Aufsteiger Trentemøller beglückt zum ersten Mal in Albumlänge
mit melancholischer, vielschichtiger und unter die Haut gehender
Technomusik.
“The Last Resort“ beginnt, um es schon vorweg zu nehmen, gleich mit dem besten der 13 darauf vorhandenen Stücke: Das knapp achtminütige “Take Me Into Your Skin“ ist womöglich gar der beste Track von Anders Trentemøller überhaupt, dazu mit der beste Electronica-Titel, der dem Rezensenten dieses Jahr neu zu Ohren kam. Ein Blick aufs Cover genügt und der passende Soundtrack zu den aufkommenden Gedanken ist geliefert – Erst verdrängt warmes Geplucker die Kälte der Stille, nach und nach folgen mehr Elemente, der Nebel weicht und lässt den ersten Sonnenschein durch: in Form eines Vorboten des göttlichen Atemraubs, der einige Minuten später folgen wird. Erst aber stimmen wohlige Slide-Gitarren auf diesen Moment ein, in dem man Musik wieder mal höher schätzen wird als alles andere. Wie dem auch sei, wenn sich “Take Me Into Your Skin“ in den letzten drei Minuten in voller Blüte zeigt, dann bleibt nichts vom Bild des finstern Waldes auf dem Cover und auch nichts als Verzückung beim Hörer übrig.
Relativ stark innerhalb der Laufzeit verwandelt sich auch “Always Something Better“, das zuweilen und besonders zu Beginn etwas an Acts wie Sigur Ros erinnert, in einem hervorragenden Mittelteil in finsterer Coolness zu einem faszinierenden Höhepunkt aufläuft, um dann wieder in verträumten Soundflächen zu versinken. Es ist die geschickte Wahl der Elemente, die zur elektronischen Komponente hinzugefügt werden, die “The Last Resort“ zum kleinen Meisterwerk lassen werden: Seien es die Western-Gitarren im düsteren Downbeat-Stück “The Very Last Resort“, die ab und an auftauchenden Streicher, Glockenspiel, Melodika … dies alles verleiht den Stücken Wärme und Seele. Nichtsdestotrotz gibt’s auch auf “The Last Resort“ einige “kältere“ und technoide Momente: Immer wieder drängen sich verzerrte Synthies und ähnliches durch und manchmal dominieren auch nicht ganz so sanfte Beats (im knarzigen “Vamp“ zum Beispiel). Wiederum komplett anders, wie ziemlich spaciger Dub-House nämlich, klingt “Nightwalker“. So gibt sich Trentemøller auf “The Last Resort“ sehr facettenreich und zeigt dass er auf dem Weg nach ganz oben ist – darf man sich nicht entgehen lassen!
Seit 14. November 2006 im Handel.
Anspieltipps: Take Me Into Your Skin; Always Something Better; The Very Last Resort, Moan (Vocal Version feat. Ane Trolle) (nur auf der Limited Edition enthalten!)
Trackliste: 1) Take Me Into Your Skin; 2) Vamp; 3) Evil Dub; 4) Always Something Better; 5) While The Cold Winter Is Waiting; 6) Nightwalker; 7) Like Two Strangers; 8) The Very Last Resort; 9) Snowflake; 10) Chameleon; 11) Into The Trees (Serenetti Part 3); 12) Moan; 13) Miss You
similar artists: Lawrence, Isolée, Richard Davis
> Hören und Kaufen > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Bio:
Der Däne Anders Trentemøller tauchte erstmals 1997 in der öffentlichen Musikszene auf, nämlich als Teil des dänischen Duos “Trigbag“. Seine früheren Absichten, in die Welt der Rockmusik einzusteigen, verwirklichte Trentemøller damit nicht – es war tanzbare House-Musik, die er mit seinem Partner DJ T.O.M. produzierte und mit der Trentemøller zumindest in Dänemark beachtliche Aufmerksamkeit auf sich zog. Im Jahr 2000 lösten die beiden ihr gemeinsames Projekt auf und Anders Trentemøller pausierte gezwungenermassen einige Jahre. 2003 wagte er sein Comeback und veröffentlichte die “Trentemøller EP“. Die darauf enthaltenen Stücke erreichen auch DJs ausserhalb von Skandinavien, so unter anderen auch Leute vom PokerFlat-Label, die den Dänen 2005 unter Vertrag nahmen. Nach einigen gelungenen Single-Releases folgte nun in diesem Herbst das erste Album von Anders Trentemøller.