Van Morrison – Pay The Devil (2006) |
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| von Rafael Werner am Freitag, 24. März 2006 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Country Label: Polydor (Universal) CH-Vertrieb: Universal Switzerland Unsere Wertung: ![]() Neue, unsinnige Begriffe wie „Irish Vegas“ erfinden
Es dreht sich nun wieder alles um die Liebe und
das Leben. Dazu die klassischen Country-Themen Sünde und Verlust plus
das liebe Geld. Ebenso klassisch wie die Themenauswahl ist auf „Pay The
Devil“ die Musik: Steel Guitar und Geigen und die üblichen Kandidaten.
Hier bleibt die Zeit stehen, mal dreht sich das Rad gar zurück. „Half
As Much“ beispielsweise – im Original aus 1951 – klingt nicht viel
frischer, „There Stands The Glass“ ebenso klassisch, aber wenigstens
mit träger Wucht und Souveränität, die cool wird, vorgetragen. Weniger
cool ist dann die Umsetzung von „Your Cheatin Heart“, ein Hank Williams
Song. Van dürfte hier mehr Mut zeigen, zumal es ein Song ist, wo man ab
Mitte der ersten Strophe die Melodie des ganzen Stücks bereits
mitsingen kann. Tun wir doch das: „When tears come down, like pourin’
rain. You’ll toss around and call my name, you’ll walk the floor, the
way I do, your cheatin’ heart will tell on you”. Das sollte übrigens
jeder tun. Und spätestens wer hier nicht gelacht hat, sollte sich die
Platte, auf Empfehlung leicht angetrunken, anhören, mitsingen und
Cowboy spielen. So oberflächlich der Kommentar, so oberflächlich diese
Platte, welche eigentlich nur in Beizen mit Durchschnittsalter 57
gespielt werden dürfte; mit junger Serviertochter, Kunden mit grossen
Augen und noch grösserem Durst und mit Standort meilenweit vom nächsten
Kaff entfernt. Ein traditionelles Bild für traditionelle Musik,
natürlich gut eingespielt und hervorragend gesungen, solid vorgetragen
und recht produziert, aber leider reicht das alles nirgends hin, oder
eben nur bis zum nächsten Stammtisch. Was fehlt: Wie wär’s mit einem
zeitgemäßen Satz, einer überraschenden Note oder einer Prise Frechheit,
und damit meine ich nicht „I’ll climb a mountain high and the world
will hear me cry“ und auch nicht: „Have to pay the devil for my music“,
von wegen. Das einzig Moderne einer schrecklich konservativen
Konserven-Platte bleibt ihre überwältigende Dose bzw. das CD-Cover.
Alle anderen Covers auf „Pay The Devil“ sind abgedroschen und
langweilig, was noch lange nicht heisst, dass dies eine schlechte
Platte wäre. Und wenn doch: Van Morrison wird’s spätestens nächstes
Jahr wieder gut machen.
