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Yann Tiersen - Black Session (2005)

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 18. Januar 2006 in Neuerscheinungen   
Genre: Alternativer Pop
Label: Virgin Music
CH-Vertrieb: EMI Music
Unsere Wertung: Yann Tiersen - Black Session (2005)

Flackern und Schritte im Dunkeln
Yann Tiersen - Black Session (2005) Nachschub für hiesige Tiersen-Bewunderer, die im letzten Jahr trotz mehrerer Neuveröffentlichungen noch nicht genug kriegen konnten: Mit der 1998 aufgenommenen "Black Session" wird wieder in die bekannte Welt der Violinen, Akkordeons und Glockenspielklänge, der bezaubernden Melodien und anmutigen Stimmen eingetaucht…

Eine meiner letztwöchigen Erkenntnisse - wahrlich nicht besonders weltbewegend, aber trotzdem nicht wirklich unnütz - war die folgende: Dieses Album passt perfekt in den Winter, zu Spaziergängen durch die kalte, dunkle Nacht, der ideale Soundtrack zu dem vorsichtigen Gang auf dem eisglatten Weg oder dem Wärmen am Kamin. Das vorliegende Album ist eine der bekanntesten "Black Sessions", dieser meist ziemlich tollen Konzerte, mit welchen der in Frankreich äusserst beliebte Bernard Lenoir in seiner Radio-Live-Show "C'est Lenoir" immer wieder zu begeistern vermag. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um eine aktuelle Aufnahme; die "Black Session" von Yann Tiersen und seinen geladenen Gästen wurde im Dezember 1998 aufgenommen und im darauf folgenden Jahr in Frankreich auch als CD veröffentlicht. Mit der vorliegenden Re-Issue wird nun auch der nicht-französischen Hörerschaft die Chance gegeben, ohne grösseren Umstände in den Genuss dieses hörenswerten Konzerts zu kommen. Genug der Einführung, zurück zur Musik: Die erweist sich als düster-frostig und voller Wärme zugleich, mit verstärkter Melancholie und adäquater Instrumentierung gibt Yann Tiersen dem Hörer die Möglichkeit, Stücke von frühen Alben wie "Tout est calme" oder "Le Phare" in einer etwas anderen Art kennen zu lernen. Begleitet von begnadeten Musikern wie Françoiz Breut, Dominique A, Neil Hannon (Divine Comedy), Bertrand Cantat (Noir Désir) oder den Têtes Raides gelingt es Tiersen, mit äusserst stimmungsvollen und vielseitigen Klängen zwischen alternativem Pop, Kammer- und Folkmusik zu betören. In qualitativer Hinsicht übertroffen werden die originalen Aufnahmen solch wunderbarer Stücke wie "La Noyée" zwar nicht, aber das tut dem Hörvergnügen keinen Abbruch. Besonders interessant sind die Titel, die nicht aus Tiersens Feder stammen: Das jazzige "Roma Amor", bei dem Originalinterpret The Married Monk gleich mit von der Partie ist, darf man ruhig zu den Highlights zählen - die Interpretation von Bowies "Life on Mars" ebenfalls.
"Black Session" kann vor allem dem Kenner Tiersens nahe gelegt werden. Wer, wie viele andere, nur den Amélie-Soundtrack kennen sollte, der im Übrigen zu grossen Teilen auch "nur" aus Kompositionen von anderen Alben Tiersens besteht, wird mit "C'était ici" oder einem regulären Album zum Einstieg besser bedient sein. Nicht zuletzt auch, weil die Songs auf "Black Session" vor allem dann einen besonderen Reiz haben, wenn man auch die Studio-Aufnahmen kennt.


Seit 14. Oktober 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Roma Amor (avec the Married Monk), A ton étoile (avec Bertrand Cantat)
Trackliste: 1) Sur le fil; 2) Geronimo (avec Neil Hannon); 3) Life On Mars (avec Neil Hannon); 4) La rupture; 5) Monochrome (avec Dominique A.); 6) Les bras de mer (avec Dominique A.); 7) Roma Amor (avec the Married Monk); 8) Tout est calme; 9 A ton étoile (avec Bertrand Cantat)10) La crise; 11) Les forges (avec Françoiz Breut); 12) La noyée (avec les Têtes Raides); 13) Ginette (avec les Têtes Raides); 14) La terrasse; 15) Bon voyage (avec Mathieu Boogaerts); 16) Le quartier
Similar artists: Dominique A stellenweise, manchmal vielleicht auch sowas wie Lhasa, aber im Grunde viel zu eigenständig, um hier etwas nennen zu können, das unbestreitbar zutrifft.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Mit seiner einzigartigen Musik, die französische Folklore, Strassenmusik, Chanson und Musette aber auch Rock, Minimal Music und Klassik vereint, galt der 1970 in Rennes in der Bretagne geboren Multi-Instrumentalist Yann Tiersen lange Zeit als Geheimtipp. Nach drei tollen Alben machte sich Tiersen an das Werk, welches ihn schlussendlich auch über die Landesgrenzen hinaus berühmt machen sollte. Im Jahr 2001 schrieb beziehungsweise verwendete er frühere Kompositionen für die Filmmusik zu Jean-Pierre Jeunets kleinem Meisterwerk "Die Fabelhafte Welt Der Amélie". Die schlicht wunderschöne Musik trug einen grossen Teil zu dem Zauber von "Amélie" bei.  Bis heute hat der höchst kreative Bretone 7 Studioalben als auch je zwei Live-Alben und Filmsoundtracks veröffentlicht.

Yann Tiersen - Black Session (2005)
Diskographie:
> La Valse des monstres (1995)
> Rue des cascades (1996 / 1999)
> Le Phare (1998)
> Tout est calme (1999)
> Black Session (Live) (1999 / 2005)
> L'Absente (2001)
> Le Fabuleux Destin d'Amélie Poulain (Bande originale du film) (2001)
> C'était ici (Double album live) (2001)
> Good bye, Lenin! (Bande original du film) (2001)
> Yann Tiersen & Shannon Wright (2005)
> Les Retrouvailles (2005)


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