Wie der Name dieser Band schon sagt, die Rollen sind klar besetzt. Eine verletzlich reizende Stimme und ein vielfältiges, rohes Gitarrenspiel decken die Bandbreite der Folkmusik ab.
TheNoise meint:
Solander, Murder und Björn Kleinhenz, Friska Viljor oder Fredrik – die schwedische Folkszene scheint über unbegrenzte Spielarten zu Verfügen. The Preacher & The Bear fehlt das eindeutige Markenzeichen ihrer Kollegen. Sie sind nicht so abgründig wie Murder, nicht so trunkenboldig wie Friska Viljor und nicht so durchgeknallt wie Fredrik. Elin Piel und Fredrik Pettersson, die sich nach einem bekannten, humorigen US-amerikanischen Lied benannt haben, sind die normalen Folker in dieser Riege.
Fredrik Pettersson sorgt wechselweise für luftiges Fingerpicking und beschwingte Gitarrenrhythmen, das Singen überlässt er seiner Duo-Partnerin mit ihrer hellen, freundlichen, aber keineswegs aussergewöhnlichen Stimme. Wenn Elin Piel betont gefühlvoll wirken möchte, legt sie ein leichtes Knarzen in die Stimme. Abgesehen davon, dass sie es – etwa bei „The Reason“ – übertreibt, nutzt sich der Effekt rasch ab. Und die Stücke hätten es auch nicht notwendig. Denn abgesehen davon, dass auch das bodenständige Duo-Konzept ohne weiteres tragen kann, haben sich die beiden eine Menge Freunde eingeladen. Das führt zu einer angenehmen Mischung an akustischen und elektronischen Instrumenten, raunenden Chören und durchaus opulent wirkenden Arrangements. Diese sind zwar durchweg einfach – mitunter bilden simple, auf der Orgel gespielte Akkorde das Fundament –, aber trotzdem nicht ohne Wirkung. The Preacher & The Bear geben nicht vor, die Folkmusik zu revolutionieren – aber sie bringen eine Spielart, die man durchaus gerne hört.
Philippe Feer meint:
Es war ein gewisser Ebbott Lundberg von der schwedischen Rockband The
Soundtrack of Our Lives, dem dieses Duo aufgefallen ist und dieses erste
Album gleich produziert hat. Woran hat er Gefallen gefunden? Was könnte
ihn gepackt haben? Sicher ist, dass die Zutaten auch bei diesem
Folkalbum altgebacken sind, aber das Resultat „Suburban Island“ mit viel
Raffinesse glänzt. Die Stimme der Sängerin Elin Piel kann
bewundernswert trotzig und kratzbürstig werden, so dass die Songs mit
dem klassisch ausufernden Picking und der grossen Bandbreite an Melodien
nicht langweilig werden. Und damit haben die beiden schon die grosse
Gefahr und ein Ziel ein (k)ein gewöhnliches Folkalbum zu machen,
erreicht. Nach dem biederen Einstieg und einzelnen Schwachstellen rettet
nämlich die Mischung vom klassischem Folksong und eigenständigem
Songwriting das Debutalbum – diese widersprüchliche Haltung wird mit
dem Titel des Albums aufgenommen.
Das Album gefällt es ganzes. Trotzdem sind es einzelne Songs, die sich
abheben: „Deranged“ versteckt sich geschickt und springt immer wieder
auf den folkigen Zug auf, „This Is Not Your Song“ fällt nach
bodenständigem Start in eine verzweifelt aggressive Stimmung und das
gefühlvolle „Birds“ ist ein gewöhnlicher Popsong mit Tiefgang. Leider
ist der Bluegrass-Titel „Patriot“ mit Elins aussergewöhnlicher Stimme
anfangs zwar eine grosse Freude, wird dann aber genauso schnelle
eintönig, weil der Tiefgang und Wechsel fehlt.
Ebbot Lundberg wird sich wohl gesagt haben: "Hej, da ist mutig und mit
viel Spass verbunden, da bin ich gerne dabei." Bei The Preacher &
the Bear ist viel Talent vorhanden, warum soll man das nicht
unterstützen?
Seit 10. Dezember 2010 im Handel.
> Hören und Kaufen
> MySpace > Label > CH-Vertrieb
Anspieltipps:
> Deranged
> Birds
Diskographie:
> Suburban Island (2010)
Ähnliche Künstler:
> Solander
> Björn Kleinhenz