Glaubt man den Gerüchten, ist „Nice And Nicely Done“ das bereits siebte Album der Spinto Band. Wenn man anderen Gerüchten Glauben schenkt, hat die Band vor der Produktion eines Tonträgers jeweils mindestens 30 Songs im Kasten. Die Neue miteingerechnet, macht das 210 Songs bis dato. In Anbetracht des bescheidenen Alters der Bandmitglieder von ca. 20 Jahren eine überaus beachtliche Zahl. Der Grossvater von Sänger Nick Krill – Roy Spinto - dient dabei nicht ausschliesslich als Namensgeber. Er ist oder war der geistige Mentor, aus seinen lyrischen Vermächtnissen entwickelten sich die ersten Songs der Band. Seither hat sich aber vieles verändert. Das High School-Bankdrücken hat man anderen überlassen und die Lieder schreibt man längst selber.
Die jugendliche Unbefangenheit ist aber geblieben. Die Spinto Band klingt nach einer Spazierfahrt mit dem Velosolex an einem sonnigen Sommerabend. Spass muss sein. Hiesse die Platte „Das Geheimnis des Glücks“ oder so ähnlich, sie wäre bestimmt ein Bestseller geworden. Wobei das Vergeben dieses Labels auch bei einer Potentia Animi-Scheibe die Verkaufszahlen in die Höhe schnellen lassen würde. Von dem her...
Die Musiker nehmen sich für ihre Interpretation von Popmusik künstlerische Freiheiten und bedienen sich verschiedenen Schubladen und Referenzen. „Crack The Whip“ glänzt mit seinem fidelen Disco-Ambiente und einem bleibenden Refrain. „Late“ eifert und pedalt den Strokes nach, ohne aber den Anschluss zu verlieren. In „Oh Mandy“ trauert Nick Krill überschwänglich und nicht ohne Humor einer Mandy nach, die in den mittleren Westen gezogen ist. Das klingt dann etwa so: “Oh Mandy, Oh Mandy, Oh Mandy, Oh Mandy, so dreamy, Oh Mandy, so killing, Oh Mandy, Oh Mandy, Oh Mandy, can read me, and has me, Oh Mandy, Oh Mandy’s completely out of reach.”
„Nice and Nicely Done“ ist ziemlich verschnickschnackt und detailverliebt, aber anders wäre es ja auch kaum möglich gewesen, die sieben Bandmitglieder sinnvoll zu beschäftigen. So ist die Platte ein Sammelbecken für exklusive Lautspielereien mit Xylophonen, Mandolinen, Jahrmarkt-Orgeln und schiefen Katzenjammer-Chören („Trust Vs. Mistrust“). Bei den Spintos bleibt der Lied-Kern aber grundsätzlich stabiler und direkter als bei anderen, von Spielereien versessenen Bands, wie etwa den Unicorns oder den Fiery Furnaces. Gerade deswegen ist ein Vergleich mit den Islands, der nüchternen Ausgabe der Unicorns, wohl angebrachter.
Fazit: „Nice And Nicely Done“. Gut gemacht, Spinto Band.
Seit dem 28. April 2006 im Handel.
Anspieltipps: Oh Mandy; Crack The Whip; Late
Trackliste: 1) Did I Tell You; 2) Brown Boxes; 3) Oh Mandy; 4) Trust Vs. Mistrust; 5) Spy Vs. Spy; 6) Crack The Whip; 7) Direct To Helmet; 8) Late; 9) So kind, Stacy; 10) Mountains
similar artists: Islands, The Unicorns,
The Flaming Lips, Clap Your Hands Say Yeah, Pavement, The Arcade Fire, Fiery Furnaces, The Most Serene Republic
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Bio:
Die Spinto Band um Frontmann Nick Krill wird im Jahre 1997 in Delaware von sechs Teenagern gegründet. Zu Beginn der Geschichte kann noch keines der Bandmitglieder ein Instrument spielen. So beschäftigt man sich vorerst mit anderen Nebensächlichkeiten wie dem Malen von Album-Covern. Doch bald schon beginnt die Band, fleissig Lieder zu schreiben. Im Laufe der Bandkarriere entsteht ein enormer kreativer Output. Während man die vorherigen sechs Alben aber noch in Eigenregie vertreiben und verscherbeln muss, hat man für „Nice And Nicely Done“ endlich eine Labelheimat gefunden.