Genre: Indie-Rock / Garage Rock | Label: Warner | Unsere Wertung: 5.0/10
75ml Feinwaschmittel im Schonwaschgang wären eigentlich auch genug.
Wie Schalottenkuchen ohne Schalotten, Knoblauchbrot mit Schalotten und Schalotten ohne etwas dazu – Manchmal geil, manchmal völlig daneben.
The Subways verbindet man ja gemeinhin mit einer gehörigen Portion „Happy-Happy-Sound“, jede Menge Bier und nicht zuletzt Charlotte Coopers Beinen. Das auf simple Arrangements und ziehende Hooklines basierende „Money and Celebrity“ gesellt sich als Drittlingswerk nun praktisch lückenlos zu den beiden Vorgängern. Motto ist und bleibt: Hauptsache catchy as hell.
Mit „It`s a party“, der ersten Singleauskopplung, Opener und demnach auch Wegweiser für das ganze Album, wird allerdings sowohl instrumental, als auch lyrisch schon mal mächtig an den Nerven des Zuhörers gezerrt. Zu eingängig, zu platt, zu gross die Versuchung nach dem ersten Refrain einfach weiterzuskippen. Gleichermassen wird man dann auch bei „Kiss Kiss Bang Bang“ vor den Kopf gestossen. Wo sich früher das Paar, mittlerweile Ex-Paar, ideal ergänzt hat, singt Charlotte neu vermehrt gegen eine Soundwand, der sie mit ihrer eher kraftlos, nörgelnden Stimme wenig entgegenzusetzen hat. Hier wirkt ihre Zweitstimme während dem Versende beinahe schon wie störendes Beigemüse. „Leave My Side“ - halt mal, hört man da jetzt ernsthaft Blink-182 raus?! - erinnert anschliessend eher an Amerikanisches wie Chicken Wings als an britische Coolness. Die Quintessenz eines jeden Subway-Songs scheint dabei A + B +C = Hit zu sein. Hier werden Songs nach Schemata aufgebaut – simpel, singbar und plakativ. Leider entpuppt sich aber immer mal wieder ein Teil vom Masterpiece als anstrengend saftlos. So geschehen auch bei „Celebrity“, wo auf relativ passable Versreihen ein Refrain folgt, der in gleicher Manier wie das zuvor Erwähnte für das Reissen des Geduldfadens sorgt – spätestens nachdem man den Song das dritte Mal gehört hat.
Dass sie aber durchaus auch mal Explosives zusammenmischen zeigt „Like I Love You“. Wer hier mit ernster Miene sitzen bleibt, hat nämlich bös einen an der Backe. Mal ehrlich. Was gibt es Schöneres als skeptisch ein neues Album durchzuhören, nur um dann bei einem Song aufzuhorchen, ihn im Loop laufen zu lassen, bis man am Ende dank voll aufgedrehter Soundanlage das Haus ins Wanken gebracht hat, lautstark und dabei im Zimmer auf und ab tanzend „Baby / No one loves you quite like I love you“ schreit. Hell Yeah! Dankeschön. Da haben wir ihn, den Album-Überflieger. Drum und Gitarren pressen knackiger denn je mit einem überzeugten Drive nach vorne, dazu ein Refrain, der mit hymnischen Lyrics und jugendlichem Übermut daher galoppiert. Genau das sollte man gemeinhin unter catchy verstehen – mitreissend und doch unausgelutscht. Auch „Money“ und „Rumour“ vermögen zu gefallen. Alles zusammen dann grad noch genug, um den Rest der Platte wieder ein bisschen aus dem eckenlosen Kommerz-Sumpf zu ziehen.
Mit Money and Celebrity wird also auf einem schmalen Grad gewandert. Da geht einem der tanzende Sonnenmann mit dem 20cm Lächeln im Gesicht manchmal auf den Sack, manchmal zieht man sicher aber auch einfach selbst ein farbiges Stirnband über und tanzt mit. Das eigentliche Ziel ihrer Musik wird damit erfüllt, denn früher oder später pfeift jeder mal ein Lied nach. Wer tiefgründig vielschichtige Klangwelten betreten will, hat hier nichts zu suchen - einen Anspruch, der die drei Subwayer aber auch gar nie zu erfüllen suchten. Im Endeffekt ist also von der einstigen Rock 'n' Roll Queen, die ja eigentlich auch nur einen einzigen Song ernsthaft das Zepter in der Hand hatte, über weite Strecken nichts als ein 13-jähriges Mädchen mit rosa Plastikkrone übriggeblieben. Aber was solls? Irgendwie kommt man ja trotzdem nicht drum rum, The Subways ein kleines bisschen zu mögen. Lieb sind sie halt. Und spätestens nach drei Mass Bier grölt man auch arrhythmische, britisch ausgesprochene Zeilen wie „Wir brauchen kein Geld um zu feiern“ mit. Auch wenn man sich am nächsten Tag dafür schämt.
Seit 16. September 2011 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
Anspieltipps:
> Like I Love You
> Money
> Rumour
Diskographie:
> Young for Eternity (2005)
> All or Nothing (2008)
> Money and Celebrity (2011)
Ähnliche Künstler:
> Sportfreunde Stiller
> The Donnas