Zola Jesus - Stridulum II |
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| von Philippe Feer am Dienstag, 24. August 2010 in Neuerscheinungen | |
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Nika Roza Danilova hat ihrer Stridulum EP vom Frühjahr drei weitere Songs angehängt und das irreführende Cover arg verzogen und verblasst. Vor lauter Emotionslosigkeit wird Stridulum II nach überlangem Genuss zur Plage.
Zola Jesus erfüllt alle Bedingungen für das grosse Klischee: Die schwarz/weisse Schminke, die Kindheit in den Wäldern Wisconsins, der russische Name und die gewaltig aufgedunsene Opernstimme. Nach Tiny Vipers und Soap & Skin kommt jetzt der brachialste Teil des weiblichen Gothic-Revivals; unmittelbar dem Industriequartier zugewandt. Keine traurigen Märchen, keine verlassenen Spielplätze, keine bösen Träume. Bloss Dunkelheit, Helligkeit und eine Portion Nichts. Keine Ahnung, ob der Hörer Hoffnungslosigkeit oder das Gegenteil hört, dies ist mit Sicherheit starker Tobak. Ein Nichts entsteht nur deshalb, weil das Rezept eine Mischung aus vielem und doch nicht allzu kompliziert ist: Grosse Worte, Geigen und Synthesizer und eine flehende, langsame Stimme in Dauertrance. Was „Stridulum“ bedeutet, weiss ich nicht, aber es ist die perfekte Lautmalerei vom Song „Run Me Out“, einem bedächtigen Totentanz, welcher mit Geigen in Schwung gerät, mitschwingt und mitklirrt und nach einer Weile genau gleich leicht lasziv abklingt. Es ist kein Fallen, sondern ein Drehen. Melodiöser ist das schon beinahe aggressive (ah, eine Emotion!) „Manifest Destiny“ trotz oder wegen Marschmusik im Hintergrund. Der epochale Refrain weckt im Ausnahmefall besonders böse. Ich bin nun geneigt ganz trocken zu bemerken: Auf kurze Dauer ist dieses Album furchtbar interessant, hätte aber trotz den drei starken neuen Songs auf EP-Länge gereicht. Seit 20. August 2010 im Handel. > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb Anspieltipps: > Night > Manifest Destiny > Sea Talk Diskographie: > New Amsterdam (2009) > The Spoils (2009) > Stridulum I (EP) (2010) > Stridulm II (2010) Ähnliche Künstler: > Soap&Skin > Tiny Vipers > Patrick Wolf > Former Ghost > DM Stith > Scott Walker > Lydia Lunch > Joy Division > Dum Dum Girls > Xiu Xiu > Anna Aaron
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