Seit 3. März 2006 im Handel. Anspieltipps: This Has Got To Stop; There Stands The Glass Trackliste: 1) There Stands The Glass; 2) Half As Much; 3) Things Have Gone To Pieces; 4) Big Blue Diamonds; 5) Playhouse; 6) Your Cheatin’ Heart; 7) My Bucket’s Got A Hole In It; 8) Back Street Affair; 9) Pay The Devil; 10) What Am I Living For?; 11) This Has Got To Stop; 12) Once A Day; 13) More And More; 14) Till I Gain Control Again similar artists: George Jones, Johnny Cash, Hank Williams, Willie Nelson, Emmylou Harris > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb Bio: Van Morrison gehört wohl zu den größten noch lebenden weißen Blues-Legenden. Von Kritikern geliebt und Musikerkollegen geschätzt, wandert der am 31. August 1945 in Belfast geborene George Ivan Morrison seit dem Ausstieg bei Them 1967 auf Solopfaden. Die Anzahl seiner Gastauftritte bei Produktionen anderer Musiker übertreffen den regulären Output der meisten Bands um ein Vielfaches. Van Morrison verbindet seine einzigartige Stimme regelmäßig mit einer nicht minder einzigartigen Kombination aus Soul-, Blues, Folk- und Jazz-Elementen. Nachdem er in den sechziger Jahren zunächst als Frontmann der Rhythm’n’Blues-Band Them auf sich aufmerksam gemacht hatte, begründete er mit Meilensteinen wie „Astral Weeks“ (1968), „Moondance“ (1970), „Tupelo Honey“ (1971) und „St. Dominic’s Preview“ (1972) seinen Ruf als echter Erneuerer, dessen Schaffen sich nicht in herkömmliche Kategorien zwängen lässt. 1970 heiratete Morrison sein Brown Eyed Girl Janet Rigsbee, die er bereits 1966 kennen gelernt hatte und die als Muse maßgeblich mit seinem kreativen Output im ersten 70er Halbjahr in Verbindung steht. In den achtziger Jahren entwickelte Van Morrison auf Alben wie „Inarticulate Speech Of The Heart“ (1983), „No Guru, No Method, No Teacher“ (1986) oder „Poetic Champions Compose“ (1987) seine persönliche Vision von Spiritualität. 1988 widmete er sich auf „Irish Heartbeat“ gemeinsam mit den Chieftains seinen keltischen Wurzeln. Es folgte eine Reihe weiterer fruchtbarer Zusammenarbeiten, darunter mit John Lee Hooker („Too Long In Exile“, 1993, und „Don’t Look Back“, 1998), Mose Allison („Tell Me Something“, 1996), Georgie Fame („How Long Has This Been Going On“, 1996) sowie eine Skiffle-Session mit Lonnie Donnegan und Chris Barber („The Skiffle Sessions: Live In Belfast“, 2000). Zu Van Morrisons Solo-Höhepunkten in den neunziger Jahren zählten „Enlightenment“ (1990), „Hymns To The Silence“ (1991), „The Healing Game“ und die Outtakes- und Alternate-Tracks-Compilation „The Philosopher’s Stone“ (1999). Anders als viele andere Künstler-Biographien kennt die von Van Morrison keine plötzlichen Brüche. Gewiss, es gibt Richtungswechsel und Werkblöcke, doch das Neue wächst bei diesem Künstler immer aus dem Kontinuum des bereits Bestehenden. Diskographie: > Blowin' Your Mind (1967) > The Best Of Van Morrison (1967) > Astral Weeks (1968) > Moondance (1970) > His Band And The Street Choir (1970) > The Best Of Van Morrison (1970 > Tupelo Honey (1971) > Saint Dominic's Preview (1972) > Hard Nose The Highway (1973) > It's Too Late To Stop Now (1974) > Veedon Fleece (1974) > Stiff Upper Lip (1975) > A Period Of Transition (1977) > Wavelength (1978) > Into The Music (1979) > Common One (1980) > Beautiful Vision (1982) > Inarticulate Speech Of The Heart (1983) > Live At The Grand Opera House Belfast (1984) > A Sense Of Wonder (1985) > No Guru, No Method, No Teacher (1986) > Poetic Champions Compose (1987) > Irish Heartbeat (1988) > Avalon Sunset (1989) > The Best Of Van Morrison (1990)) > Enlightenment (1990) > Bang Masters (1991) > Hymns To The Silence (1991) > The Best Of Van Morrison Volume 2 (1993) > Too Long In Exile (1993) > A Night In San Francisco (1994) > Days Like This (1995) > How Long Has This Been Going On (1996) > Tell Me Something: The Songs Of Mose Allison (1996) > The Healing Game (1997) > The Philosopher´s Stone - The Unreleased Tapes, Volume One (1998) > Back On Top (1999) > The Skiffle Sessions - Live In Belfast 1998 (2000; mit Lonnie Donegan) > You Win Again (2000) > Down The Road (2002) > What's Wrong With This Picture? (2003) > Magic Time (2005) > Pay The Devil (2006) Foto: Corinne Imbach / foto-live.ch
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