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The Shins - Wincing The Night Away

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von Rafael Werner am Mittwoch, 24. Januar 2007 in Neuerscheinungen   
Genre: Indie
Label: Sub Pop
CH-Vertrieb: Irascible
Unsere Wertung:The Shins - Wincing The Night Away


Erwachsen werden
Wincing The Night AwayThe Shins haben sich weiterentwickelt, sind aber nicht besser geworden. Trotzdem gelingen ihnen wieder ein paar famose Songs.

The Shins arbeiten auch auf ihrem dritten und nicht besten Album sehr präzise und in einer Art und Weise, dass es intensive Werkbefassung benötigt, um in die Welt des kompliziert gemachten, aber leicht klingenden Indiepops eindringen zu können. Es gibt zum Beispiel Tracks, die ausschliesslich für den daraufkommenden gemacht sind. „Pam Berry“ bildet so einen exzellenten Übergang zu „Phantom Limb“, der Single-Auskopplung und des klaren Hits des Albums, was nicht heisst, dass es keine besseren Songs auf „Wincing The Night Away“ (was für ein bescheuerter und unpassender Titel) gäbe: Schon der Einstieg „Sleeping Lessons“ ist ein grossartig aufgebautes Popstück, das herrliche Lawinen auslösen kann, „Australia“ macht jegliche Aufbruchsstimmung exponentiell grösser und „Sealegs“ hat einen dieser ernsten und schönen Mitpfeifrefrains. The Shins wachsen mit all diesen Songs nicht über sich hinaus, aber sie produzieren weiterhin sehr guten, technisch hervorragenden Pop, der genug eingängig ist, um ihn mit dem Herzen zu lieben, gleichzeitig aber so intelligent ist, dass man ihn immer wieder hören kann. Das ist ernst zu nehmende Musik, aber was auf „Wincing The Night Away“ fehlt, merkt man erst bei Betrachtung des letzten Albums. Wo sind die Überhits wie „Kissing The Lipless“ und „So Says I“ diesmal geblieben? Wahrscheinlich irgendwo zwischen Türpoltern, verschrobenen Intros und traumhaften Übergängen. Aber das wiederum sind eigentlich Komponenten eines Konzeptalbums oder zumindest einer dieser Platten, die man zwingend von Anfang bis Ende hören muss, weil sie einen Aufbaubogen besitzen. The Shins dagegen machen eigentlich kurze und prägnante Popsongs, sodass die Anwendung entsprechender Merkmale eher seltsam rüberkommt. Es ist zwar weder störend noch schlecht, ganz im Gegenteil sogar, aber es bringt einfach nichts. Die Band hat sich weiterentwickelt, doch die Quintessenz ihrer Musik hat sich allerhöchstens zurückverschoben.
„Spilt Needles“ mit seinen sehr unterschiedlichen Teilen und abrupten Übergängen veranschaulicht dann, was für das ganze Album gilt: „Wincing The Night Away“ ist ein Übergangsalbum. Von knackigen Pop („Chutes Too Narrow“) zum anspruchsvollen, komplexen Überwerk (nächstes Album). Bleibt die Frage, was den Amerikanern besser steht.


Seit  23. Januar 2007 im Handel.

Anspieltipps: Sleeping Lessons; Australia; Phantom Limb; Spilt Needles
Trackliste: 1) Sleeping Lessons; 2) Australia; 3) Pam Berry; 4) Phantom Limb; 5) Sea Legs; 6) Red Rabbits; 7) Turn On Me; 8) Black Wave; 9) Spilt Needles; 10) Girl Sailor; 11) A Comet Appears
similar artists: -

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Eigentlich sollten The Shins lediglich ein Nebenprojekt zu James Mercers Band Flake sein, das der Songwriter 1997 mit Schlagzeuger Jesse Sandoval ins Leben rief. Zunächst als Duo unterwegs, z.B. im Vorprogramm von American Analog Set, gesellten sich bald Flake-Bassist Marty Crandall und Gitarrist Dave Hernandez dazu. Nachdem Hernandez kurzfristig ausstieg und Flake sich offiziell aufgelöst hatten, stiess auch deren ehemaliger Gitarrist Neal Langford zur Band. Auf einer Tour mit ihren Freunden von Modest Mouse im Jahr 2000 sah Sub Pop-Mitarbeiter Jonathan Poneman einen Auftritt, was dazu führte, dass die Band im November 2000 einen Plattenvertrag bei dem renommierten Plattenlabel unterschreiben konnte. Kurz darauf erschien (Anfang 2001) ihr Debutalbum „Oh, Inverted World“. Der Erfolg des Albums führte unter anderem dazu, dass die Band nach Portland, OR, umzog, dabei Langford verlor und Hernandez wieder zurückgewann. Mit ihm wurde 2003 das nächste Album „Chutes Too Narrow“ veröffentlicht.  In Europa waren sie anfangs eher unbekannt, aber spätestens durch den im Jahr 2005 erschienenen Film „Garden State“ und dem Lied „New Slang“ wurden sie auch im deutschsprachigen Raum einer breiteren Masse bekannt.  Man kann The Shins inzwischen nicht nur als eine der wichtigsten Vertreter des Indie Pops bezeichnen, sondern durchaus behaupten, dass sie an dem Wiederaufstieg des ins Mittelmass abgerutschten Labels Sub Pop beteiligt waren. Ihr drittes Album „Wincing The Night Away“ erscheint im Januar 2007.

The Shins
Diskographie:
> Oh! Inverted World (2001)
> Chutes Too Narrow (2003)
> Wincing The Night Away (2007)



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