > Dream All Day: The Best Of The Posies (2000) > Alive Before The Iceberg (2000) > Success (1998) > Amazing Disgrace (1996) > Frosting On The Beater (1993) > Dear 23 (1990) > Failure (1988)
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