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The Rakes - Ten New Messages

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von Philipp Gautschi am Sonntag, 4. März 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Neo-Wave-Dance-Art-Rock
Label: V2 Records
CH-Vertrieb: TBA
Unsere Wertung:The Rakes - Ten New Messages


Guten Morgen
Ten New MessagesZehn neue Mitteilungen von den Rakes…und die sollte man sich dringend anhören.

Die Rakes sind eine weitere Band des langsam breitgetretenen Genres, welche das schwierige zweite Album unters Volk bringen möchte. Während ’Capture/Release’ noch ziemlich polterte und mit ’Strasbourg’ oder ’22 grand job’ gar leicht punkig angehaucht war, werden auf ’10 New Messages’ ruhigere, vielleicht flüssigere Saiten aufgezogen. Doch die Rakes schaffen es, nicht in Folkpop oder Elektroexperimentalismus abzurutschen, sondern entwickelten sich weiter, fanden ihren eigenen Stil und tönen massiv reifer als vor zwei Jahren. Der Erstling war so eine Platte, die sich zuerst abging wie Sau, sich später in den Tiefen des Plattenregals zu verstecken wusste, jedoch immer wieder den Weg in die Anlage fand und den Zuhörer zu erfreuen vermochte. Den zehn neuen Nachrichten wird’s wohl ähnlich ergehen, da diese durchwegs guten News vor allem kurzfristig wirklich fesseln. Das Werk wirkt trotz teilweise veralteten Songstrukturen sehr frisch, unverbraucht und luftig, passend zu Guten-Morgen-Joints, Frühlingsgefühlen oder Fruchtsalat. Vorwärts peitschende Drums, unterhaltsames Gitarrenspiel, Mitsummmelodien, schlaue Texte, scheu elektronisch untermalt, alles was es braucht also, um mit durchgestrecktem rechten Bein das linke Knie ordentlich schletzen zu lassen. Trocken, knochig, kantig und britisch tönt die Platte. Sänger Alan Donohoe umschreibt die Neue mehr oder minder passend: ’Die Platte ist inspiriert von einer Kombination aus choraler Musik, der TV-Serie „24“, James-Bond Melodien, Dichtern des ersten Weltkriegs und den Sugababes.’ Sehr gelungene Unterhaltungsmusik, die beim genaueren Hinhören auch textlich Spass macht (’The World Was A Mess But His Hair Was Perfect’, ’When Tom Cruise Cries’). Besonders lässig find ich ’Suspicious Eyes’, ein schaurig schön fliessendes Poprockmeisterwerk mit Bloc Party-Charme, niedlicher Frauenstimme in der Strophe und zuckersüssem Refrain. Logisch werden keine neuen musikalischen Welten entdeckt, kein quadratisches Rad erfunden sowie  kein Fussball für Beinamputierte gespielt, trotzdem macht sich die Platte in jeder einschlägigen Sammlung bestens und zeigt, dass auch die Rakes keine ’Ein-Album-Fliegen’ sind.


Ab 23. März 2007 im Handel.

Anspieltipps:
Little Superstitions, Suspicious Eyes, Down With Moonlight, When Tom Cruise Cries
Trackliste: 1) The World Was A Mess But His Hair Was Perfect; 2) Little Superstitions; 3) We Danced Together; 4) Trouble; 5) Suspicious Eyes; 6) On A Mission; 7) Down With Moonlight; 8) When Tom Cruise Cries; 9) Time To Stop Talking; 10) Leave The City And Come Home
similar artists: The Kooks, Bloc Party, Maximo Park, The Automatic, Franz Ferdinand, The Futureheads und wie sie alle heissen

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Bio:
Matthew Swinnerton (Gitarre) und Jamie Hornsmith (Bass) arbeiten zusammen in einem Klamottenladen. Ihr Boss ist die Schwester des dänischen Schlagzeugers Lasse Petersen. Petersen ziehts kurz darauf nach London, wo er eine Weile in dem Laden arbeitet und das musikalisch bereits aktive Duo kennenlernt. Ausserdem kennt er den Sänger Alan Donohoe aus gemeinsamen Unitagen. So oder ähnlich fanden die Rakes 2002 zueinander. Bereits 2004 klappt der Vertrag mit V2 Records. Die Eastlondoner wurden im Umfeld von Blocparty gross und supporteten diese auch auf ihrer Japan Tour.  Trotzdem gingen sie bzw. ihr Debut (zumindest in Kontinentaleuropa) beinahe unter, da die Konkurrenz um Bloc Party, Franz Ferdinand oder Futureheads zu der Zeit schampar grosse Wellen schlug. Nachdem Capture/Release noch von Paul Epworth (Bloc Party, Maximo Park) produziert wurde krallten sich die spindeldürren Burschen für die Aufnahme ihres zweiten Werks Jim Abiss (Arctic Monkeys, Editors).

The Rakes
Diskographie:
> Capture/Release (2005)
> Ten New Messages (2007)


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