Überzeugend und wirkungsvoll: 17 Newcomerinnen werden von ihrer Schokoladenseite präsentiert. Das Gruppenfoto macht glücklich, zufrieden und nicht zuletzt auch Lust auf mehr.
Dass es effektiv unzählige talentierte Folksängerinnen bzw. Songwriterinnen gibt, zeigt dieser Sampler schon mal ganz sicher: Ohne grosse Namen führt er uns durch 17 Stücke, wovon praktisch alle ein Mindestmass an Qualität innehaben, was so oft bei dieser Form der Musikkunst nicht der Fall ist. Die Lieder passen perfekt zusammen, erreichen aber trotzdem verschiedene Facetten des weiblich gesungenen Folk, Country und Pop. Im Gegensatz zu anderen Samplern geht es bei „Even Cowgirls Get The Blues“ aber nicht darum, den Weltrekord in Vielfältigkeit zu erreichen, sondern vermehrt um Atmosphäre und Konstanz: Glücklicherweise ist es keine dieser Compilations, die den Fehler begeht, eine schier belanglose Reihenfolge und Auswahl vorzustellen, was dann auch einen weiteren Pluspunkt darstellt, denn die CD besitzt trotz 17 verschiedenen Interpretinnen eine gewisse musikalische Handlung sowie einen Spannungsbogen, der von einem ‚normalen’ Album stammen könnte.
Schon der Opener beinhaltet typische Eröffnungsqualitäten: Sera Cahoones „Nowhere To Be Found“ macht aufmerksam, ist melancholisch, sehnsüchtig und vielversprechend. Rhythmischer und monotoner ist dann Alela Dianes Stück und Dawn Landes, die einen sehr an Heather Nova erinnert, eröffnet dann den Reigen der langsamen, süssen Songs.
Obwohl man nach der Hälfte der Lieder das Gefühl von einem Haufen gleichklingender Musik und infolgedessen auch gewisser Belanglosigkeit bekommt, bleibt jeder Track im Einzelnen doch niveauvoll und stark. Beispielsweise Lauren Hoffmann, welche an die grossen Popsongs der Martha Wainwright erinnert, vermag einen ebenso zu entzücken wie Liz Durretts „Knives At The Walls“, welches seinerseits wieder an den SFU-Finaltrack „Breathe Me“ von SIA erinnert.
Trotz der konstant hohen, überraschend guten Qualität kristallisieren sich am Ende doch zwei Highlights heraus:
Einerseits das wunderbar nüchterne, stillstehende „Johnny Cash“ von Kelly McRae, welches auch lyrisch überzeugt und andererseits die traumhaft schöne, kleine Pianoballade von Emily Loizeau, der eigentlichen Königin dieser aufsteigenden Künstlerinnen aus Europa und den USA.
Seit 29. Mai 2007 im Handel.
Anspieltipps: Emily Loizeau – To Make You Feel My Love; Kelly McRae – Johnny Cash
Trackliste: 1) Sera Cahoone – Nowhere To Be Found; 2) Alela Diane – The Pirate s Gospel; 3) Dawn Landes – Twilight; 4) Haley Bonar – Daisy Girls; 5) Sarah White – White Light; 6) Carrie Bell – Rise Off Our Feet; 7) Pink Nasty – BTK Blues (feat. Bonnie Prince Billy); 8) Liz Durrett – Knives At the Walls; 9) Lauren Hoffman – As the Stars; 10) The Innocence Mission – Brotherhood of Man; 11) Mariee Sioux – Wizard Flurry Home; 12) Bosque Brown – Fine Lines; 13) Emily Loizeau – To Make You Feel My Love; 14) Kelly McRae – Johnny Cash; 15) Jesse Sykes & the Sweet Hereafter – How Will We Know; 16) Oh Susanna – Billy; 17) Laura Gibson – Country, Country
similar artists: Faun Fables , Sophie Zelmani, Emiliana Torrini, Grey De Lisle,
Joanna Newsom , Lucinda Williams,
Feist,
Carla Bruni,
Maria Taylor, Martha Wainwright etc. etc.
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