’Nobody move, nobody get hurt’: Ein absolut fairer
Titel um ein Album zu eröffnen. Bei diesem Stück ist jedoch die Gefahr,
sich ernsthaft auf dem Tanzparkett zu verletzen auf Stufe 5
einzustufen, würde man Tanzstücke sowie deren Unfallrisiko für
Zuhörende mit der Gefährlichkeit von Lawinenhängen vergleichen. Ein
Brüller sondergleichen, welcher selbst im normalen Leben hiphopende
Kolleginnen im Auto grinsend umherjucken lässt. Weiter geht’s im
mittlerweile gewohnten Takt, immer lüpfig, immer kreativ, verspielt,
melodiös, super. Ein Album, welches sich lückenlos in die Reihe der
grandios spassigen Alben ähnlicher Bands der vergangenen zwei Jahre
einreiht, sämtliche Genreliebhaber haben bis zum nächsten Streich bzw.
bis zur nächsten Band wieder was zu feiern. Ausserdem muss ich hier
gestehen, dass ich schon seit längerem auf das Comeback des
Gesichtsschmuckes schlechthin, des Schnauzes, warte. Bassist Chris Cain
trägt dieses Wunder der Körperbehaarung samt Grossvaters Brille voller
Stolz, sieht schlicht und einfach stilvoll aus. Die very british
erscheinenden New Yorker erinnern teilweise schon ziemlich stark (wenn
man dem Gitarrenspiel die volle Aufmerksamkeit widmet) an Interpol oder
The Fever. Stört jedoch niemanden, wir lieben diese Bands schliesslich.
Trotzdem haben sie ihren eigenen Stil, ihren eigenen, unwahrscheinlich
zupackenden Groove, reihen mit beinahe englischer Disziplin Ohrwürmer
aneinander, schmeissen mit witzigen Gitarrensoli um sich und schlagen
das Zeug im Sinne von Schlagzeug ultrapräzise. Das Album kommt so gut
wie ohne Balladen aus (gut, ’Textbook’ ist etwas langsamer), ist also
so gut wie durchtanzbar. Der Rock rockt hingegen manchmal beinahe bis
Punk, erreicht dessen Einfachheit aber glücklicherweise nie ganz. Drei
Daumen nach oben und ich muss ständig an einen eigenen, persönlichen
ganz bestimmt grausam sexyen Oberlippenbart denken…
Seit 24. Februar 2006 im Handel
Anspieltipps: Nobody Move, Nobody Get Hurt; The Great Escape; Worth The Wait;…
Trackliste: 1) Nobody Move, Nobody Get Hurt; 2) This Scene Is
Dead; 3) Inaction; 4) Can’t Lose; 5) Callbacks; 6) Cash Cow; 7) It’s A
Hit; 8) The Great Escape; 9) Textbook; 10) Lousy Reputation; 11) Worth
The Wait; 12) What’s The Word
Similar Artists: The Fever, Interpol,
Maximo Park,
Editors ,
The
Departure , Franz Ferdinand,
Arctic Monkeys, Killers, Bloc Party,
Kaiser
Chiefs,
The Bravery, The Futureheads, The Others, Babyshambles
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb
Bio:
"Schlaue, kritische Geister mit exzellentem Geschmack und geilen
Körpern" seien sie. Die New Yorker behaupten zumindest, dass ihre Fans
dies von ihnen behaupten. Zur Entstehung der Band ist soweit folgendes
bekannt: Schlagzeuger Michael Trapper und Bassist Chris Cain (der Mann,
der den unbezahlbaren Wert von Schnäuzer und 80er-Brille zu schätzen
weiss) lernen sich an der Uni kennen und gründen eine Band. Gitarrist
Keith Murray stolpert später zur Formation. Dank Bierideen im Pub (bzw.
lustigen Namen für Songs) beginnt man zusammen zu musizieren und nennt
sich, dank einem Trucker welcher anno 2001 beim Umzug ins mietfreie
Haus von Keiths Grosseltern die Burschen fragt ob sie Brüder oder
Wissenschaftler seien, Wissenschaftler. Die Fangemeinde wächst rassig
und 2005 gelingt der Deal mit Virgin. Momentan befinden sich die Knaben
auf Europatournee. Wer die Konzerte in Fribourg und Zürich verpasst
hat, hat wirklich was verpasst, es hätte sich gelohnt, mir machten sie
jedenfalls mehr Spass als die Kaiser Chiefs.
Diskografie:
> With Love And Squalor (2006)