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[Playlist Archiv]
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Valentine – Ocean Full Of Tears (2005) (EMI/EMI Music)

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von Severin Bellwald am Sonntag, 24. Juli 2005 in Neuerscheinungen   
Valentine – Ocean Full Of Tears (2005) (EMI/EMI Music)

Langzeithoffnung

Valentine – Ocean Full Of Tears (2005) (EMI/EMI Music) Valentine hat entweder den Anmeldeschluss für Popstars verpasst oder sie mag es aussergewöhnlich. Während ganz Deutschland weiss, dass man für eine erfolgreiche Musikerkarriere dem Detlef D? Soost und der qualifizierten Jury gefallen muss, versucht sie, mit ihrer Musik zu gefallen.


Das Cover verrät bereits alles, was diese Scheibe für den Hörer bereithält. Eingehüllt in blütenweisse Winterkleidung und Adobe Photoshops gesamtes Weichzeichnungsfiltersortiment blickt Lip Gloss-Björk umschwirrt von kälteresistenten Schmetterlingen mit stoischem Gesichtsausdruck in die Ferne. Der bis heute aufdringlichste Versuch, die Leute zur Verwendung des überstrapazierten Begriffs der „Pop-Elfe“ zu nötigen, wird durch den dramatischen Albumtitel komplettiert. Aufgrund dieser Hinweise kann man davon ausgehen, hier hübschen Pop mit einer hübschen Stimme und vielen hübschen Liedern vor sich zu haben. Das Hören bestätigt diese Vermutungen und bietet keine Überraschungen. Zwölf Tracks, von Valentine geschrieben und komponiert (die von den beiden klassischen Elfeninstrumenten Gitarre und Klavier letzteres gewählt hat), erzählen hauptsächlich von ersehnten oder bereits vergangenen Liebesbeziehungen. Valentines Stimme ist das unumstrittene Zentrum, die unspektakuläre Unterstützung durch Gitarre, Drums und Cello unternimmt nie den Versuch, echte Akzente zu setzen.
„Ocean Full Of Tears“ hat aber gegenüber vielen anderen Produktionen den Vorteil, dass nichts künstlich heraufbeschworen wird, was nicht auch tatsächlich vorhanden ist. Geboten wird simpler, aber aufrichtiger Pop. Keiner der Songs ist ein Meisterwerk, aber eben auch keiner ein Übel, nervende Pseudoinnovationen werden gar nicht erst angefasst. Alle Tracks sind sich recht ähnlich und man kann in den flüssigen Melodien auch massenhaft bekanntes von anderen Sängerinnen ausmachen. Anzutreffen sind Aguilera,  Imbruglia, Anastacia, Wonderwall, Lene Marlin u.v.a. In den besten Momenten stolpert man auch mal über ein paar Takte Lamb oder Hooverphonic und stellt fest, dass Trip Hop diesem Mädchen wirklich gut stehen würde.
Das Ziel, ein nettes Album auf den Markt zu bringen, wurde souverän erreicht, der Charme und die Individualität, die Valentine zugetraut werden dürfen, fallen aber leider der allzu glatten Produktion zum Opfer. Es dürfen Hoffnungen gehegt werden, dass sie sich weiter - vom reinen Pop weg – entwickelt und uns in Zukunft mit ihrem Talent noch bezaubern wird. In Anbetracht ihres sehr jungen Alters mag dies erst in einigen Jahren und fernab der Charts geschehen, aber die Hoffnung lebt.


Seit 27. Juni 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Good Bye, Sad, Feel So Bad
similar artists: Lene Marlin, Hooverphonic, Fiona Apple, Beth Orton, Astrid

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Logischerweise steht die Berlinerin mit ihren 16 Jahren noch am Anfang ihrer  musikalischen Laufbahn, die sie seit ihrem 13. Lebensjahr „ernsthaft“ verfolgt. Sie hat bereits zahlreiche Live-Auftritte absolviert und dabei auch  bei Cat Stevens (sorry: Yusuf Islam) und Paul McCartney („This girl is amazing") einen bleibenden Eindruck hinterlassen.  Zusammen mit ihrer Band spielte sie auch im Vorprogramm von Meat Loaf. Ihre erste Single „Feel So Bad“ stieg in Deutschland auf Platz 26 der Charts ein.

Valentine – Ocean Full Of Tears (2005) (EMI/EMI Music)
Diskographie:
> Ocean Full Of Tears (2005)


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