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Annakin - Falling Into Place

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von Ivana Leiseder am Dienstag, 14. August 2007 in Schweizerisches   
Genre: Elektropop
Label: Akin Rec.
CH-Vertrieb: Phonag
Unsere Wertung:Annakin - Falling Into Place


Annakin Skywalker
Falling Into PlaceDie ehemalige Seirena Swandives singsangt wieder. Leider nicht ganz so kraftvoll wie in alten Zeiten: Odysseus widersteht dem Säuselpop Enya’scher Schule achselzuckend.

„You cannot miss what’s never been there / You’re looking for a myth, everywhere”, singt Ann Kathrin Lüthi alias Annakin auf ihrem Debütalbum - als wollte sie jeglichen Vergleich ihres Solooutputs mit der Musik ihrer ehemaligen Band Swandive in seinem Keim ersticken. Bloss: Swandive WAREN da. Und sie waren gut. Sehr gut sogar. Beim Hören von „Falling Into Place“ denkt man eben notgedrungen etwas traurig an diese wunderbare Band zurück, die sich 2002 wegen „grundlegender musikalischer Differenzen“ aufgelöst hatte. Annakins neue Songs lassen jene Unvereinbarkeiten erahnen: Auf „Fallling Into Place“ ist der Triphop dem Easy Listening, das Geheimnisvolle dem Esoterischen, das Destruktive dem Harmlosen, kurz – in Anlehnung an eine später noch zu zitierende Songzeile -: das interessante Saure dem anbiedernd Süssen gewichen. Dies macht durchaus Sinn, schaut man sich die Spielwiese des britischen Album-Produzenten Jono Buchanan etwas eingehender an: simpelste Chill Out-Compilations. So bewegen sich die Beats leider selten aus der Belanglosigkeit heraus; alles plätschert sehr gemässigt, langweilend regelmässig und beinahe etwas lethargisch vor sich hin – diese Verpoppung war bereits bei Swandives zweitem Album zu beobachten und scheint sich nun folgerichtig auf „Falling Into Place“ fortzuführen. Die sich ewig wiederholenden, etwas einfallslosen Synthetikstreicher sowie das an Ariane Moffatt erinnernde Pianogeplänkel – etwa der Beginn von „Restored“ ist ganz unbestreitbar nur schwerlich von demjenigen von Moffatts „J’te Garde Avec Moi“ zu unterscheiden - und Annakins gedämpfter Feengesang, der bisweilen schmerzhaft das längst verdrängte „Only Time“ Enyas in den Ohren des Hörers evoziert (insbesondere beim gehauchten „Bleary“, das praktisch beatfrei ist), tun ihr Übriges, um das Album zu einem einzigen Gute Nacht-Lied werden zu lassen. Etwas mehr Pfupf hätte zweifelsfrei nicht geschadet. Ganz so hoffnungslos sieht’s aber bei weitem nicht aus, denn auch auf „Falling Into Place“ lässt sich mit Wohlwollen das eine oder andere Glanzstück finden: So etwa „Freeze“, das mit tiefem Bass und einer ausgeklügelten Beatstrukur besticht und Annakins eigentliches Potenzial – auf „Falling Into Place“ bei weitem nicht ausgeschöpft - erahnen lässt. Auch vermögen im Gegensatz zur Musik die Texte meist zu überzeugen, ja widersetzen sich der Ton gewordenen Selbstfindung.
Fazit: „Falling Into Place“ ist schöne, nette Musik, die gewiss niemandem weh tut. Die aber leider auch selten aufrichtig berührt. Hoffen wir, dass Annakin – die etwas zynische Referenz auf Star Wars sei an dieser Stelle sowohl erlaubt als auch entschuldigt - auf ihrem zweiten Album sich wieder etwas der guten Seite der Macht annähert und das Herz wie in früheren Zeiten an seinem wundesten Punkt zu treffen vermag. Wir wissen, dass sie es kann.
„All you want is the sweet and not the sour“, singt Annakin. Wir sagen abschliessend: Ein klitzekleines bisschen mehr Saures inmitten all des Süssen wär’ halt nicht schlecht gewesen. Bleibt zu hoffen, dass Division Kent – zur Hälfte bestehend aus dem ehemaligen Swandive-Beatbastler – mit ihrem kommenden neuen Album etwas mehr Tiefgang zeigen werden. Anyone on the air…?


Ab 24. August 2007 im Handel.

Anspieltipps: Heart In Plastic, Freeze, Restored
Trackliste: 1) Heart In Plastic; 2) Line Of Fire; 3) Danger Ahead; 4) Destination Beyond; 5) Freeze; 6) Storm; 7) Restored; 8) Return To Me; 9) Bleary; 10) Turn Us On; 11) Time Out Of Mind; 12) Breathe
similar artists: Enya, Olive, Swandive, Onetwo, Wunder, Ariane Moffatt, Airlock, Bambi Strikes Back, Division Kent, Lou Rhodes, Baxter, Blonde Redhead, Client, Lamb, Lunik, Marsmobil, Mig, Nitin Sawhney, Sarah McLachlan, Shakedown, Superterz, Tanga, Télépopmusik, Turner, Waldeck, Bent

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > CH-Vertrieb

Bio:
Annakin alias Ann Kathrin Lüthi war von 1995-2002 Frontfrau der Schweizer Triphop-Band Swandive. Nach deren Auflösung war Annakin als Gastsängerin bei diversen Bands/Musikern – u.a. für Adrian Weyermann – tätig. Dieser Tage kehrt sie nun mit einem Debütsoloalbum zurück, das zur Hälfte aus Eigenkompositionen besteht und in Zusammenarbeit mit dem britischen Produzenten Jono Buchanan übers Internet entstanden ist.

Annakin
Diskographie:
> Falling Into Place (2007)


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