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Vitalic - OK Cowboy (2005) (PIAS/Musikvertrieb)

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von Ivana Leiseder am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Neuerscheinungen   
Boom-boom mit Hirn

Vitalic - OK Cowboy (2005) (PIAS/Musikvertrieb)Vitalic, der sich bis anhin eher einen Namen als hervorragender Remixer gemacht hat, weitet auf seinem Debütalbum den kompromisslosen Techno aus und bietet einige experimentelle Überraschungen.

Mit dem Attribut Intelligent Dance Music, kurz IDM, ist Vitalics erstes Full-Length-Album zwar auch wieder nicht auszuzeichnen - nein, nicht wirklich -, aber die 13 Stücke auf "OK Cowboy" sind trotzdem weit mehr als nur Techno, zeigen sich doch dann und wann experimentelle, ungewohnte Strukturen, die zu gefallen wissen. So etwa im ersten, orientalisch angehauchten Track "Polkamatic", in dem verzerrte Akkordeons sich in Philip Glass'scher Manier beinahe schon zu Fugen vereinen oder in "Valletta Fanfares", das aus nichts ausser Marschtrommeln besteht, die zu ungeahnt originellen Rhythmen anheben. Auch "My Friend Dario" und "Wooo" überraschen mit netten Frauenstimmen und ungewohntem Gitarren-, resp. Orgelspiel, begleitet von interessanten Beats und elektronischen Spielereien. Nicht nur schnelle, tanzbare Tracks hat der Franzose auf Lager, auch sphärische Stücke wie "The Past" oder das erhabene "Le Trahison" erfreuen das Gehör. Während sich einige eher fröhliche oder neutrale Gebilde auf "OK Cowboy" befinden, zeigt Vitalic in "Poney Part 1" und "Poney Part 2", die beide sehr stark an The Hacker erinnern, mit verzerrten Vocals und düsteren Synthieklängen seine dunkle Seite, die dem Album willkommene Abwechslung verleiht.
Trotz allen experimentellen Ausflügen vernachlässigt Vitalic seine Wurzeln aber nicht und legt so z.B. mit "La Rock 01" oder "Newman" zwei brutale Technostücke vor, die - umza, umza, umza - die Rezensierende mächtig nerven, jedoch gutmütig übersehen werden können. Die Tatsache, dass sämtliche Instrumente auf "OK Cowboy" - so z.B. Akkordeon oder Orgel - nämlich unecht und bloss mit dem Synthesizer erzeugt sind und trotzdem dermassen echt klingen (sogar die Marschtrommeln sind nicht etwa gesampelt, sondern artifiziell geschaffen), entzückt ungemein und versetzt einen ins Staunen. Pascal Arbez alias Vitalic beherrscht sein Handwerk bestens und zusammen mit seiner unerschöpflichen Kreativität hat er ein starkes Stück Musik produziert, das - abgesehen von ein paar wenigen Makeln - überzeugt. Empfehlenswert.


Seit 25. April 2005 im Handel.

Anspieltipps: Poney Part 1, Poney Part 2, Valletta Fanfares
similar artists: LCD Soundsystem, The Hacker, Röyksopp

⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb

Bio:
Vitalic ist der Franzose Pascal Arbez. Als er als Teenager begann, Musik zu machen, war seine erste Leidenschaft der belgische New Beat. 1996 und 97 veröffentlichte er unter dem Namen Dima auf einem Unterground-Label erste musikalische Gehversuche, damals noch kompromisslosen Techno, und freundete sich mit Michel Amato aka The Hacker an. Dieser rat Vitalic, seine Tracks an DJ Hell in München zu schicken, was er auch tat. Wenig später veröffentlichte DJ Hell auf seinem eigenen Label Vitalics "Poney EP", die zu einer der meistverkauften 12-Inch-Veröffentlichungen wurde. Seit der Publikation der "Poney EP" kam es zu zahlreichen Kollaborationen und Vitalic machte sich auch einen Namen als hervorragender Remixer von Künstlern wie Basement Jaxx, Björk, Lady B. u.v.m. "OK Cowboy" (2005) ist sein erstes Full-Length-Album.

Vitalic - OK Cowboy (2005) (PIAS/Musikvertrieb)
Diskographie:
⇒ Poney EP (2001)
⇒ All You Can Eat EP (2003)
⇒ Fanfares EP (2004)
⇒ OK Cowboy (2005)


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