7 | Wovenhand - The Threshingfloor | Country/Roots Rock | Glitterhouse (Irascible) | 7.5/10 - P. Feer

Über Wovenhand und ihren charismatischen Sänger David Eugene Edwards wurde oft mehr geschrieben als über die Musik selbst. „The Threshingfloor“ beginnt so wie „
Ten Stones“ auch war, mit gewohnt heftigem Alternativecountry. Die Roots sind umfangreicher und erinnern an keltische Weisen, an indianische Kriegsgesänge, sogar an Seemansgarn. Vielseitiger, aber weiterhin rauh, hart und martend. Mit „Singing Grass“ ist Wovenhand dann noch eine wunderschöne volle Ballade gelungen, die als Abwechslung von der anderen Seite in die offene und geschundene Seele des Herrn Edwards Einblick gewährt. Genauso empfehlenswert ist das eben erschienene Album von Bassist Pascal Humbert von
Lilium.
7 | The National – High Violet | Alternative Pop, Kammerpop | Beggars 4AD (Musikvertrieb) | 8.0/10 - T. Imbach

The National lassen auch mit ihrem fünften Album nicht nach. Erneut bestechen die Amerikaner mit ideenreichen Arrangements und grossartigen Melodien. Verschmerzbar, dass das Songwriting den Pathos manchmal etwas zu wenig scheut.
11 | U.N.K.L.E. - Where Did the Night Fall | Alternative, Electronica | Surrender All (Irascible) | 8.0/10 - T. Imbach

Ein brillanter Einstand wurde U.N.K.L.E. zum Verhängnis - auch ein Jahrzehnt später bleibt "Psyence Fiction" das Mass aller Dinge. Daran ändert auch "Where Did the Night Fall" nichts, aber James Lavelle und Pablo Clements gehen neue Wege: Lärmender Rock und Psych-Pop geben den Ton an, die Trip Hop- und Breakbeat-Ursprünge hallen nur noch entfernt nach und tut dem Album erstaunlicherweise gut: Einzelne Songs wie "The Answer" sind so gut wie nichts anderes mehr seit dem Erstling.
14 | Nas & Damien Marley - Distant Relatives | Rap, Reggae | Universal | 8.5/10 - T. Imbach

Das afrikanische Erbe steht im Mittelpunkt dieses Albums, das mit etwas Glück in einigen Jahren einen legendären Ruf geniessen könnte. Legendär weil sowohl der beste Rapper aus NY als auch der jüngste Marley-Sohn in Topform sind und der Sound zeitlos ist, die Produktionen reichen von stilvollen Hip-Hop-Beats über Dub bis zu trockenem, aber detaillierten Reggae. Das hat Tiefgang, genau wie die Lyrics, auch wenn das Duo der Salbaderei manchmal gefährlich nahe kommt. Was solls, recht haben sie so oder so.
14 | LCD Soundsystem – This Is Happening | Indie Electro, Rock | Parlaphone | 3.0/10 - T. Imbach

Nach dem ersten guten folgt der beste und einzige wirklich ausgereifte Song erst ganz am Schluss, zuvor gilt es, sechs Stücke lang musikalisches Mittelmass, grenzwertige Lyrics und Grauenhaftes („Pow Wow, „One Touch“) zwischen Dance-Punk, Synth-Pop und Electronica zu überstehen. Was ist da nur passiert?
21 | Stornoway – Beachcomber's Windowsill | Folkpop | 4AD (Musikvertrieb) | 6.0/10 - P. Feer

Wer den Videoclip zu „Zorbing“ gesehen hat, der weiss schon einiges über die Band aus Oxford. Holzfällerhemden, hoher und hallender Fleet Foxes Männergesang und ein nettes, kleines Orchester, das zwischen Gesang und britischer Melancholie tröten, klimpern und trällern darf. Das ist nicht ganz alles: Beeindruckend ist vor allem die süsse und hochgeschätzte Reisestimmung, die auf dem ganzen Album zum aufkommt. Trotzdem würde ich unterwegs anderes vorziehen, da man nach mehr als drei Songs hier ein bisschen Bodenständigkeit und Substanz vermisst.
21 | Stone Temple Pilots – dto. | Alternative, Rock‘n‘Roll | Atlantic (Warner) | 5.5/10 - M. Messerli

Die Comeback-Wut geht weiter und da dürfen natürlich auch die Stone Temple Pilots nicht fehlen. Ihren Ruf als Trittbrettfahrer werden sie damit nicht unbedingt los, den Beweis ihrer Daseinsberechtigung jenseits der 90er hingegen bleiben sie uns auf „Stone Temple Pilots“ schuldig. Wenig originell beissen sie sich am eigenen Rock‘n‘Roll-Anspruch fest, auch wenn sich Scott Weiland gar am lakonischen Josh Homme versucht („Hickory Dichotomy“). Momente wie „Adhesive“ oder „Seven Caged Tigers“ sucht man jedenfalls vergeblich, dafür kriegt man: vernünftiges Kantinenfutter.
28 | Rasmus Kellerman – The 24th | Singer/Songwriter | Startracks (Irascible) | 7.0/10 - P. Feer

Tiger Lou wurde immer schon mit Songwriter Rasmus Kellerman gleichgesetzt und wahrgenommen. Nach dem rockenden „A Partial Print“ muss „The 24th“ deswegen eine bewusste Entscheidung gewesen sein, mal wieder ganz solo zu arbeiten. Schön ist das unaufgeregte Debüt geworden. Es verlangt einiges hinter der gewöhnlichen Stimme und den einfachen Lyrics mehr zu verspüren. Und in vielen Momenten schafft es Kellerman mit ausdrucksstarken Melodien eine wundersame Stimmung zu erzeugen.