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Violons Barbares - Violons Barbares

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von TheNoise am Donnerstag, 21. Oktober 2010 in Neuerscheinungen   

Genre: World  |  Label: NRW-France (Disques Offices)  |  Unsere Wertung: 8.0/10

Violons BarbaresWilder Steppenritt
Die Musik der Violons Barbares ist ungestüm und artifiziell, feinsinnig und roh, traditionell und weltoffen.

Hier wird mit grosser Geste angerichtet, theatralisch und effektvoll: langgezogene, voller Pathos gesungene Melodien, begleitet von einer mit rockiger Energie gespielten Morin Khuur, der mongolischen Pferdekopfgeige, und der bulgarischen Gadulka, ebenfalls ein Streichinstrument. So manche Uptempo-Passage des Trios steht den wilden Metallica-Interpretationen des finnischen Cello-Quartetts Apocalyptica in Nichts nach. Nur dass Violons Barbares nicht in düstere Metal-Clubs entführen, sondern in die Weite der mongolischen Steppe. Man spürt förmlich die Pferde vorbeigaloppieren, auf denen die geschmeidigen Reiter ihre halsbrecherischen Kunststücke vollführen.

Die meisten Lieder des Trios –  der französische Perkussionist Fabien Guyot legt für den Mongolen Dandarvaanchig Enkhjargal und dem Bulgaren Dimitar Gougov die rhythmische Grundlage – sind überliefert, drei Kompositionen stammen von Enkhajargal, dessen raue Unterton-Stimme und eindrücklicher Obertongesang so prägend ist wie die eingesetzten Instrumente. Trotz der Interpretation überlieferter Lieder ist die Musik der Violons Barbares Kunstmusik. Abgesehen davon, dass die Kombination von Morin Khoor und Gadulka völlig neu ist, klingen die Streichinstrumente feiner als man das von Volksmusikproduktionen gewöhnt ist. Das abwechslungsreiche Spiel von Fabien Guyot, der Klassik-Erfahrung und eine starke Affinität zur maghrebinischen Musik hat, pflegt den jazzigen Ansatz und trommelt wohl auf allem, was ihm unterkommt – bis hin zu Salatschüsseln und verzinkten Wärmeflaschen.

Für die Mongolen verbindet die Morin Khoor Tradition und Moderne und steht damit symptomatisch für die Violons Barbares, die nicht nur überlieferte Lieder ihrer Heimatländer neu interpretieren, sondern – wenn auch weniger spannend umgesetzt – mit Jimi Hendrix’ „Purple Haze“ auch Rockmusik in einen neuen Kontext bringen.

Seit  27. Juli 2010 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
Violons Barbares
Anspieltipps:
> Barbar Rock
> Horse Galop
> Satripiao
> Bayan Olgyi
 
Diskographie:
> Violons Barbares (2010)

Ähnliche Künstler:
> Huun-Huur-Tu
> Hanggai
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