Wo „Imagniation rules the nation“ – Planet Sexor genannt – das kann nur ein schlechter Witz sein... ein allzu guter ist’s dann auch nicht, das erste Studioalbum von Rekord-Remixer Tiga, der u.a. durch Tiga & Zyntherius bekannt wurde.
Immer noch wird heftig gestampft und die Lasershow fliesst aus den Lautsprechern; schwarz, mit blauen Lichtern und hohlen Tänzerinnen. „(Far From) Home“ bietet zwar mehr als die klassische Elektrokiste, aber „You Gonna Want Me“ genau das befürchtete: Aggressiver Beat, nervige Satzwiederholung und die übliche Levelsteigerung. Und dieses Computerspielschema wird dann noch spaciger und Daft Punk ähnlich etwas anmutig, was den französischen Robotern aber weit besser gelingt. Die Qualitäten eines Tigas liegen denn scheinbar im Handwerklichen, was er auf drei guten Neuversionen präsentiert. Hier wurde der Song bereits geschrieben, Tiga blüht auf, wenn er von Public Enemy ("Louder Than A Bomb"), den Talking Heads ("Burning Down The House") oder die Nine Inch Nails ("Down In It") covert. Vor allem das Tanzbar-machen von „Burning Down The House“ ist sicherlich ein Highlight auf „Sexor“. Doch wenn eines von drei Covers der klare Lichtblick eines Albums ist, ohne restlos zu überzeugen, dann muss etwas im Konzept, am Ganzen nicht stimmen.
Start: Die Idee mit Sexor ist schön, das Symbol Planet dabei zu verwenden, weniger. Mit einigen Füllern und wenig Farbe wird Tigas eigentliches Debut dann zum typischen „Welcome to...“ – Album: Man ist froh, wenn man wieder draussen ist, konnte nur wenig geniessen und hat leider fast nichts mehr in Erinnerung.
Pause: Schwarze Ledersessel, die Nacht und der Rauch am Armdrücken, der Rausch an den Resten fressen und die Phantasie nimmt stetig zu. Ein wahrgewordener Traum, für einmal kein übermorgen, für einmal keine festen Werte, nur die Schönheit des Moments – und Tiga, der versucht dir diese Erfahrung noch schöner zu gestalten.
Stop: Tiga funktioniert im Club, doch eine gute Elektroplatte funktioniert immer und überall, es fehlt wie so oft an Inspiration und Klasse. Tempo und Lichtwechsel sind da, aber noch nicht optimal ausgenützt.
Pause egal.
Seit 3. Februar 2006 im Handel.
Anspieltipps: (Far From) Home; Burning Down The House
Trackliste: 1) Welcome To Planet Sexor; 2) (Far From) Home; 3) You Gonna Want Me; 4) High School; 5) Louder Than A Bomb; 6) Pleasure From The Bass; 7) Who’s That?; 8) Down In It; 9) The Ballad Of Sexor; 10) Good As Gold; 11) Burning Down The House; 12) 3 Weeks; 13) Brothers
similar artists: Tiga & Zyntherius, Fischerspooner, Erlend Øye
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Tigas Reputation beruht in erster Linie auf seinen exzellenten Künsten beim Platten auflegen. Das Talent hierfür scheint er von seinem Vater übernommen zu haben, den er zusammen mit seiner Mutter auf dessen Weltreisen als DJ einst begleitete. Wieder zurück im heimischen Montreal, Kanada, organisiert Tiga 1990 eine Reihe von Veranstaltungen, da ihm die Party-Kultur der Stadt zu langweilig erscheint. Ein Jahr später beginnt er richtig mit dem DJing und da die Versorgung mit den von ihm gesuchten Scheiben nicht so recht klappen möchte, eröffnet Tiga 1994 seinen eigenen Plattenladen. 1996 startet er mit zwei Teilhabern den Club "Sona", um dem Montrealer Nachtleben weiter auf die Sprünge zu helfen. Neben diesen ganzen Aktivitäten und seinen Engagements als weltweit vielbeschäftigter DJ, hat Tiga auch noch die Zeit, Remixe für die Alpinestars, Cabaret Voltaire, Felix da Housecat oder Fisherspooner anzufertigen.
Sein erstes Studioalbum heisst „Sexor“ und erschien im Februar.
Diskographie: > Sexor (2006)