Eine Monatsrückschau, die eigentlich mehr ein Rückblick auf noch nichts
besprochenes aus dem ganzen letzten halben Jahr ist. Mit Gillian Welch,
Shabazz Palaces, Limp Bizkit, The Middle East, Ära Krâ, James Pants und
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24 | Limp Bizkit - Gold Cobra | Rap-Metal, Pop-Rock | Interscope | 5.5/10 – T.Imbach Jeder wird älter, nur Limp Bizkit nicht - "Gold Cobra" klingt ein bisschen wie das Resultat einer Verjüngungskur, so wütend und kraftvoll waren die Amerikaner seit "Significant Other" nicht mehr. Klar, Titel wie "Shark Attack" oder "Autotunage" lassen nicht gerade viel Positives erwarten, sondern klingen eher wie Ankündigungen zu echten Albträumen jedes vernünftigen Musikhörers (was sie erstaunlicherweise dann doch nicht sind, sind gerade die beiden Stücke klare Highlights des Albums!) , aber hier finden Limp Bizkit doch tatsächlich zu dem toughen Rap-Metal-Sound ihrer zwei ersten Alben zurück. Alles wieder beim Alten also, nur wir nicht mehr.
28 | Shabazz Palaces - Black Up | Alternative Rap | Sub Pop | 8.0/10 – T.Imbach Die
New Yorker Folk-Chanteuse Gillian Welch veröffentlicht im Jahrzehnt
zwei Alben, ganze acht Jahre ist es seit "Soul Journey" her, doch das
Warten lohnt sich bei einer wie ihr: Einflüsse früher Country-Musik aus
den Appalachen geben den Ton an, die dunklen Lyrics sorgen für stimmige
Southern Gothic-Atmosphäre. Zehn grossartige Songs, "Tennessee", der
grossartigste darunter, übersteht wohl alle Zeit.
28 | Gillian Welch - Harrow & the Harvest | Americana | Acony Records | 8.0/10 – T.Imbach Die
New Yorker Folk-Chanteuse Gillian Welch veröffentlicht im Jahrzehnt
zwei Alben, ganze acht Jahre ist es seit "Soul Journey" her, doch das
Warten lohnt sich bei einer wie ihr: Einflüsse früher Country-Musik aus
den Appalachen geben den Ton an, die dunklen Lyrics sorgen für stimmige
Southern Gothic-Atmosphäre. Zehn grossartige Songs, "Tennessee", der
grossartigste darunter, übersteht wohl alle Zeit.
April | Ära Krâ - Ferne Tage | Post-Black Metal / Metalcore / Post-Rock / Folk | Bandcamp | 8.0/10 – S. Kolb „O schweren Herzens gehe ich hinfort, schleppe mein geschwärztes Gemüt“. Nein, das ist nicht Goethes Werther oder Faust, auch wenn die etwas archaische Ausdrucksweise und der Herzschmerz vermuten lassen könnte. Ära Krâ – eine gesichtslose Gruppe aus „gestandenen Musikern“ - bedient sich musikalisch an Black Metal ohne das Brimborium um Satan, Corpsepaint und Nihilismus mitzumachen. Sie lassen sich nicht um Einflüsse aus Post Rock, Metalcore und Folk bringen, die dem Album eine sehr individuelle Note verpassen. Ära Krâ besingt nicht nur die dunkeln Seiten des Lebens. Manchmal sind sie für eine Metal-Band unerhört zuversichtlich: „Bewahre die Zeit und das, was sie verspricht. Aus rostigen Stunden wachsen goldene Tage, glänzt bis zum Tod in ihnen das Licht.“ Und mit „Flieder“ gelingt der Band die erste und einzige gänzlich unpeinliche Black-Metal-Liebesballade, die ich kenne.
Ein Ohr zu riskieren kostet im wahrsten Sinne des Wortes nichts: Als „Name Your Price“ auf Bandcamp.
http://aerakra.bandcamp.com/
April | Ich und mein Tiger (mit Streichquartett) | Deutsch-Pop / Singer-Songwriter | Toolboxx | 6.0/10 – S. Kolb Ich und mein Tiger machen es dem potentiellen Käufer leicht. Wer einen Satz mit 28 Worten auf das Cover druckt, den man zweimal lesen muss, um ihn zu verstehen, haftet sich selbst das Etikett „Diskurspop“ an. Ganz so kompliziert und anstrengend wie erwartet wird es aber auf der CD nicht. Die Texte bleiben relativ einfach und eindeutig, leider über Strecken hinweg auch ein bisschen geschraubt und harmlos. Wer gerade eine schmerzhafte Trennung hinter sich hat und versucht, mit Knyphausen- und Kettcar-CDs den Herzschmerz zu kurieren, könnte mit der „Was uns bleibt EP“ einen weiteren Gefährten finden.
Februar | Earth Flight - Blue Hour Confessions | Progressive/Doom Metal | Recent Records | 5.5/10 – S. Kolb Eine Platte mehr über die „blue hours“. Das Quartett aus Nürnberg bezieht sich dabei auf eine Vielzahl von musikalischen Einflüssen, über die sie in Interviews minutiös Auskunft geben: von Anathema, Porcupine Tree und Black Sabbath über Muse bis De La Soul (!). Manchmal ist durch die stilistische (Über-?) Breite kein roter Faden findbar. Nach einem etwas harzigen Einstieg, der mit Keyboard-Kleister vollgepappt ist, wird „Blue Hour Confessions“ immer besser bis mit „Tideland“ der Höhepunkt und die Essenz des Albums erreicht wird. Danach flacht das Album wieder etwas ab. Unter anderem, weil Earth Flight das Elektro-Schlagzeug anschliessen und Radiohead nacheifern. Etwas mehr Einheitlichkeit und Deutlichkeit hätte dem Album gut getan.
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