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Tokyo Sex Destruction – 5th Avenue South (2005) (Transsolar/RecRec)

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von Philipp Gautschi am Freitag, 26. August 2005 in Neuerscheinungen   
Tokyo Sex Destruction – 5th Avenue South (2005) (Transsolar/RecRec)

Immerhin wissen sie, was chaotisch bedeutet.

Tokyo Sex Destruction – 5th Avenue South (2005) (Transsolar/RecRec) Man stelle sich vor, wie Tokio durch Sex statt Godzilla zerstört wird, sozusagen kaputtgef***t. Interessante, vielleicht obszöne Vorstellung. Der Name verspricht jedoch mehr als wirklich dahintersteckt, zerstörerisch wirkt die Musik zwar meistens, chaotisch und ungeplant jedoch noch mehr.

Beginne ich gleich mal mit den traurigen Fakten: die Aufnahme tönt konzeptlos, chaotisch, verwirrt, unfertig, nervös und jung. Man denkt, man stehe direkt im Übungsraum der Band und hört ihnen bei der Probe zu. Nur aus dem seltsamen Namen lässt sich schliessen, dass dies vielleicht so gewollt ist. Von Surfersound bis Musicalmusik über Punk mit wilden geschrienen Wortfetzen zu wenigen seltsamen, orientalisch angehauchten, friedlichen Passagen findet man alles und doch nichts Handfestes. Grossteils herrscht jedoch das unangenehme, nervöse Durcheinander. Die Stimme des Sängers nervt schon nach kurzer Zeit genauso wie der absolut konzeptlose Stilmix. Brillanz, instrumentelle Höchstleistungen, Melodien zum Mitsummen oder wenigstens Takte zum Mitwippen sucht man lange und findet sie nur in wenigen Passagen. Der Boden wird einem unter den Füssen weggezogen, man fällt ins ungeplante Stildurcheinander und wird währenddessen noch von der sackschwachen Stimme des Leadsängers gepeinigt. (Der tönt irgendwie stockbesoffen.) Wenn man freundlich sein will, kann man hier die Vermutung platzieren, dass die Band an schlechten Saufpartys die Bude wahrscheinlich zum Kochen bringen könnte. Nicht gerade ein nettes Kompliment, doch dieser halb-punkig-halb-rock’n’rollige Scherbenhaufen aus einfachen Riffs, melodielosem Gebrüll und nicht wirklich zu Ende überlegten Teilstücken gefällt dem grundsätzlich an harte Musik gewöhnten Gemüt des Schreibenden wirklich nicht.


Ab 5. September 2005 im Handel

Anspieltipps: keine
similar artists: hatte noch selten eine so verwirrte Band gehört, vielleicht die Hives in ihren Anfangsjahren

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Tokyo Sex Destruction stammen aus dem sonnigen Barcelona und alle vier Bandmitglieder nennen sich spassigerweise Sinclair. Dies soll als Hommage an den legendären Manager der Detroiter Punkband MC5 , John Sinclair, dienen. Sonst war die Suche nach vernünftigen Informationen über diese seltsame Band erfolglos.

Tokyo Sex Destruction – 5th Avenue South (2005) (Transsolar/RecRec)
Diskographie:   
> Le Red Soul Comunnitte (2002)
> The Big Red Box For The Syndicate Of Emotions (2002)
> Black Noise Is The New Sound (2004)
> 5th Avenue South (2005)


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