13.7 | Sun Kil Moon – Admiral Fell Promises | Alternative Pop/Rock | Caldo Verde | 7.0/10
- P. Feer

Ein alter Titelsong, neue Gitarre und neue Ideen. Anders kann man das
auf Mark Kozelek und Nylonguitarre reduzierte Album nicht beschreiben. Es ist kein
Soloalbum, keine Sammlung an Hits, aber es ist auch nicht wirklich Sun Kil Moon, deren
Alben „Ghosts of the Great Highway“ und „
April “ damit glänzten, dass eine ganze Band
versucht, ruhige, aber immer melodramatische Songs zu kreieren. Bei „Admiral Fell
Promises“ ist viel Herzblut, Können und Geschick dabei. Aber es braucht zum ersten Mal eine
gewisse Anstrengung die berührenden Lyrics und der abwesenden Stimme zu lauschen
und die Spannung herauszuhören.
16.7 | Dr. John - Tribal | New Orleans R&B | Proper Records | 8.0/10
- T. Imbach

Dr. John macht in den letzten Jahren eigentlich auch wieder alles
richtig. Er besinnt sich seiner Stärken, auf Tribal ist er auch so
wieder als ”Night Tripper” unterwegs, das Cover des Albums deutet es
bereits an. Erinnerungen an die frühe Sternstunde ”Gris Gris” werden bei
Stücken wie ”Mancovas” oder ”Sleepin' in my bed” unweigerlich wieder
wach. Und dazu viel New Orleans R&B mit Schwenkern Richtung Latin
und Folk, zeitlos klingend und zeitlos gut, und auch der Doktor selbst,
einer DER essentiellen Musiker Amerikas, scheint nicht zu altern.
20.7 | Major Lazer - Lazers never die EP | Electro, Dancehall, Dub | Mad Decent | 6.0/10
- T. Imbach

Major Lazer war nicht ein einmaliges ”Vergnügen”, das beweisen Diplo
& Switch mit zwei neuen Songs auf dieser EP. Keine Melodie, dafür
Polizeisirenen, Marschtrommeln und karge Techno-Beats bilden in ”Sound
Of Siren” eine Steilvorlage für M.I.A. und (erstklassig!) Busy Signal.
Viel entspannter gehts im dubbigen “Good Enuff” her und zu – Major Lazer
können offenbar auch Geschmack beweisen. Den Rest der EP machen drei
Remixes, einer für den Club (Buraka Son Sistema wagen sich an ”Bruk
Out”), einer für die Headz (K.L.A.M.'s lassen in ”Can't Stop Now”
Dubstep auf Jungle auf Rocksteady treffen) und einer für den Kopf (Thom
Yorkes stellt einem Raggamuffin sphärischen Dub-Techno zur Seite). Nicht
nur für Fans.
10.8 | The Budos Band - III | Deep Funk, Funk Rock |
Daptone | 8.0/10
- T. Imbach

Die New Yorker scheinen leicht verstimmt zu sein, der
Grundton des Albums ist es auf jeden Fall. Die
sommerlich-zurückgelehnten Stimmungen der ersten beiden Alben kann man
lange suchen, die Budos schlagen mit den düster-rockigen Funk-Sounds eine
neue Richtung ein. Spannend!
13.8 | Esperanza Spalding - Chamber Music Society | Vocal Jazz, Modern Jazz, |
Heads Up | 8.5/10
- T. Imbach

Auch ihr drittes Album ist ein grosses Versprechen für die Zukunft der modernen Musik. Auf "Chamber Music Society", Teil 1 einer Serie ("Radio Music Society" soll nächsten Frühling folgen) spielt die 26-jährige Multiinstrumentalistin und Sängerin mit Ansätzen aus Bossa Nova, Tango, Flamenco, europäischer Klassik, zeitgenössischem Jazz und zusammen mit fantastischen Musikern wie Terri Lynne Carrington oder dem legendären Milton Nascimento. Eines der Alben des Sommers, nicht nur im Jazz, das ist lange nicht mehr nur Jazz, sondern grenzensprengend.
17.8 | John Mellencamp - No Better Than This | Roots, Americana | Rounder | 8.5/10
- T. Imbach

Was gut werden musste, wurde gut: Für sein 21. Album begab sich Mellencamp mit einem Mikrofon und einer Handvoll bester Musiker (u.a. Marc Ribot, T-Bone Burnett) auf eine Reise durch die Südstaaten, spielte in berühmten Kirchen und legendären Studios und kehrt mit einigen der schönsten Songs seiner bald 40-jährigen Karriere an die Öffentlichkeit zurück.
27.8 | David Dondero – # Zero with a Bullet | Experimental Pop, Indie Rock | Affairs of the Heart | 7.0/10
- P. Feer

Das neue Album des rastlosen Troubadours und Weltreisenden kann es
anfangs nicht genug eilig haben und kommt roh und kantig daher. Nur
Donderos brüchige Stimme, die hier mehr denn je an eine Mischung von
Daniel Johnston, Tim Kasher und
Conor Oberst erinnert, verlangsamt den
anbrausenden Schnellzug manchmal. Auch die Aufnahme dauerte nach
Donderos Aussage nur zwei Stunden, kein Wunder also war der nicht
unbekannte bärtige Bruder von Mike Mogis und Saddle Creek-Freund, AJ
Mogis, mit am Werk. Diese Einfachheit und Dringlichkeit überzeugen vor
allem auch, weil kein Ausfall zu verzeichnen ist. David Dondero nimmt
viele Geräusche und Rhythmen aus der weiten Welt mit, genauso
unterhaltend fühlt und hört sich „# Zero with a Bullet“ auch an und
lässt sich treffend mit dem Namen der letzten und deutlich schwächeren
Platte bezeichnen: „Simple Love“.
Übrigens ist Dondero vom 9. bis
11. September in Zürich (La Catrina), St. Gallen (Tankstelle) und
Lausanne (Brasserie du Chateau) zu sehen.