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ZAZ - ZAZ

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von Sophie Müller am Mittwoch, 30. März 2011 in Neuerscheinungen   

Genre: Chanson  |  Label: Sony (Sony)  |  Unsere Wertung: 6.0/10

zaz.jpgDe A à Z
Lebenslust und positive Energie verpackt in typisch französischen Chansons mit einer Prise Jazz. Und viel Marketing.

Zaz schwimmt momentan gerade auf einer Erfolgswelle. In Frankreich ist sie ein Superstar, hat schon ein wenig überall Konzerte abgehalten und behauptet diesen Beruf schon seit zehn Jahren zu tätigen. Sie hat schon mit einem dutzend verschiedener Bands gespielt, ist in Russland und Ägypten aufgetreten und gewann nun diesen Monat die Victoire de la musique, einer der wichtigsten französischen Musikpreise. Und dank der Aufmachung der Special Edition Doppel-CD und der Presse merkt man auch, wie mächtig stolz die Franzosen auf ihre junge Piaf in spe sind. Leider schreit das Ganze derart nach Marketing, dass es einem fast verleiden könnte, das Album durchzuhören. Aber dann hört man doch rein, und ihre Musik nimmt uns mit auf eine Reise wo die Sonne scheint und einem diese Tatsache bereits fürs glückliche Leben genügt. Mit ihrem Song "Je veux" predigt sie nämlich in Frankreich schon seit letztem Jahr wie wenig sie zum Glücklichsein brauche: Die Suite im Ritz wolle sie nicht und mit der Limousine wisse sie auch nicht wohin, nur Freiheit und Liebe seien ihr wichtig.

Isabelle Geoffrey - so heisst die junge Französin mit bürgerlichem Namen - strotzt vor Lebenslust, und man merkt es ihrer Musik an. Die ersten paar Lieder sind sich zum Verwechseln ähnlich, gute Laune verpackt in Kontrabass, Gitarre und einigen Klaviernoten. Zaz's Stimme ist stark, sie klingt zwar etwas heiser und ist somit eher gewöhnungsbedürftig, aber sie schmettert ihre Songtexte dahin – ein Vergleich mit Edith Piaf erscheint vom ersten Satz an selbstverständlich. Deswegen ist es auch nicht erstaunlich, dass das zehnte Lied auf ihrem Album eine Coverversion von Piaf's "Dans la rue" ist, bloss vom Klavier begleitet. Zaz scheint ein fast schon kitschig positives Energiebündel zu sein. Ihre Musik spricht vom Vertrauen ins Leben, der täglichen Glückseligkeit und der Liebe. Nur "Fée" ist zwar voller Poesie, aber irgendwie verstörend traurig: Das Lied erzählt die Geschichte einer Fee die Zaz auf dem Dach gefunden habe und die nie mehr fliegen könne, weil ihre Flügel verbrannt seien. Auch auf dem das Song "Trop sensible" stellt sich eine melancholische Stimmung ein, ihre Stimme zittert unangenehm und die Länge der Sätze sprengen den Takt der Musik.

Der Opener "Les passants" beginnt ganz sanft, mit einigen unschuldigen Spieldosenklängen und verwandelt sich dann nach und nach in ein jazziges Etwas, mit wunderbar Django Reinhardtersken Gitarrenpassagen und Schabadabu-Scatgesang à la Ella Fitzgerald. Beim Booklet ist übrigens die systematische Übersetzung der Songtexte ins Deutsche positiv anzumerken. Alles in allem ein gelungenes Album mit Songs, die gut im Ohr bleiben und den Sommer anklingen. Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Erfolgswelle auch anhält.

Seit 4. März 2011 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Anspieltipps:
> Les passants
> Le long de la route

Diskographie:
> ZAZ    (2011)

Ähnliche Künstler:
> Edith Piaf
> Caro Emerald
> Ayo
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