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Zoot Woman - Things Are What They Used to Be

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von Robert Best am Mittwoch, 7. Oktober 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Elektropop  |  Label: Snowhite (Irascible)  |  Unsere Wertung: 3.5/10

Things Are What They Used To BeSie wohnen in der Diskothek
Nach sechs Jahren Pause haben Zoot Woman soeben ihr drittes Album veröffentlicht: „Things Are What They Used to Be“. Der Titel lügt nicht.

Der unterkühlte Elektropop der drei Briten um Stuart Price knüpft ohne Umwege an „Living in a Magazine“ und „Zoot Woman“ an. Es gibt Tanznummern, die gerade ein bisschen zu viel Schmiss mitbringen, um in einem Gothic-Club noch für angemessen lange Gesichter zu sorgen, und Songs, die gleich viel Begeisterung wie Sentiment auftischen. Im Prinzip keine unangenehme Mischung, wenn auch nicht jedermanns Sache.

Doch was 2001 mit dem Debüt „Living in a Magazine“ noch ein, wenn zwar nicht neuer, doch aber origineller Hochglanzpopentwurf war - mit Dandy-Allüre, Anzügen und Geniestreichen wie „Holiday Home“ - klingt 2009 leider überflüssig. Nicht dass sich auf „Things Are What They Used to Be“ gar keine entzückenden Ideen mehr fänden, aber das meiste kommt ohne Ecken und Kanten, ohne Übermut und Dringlichkeit daher: „Musik, die den eigenartigen Ort zwischen Trance und Fleischlichkeit bespielt“, orakelt das PR-Schreiben. (Wer wollte da widersprechen? Ich jedenfalls nicht.) Eine Über-Eleganz, für die auch die aalglatte Produktion verantwortlich sein dürfte, legt sich über die gesamte Liedfolge, deren verstreute Kerne an Schönheit und Wahrheit diese impermeable Membran nur sehr selten durchdringen.

Der Opener „Just a Friend of Mine“ ist einer der wenigen Songs, deren federleichtes Songwriting und plausible Melodie dem Zuckergusstod entkommen und wirklich im Gedächtnis haften bleiben. „Live in My Head“, der letzte Titel (mit „Billie Jean“-Zitat), ist auch ein Kandidat, leidet aber, wie der Rest des Albums, unter dem schnöseligen Gesang Johny Blakes und diesem unsäglichen Disco-Chic, der durch eine Überdosis geloopter Keyboardlinien und geechoter Refrains erzeugt wird und in dem Zoot Woman so richtig zu Hause sind.

Alles in allem ist „Things Are What They Used to Be“ ein leb- und belangloses Album womöglich ewiger Talente, das jedenfalls dieses Zitat aus dem PR-Text („Zoot Woman retten sich niemals ins Uneindeutige, rein Schraffierte. Jeder Beat ist ein Statement, auf das man sie festlegen darf.“) unglücklicherweise mit jedem Beat widerlegt.

Seit 18. September 2009 im Handel. 

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Zoot Woman
Anspieltipps:
> Just a Friend of Mine
> Lonely by Your Side
 
Diskographie:
> Living in a Magazine (2001)
> Zoot Woman (2003)
> Things Are What They Used to Be (2009)
 
Ähnliche Künstler: 
> Ladytron
> New Order
> Pet Shop Boys
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