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Willard Grant Conspiracy - Paper Covers Stone

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von Peter Gisler am Donnerstag, 15. Oktober 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Americana / Folk  |  Label: Glitterhouse Records (Irascible)  |  Unsere Wertung: 7.0/10

Paper Covers StonePorentief rein
Ähnlich wie And Also The Trees auf ihrem letzten Album, präsentieren nun auch Willard Grant Conspiracy einige ihrer alten Songs neu und musikalisch aufs Wesentliche reduziert. Die abgeschminkte Variante heisst „Paper Covers Stone“ und das Ergebnis steht ihnen wirklich gut zu Gesicht.

Ich finde ja jegliche Form von Minimalismus äusserst sympathisch, in der Musik schätze ich diese Eigenschaft jedoch besonders. Gitarre und Gesang reichen auch meistens völlig aus, doch als ich Willard Grant Conspiracy letztes Jahr live erleben durfte, habe ich begeistert festgestellt, dass diese Band es schafft - selbst mit einem Dutzend Musikern und Musikerinnen auf der Bühne - unglaublich harmonisch zu wirken. Darum war ich auch besonders gespannt, wie sich denn „Paper Covers Stone“  anhören würde, wo doch nun in den meisten Songs nur noch zwei oder drei Musiker gemeinsam aufspielen; namentlich Robert Fisher (Gesang, Akustische Gitarre) und David Michael Curry (Gesang, Geige, Gitarren, Kontrabass). Unterstützt werden sie von Sean O’Brien (Gesang, Gitarren) und Steve Wynn (Gesang, Gitarren, Mandoline, Mundharmonika, Piano).

Der erste Song „Soft Hand“ weckt bei mir gleich einige Erinnerungen. Ein Song, der ob nun live oder auf dem Album „Regard the End“ mit all den vielen Instrumenten eine wunderbare Dynamik entwickelt und nun auf „Paper Covers Stone“ einfach und minimalistisch daher kommt. Mag sein, dass der direkte Vergleich im ersten Moment klar zu Ungunsten der reduzierten Version ausfällt, aber schon beim zweiten Blick wickelt Robert Fishers gefühlvoller Bariton gewohnt um den Finger. Schliesslich sind sein Gesang und seine oft sehr traurigen Geschichten die schönsten Waffen der Willard Grant Conspiracy. Es macht also durchaus Sinn, wenn Robert Fishers Stimme auf dem neuen Album nicht mehr ganz so pompös, mit allerlei Instrumenten, untermalt wird. Ein netter Lidschatten ist ja auch viel hübscher, als sich das ganze Gesicht voll zu malen. In diesem Sinne ist auch „Paper Covers Stone“ ein durchaus gelungenes Ergebnis, welches am Ende gar mit einem Tom Waits Cover aufwartet. Mit „The Ocean Doesn’t Want Me“ hat sich Robert Fisher auch da nicht gerade einen sehr fröhlichen Song ausgewählt. Die Umsetzung ist aber durchaus gelungen, um einiges länger und eine Spur dramatischer als das fast gesprochene, und natürlich, unerreichte Original.

Es fällt schwer einzelne Songs heraus zu heben. Der Zusammenhalt auf „Paper Covers Stone“ ist einmal mehr Robert Fishers Stimme. Auch wenn diese minimalistisch gehaltenen Versionen durchaus gefallen, vermisst man doch etwas die unwiderstehliche Dynamik, die diese Band mit ständig wechselndem Line-Up  zusammen lostreten. Vielleicht hat mich dieses Konzert auch viel zu sehr begeistert, so dass sich dieser lebendige Eindruck verschwörerisch in meinem Kopf und in meinem Herz eingebrannt hat und mich nun bei dieser Rezension etwas blendet. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass sich nach einiger Zeit und nach ein paar weiteren Hörduchgängen auch „Paper Covers Stone“ als eine wahre Schönheit herausstellt, welche sich auch ohne Lippenstift, Rouge, Eyeliner definitiv sehen lassen kann. Denn schon jetzt ist es ein wirklich hübsches Werk.

Seit 31. Juli 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Willarfd Grant ConspiracyAnspieltipps:
> Soft Hand
> Fare Thee Well
> Painter Blue

Diskographie:
> 3 A.M. Sunday at Fortune Otto’s (1996)
> Flying Low (1998)
> Weevils in the Captain’s Biscuit (1998)
> Mojave (1999)
> Everything’s Fine (2001)
> In the Fishtank (2001)
> Regard the End (2003)
> Let It Roll (2006)
> Pilgrim Road (2008)
> Paper Covers Stone (2009)

Ähnliche Künstler:
> Mark Eitzel
> Edith Frost
> Silver Jews
> Howe Gelb
> The Walkabouts
> Giant Sand
> Lambchop
> Jim White
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