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Daze - Slow Down To Speed Up…

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von Philipp Gautschi am Samstag, 24. Februar 2007 in Schweizerisches   
Genre: Grunge
Label: Mellow Die
CH-Vertrieb: RecRec
Unsere Wertung:Daze - Slow Down To Speed Up…


Er lebt
Slow Down To Speed UpDie Schrotflinte des guten alten Kurt C. hat ihr Ziel tatsächlich verfehlt, Gerüchten zufolge singt und spielt er zwischenzeitlich bei der Zürcher Band Daze.

Ausserdem hat er seinen Namen geändert und heisst nun Mathis und/oder Moritz Eigensatz. Ja, denn Daze sind meinem Gehör zufolge die bisher einzige Band, deren Musik die einzigartige Innigkeit, Traurigkeit sowie Hoffnungslosigkeit Nirvanas auf Platte zu brennen vermochte. Kalte Schauer treiben ihr angenehmes und gleichzeitig beängstigendes Spiel auf meinem Rücken, wenn Mathis Eigensatz singt, dermassen deftig erinnert sein Stimmorgan streckenweise an Cobain. Doch nicht nur diese wahnsinnig machende Stimme, sondern auch die Melodien und die Songstrukturen erinnern schaurig heftig an Nirvana. Grunge, wie man ihn in der Musikgeschichte bisher von genau einer Band zu hören bekommen hat. Die Zeit des Nachtrauerns ist also vorbei. Meisterhaft, wie Mathis Eigensatz und Andreas Keller ihren Gitarren während den Strophen traurig-schaurige, relativ einfache Spielereien entlocken, im Refrain deftige Soundwände aus den Boxen rasseln lassen und Cobainsche Soli zaubern. Die Melodien sind meist schrecklich leidend und traurig, tönen nach Seattle, nach Scheiss-auf-alles. Die absichtlich raue Produktion verleiht den Songs ausserdem eine unreife, holprige Garagenatmosphäre. Die ganze Palette von Nirvana-Stilen wird geboten: Punkig-deftig-chaotische Rockhämmer wie auf ’In Utero’ (I Want You Here, Who I Am), etwas luftigere Gassenhauer wie auf ’Nevermind’ (Mr.Brown, Nomis Die!) bis zu locker-versifften (nein, locker-versifft geht ein bisschen zu weit, die Stromgitarre wird jedenfalls nie aus den Händen gegeben) Balladen wie auf ’Unplugged in New York’ (Fate Over Me). Äusserst sympathisch, sehr geil, sehr Rock. Mit ’Wann ist die Zeit vorbei’ findet sich gar ein auf Deutsch gesungener Titel auf dem Album, sehr mutig, sehr gelungen. Ab und zu hört man da und dort ein Klavier im Hintergrund klimpern sowie zweistimmig gesungene Parts, auch sehr gelungen. Die Band selbst beschreibt ihren Sound als emotional, ehrlich und frisch; als Mischung aus 50’s Rock’n’Roll, 60’s Garage-Rock, 70’s Punkrock, gemischt mit New Wave, Britpop und Seattle. Stimmt eigentlich, kommt hin, meiner Meinung nach jedoch etwas zu viel der Vielfalt. Ich höre vor allem deftigen, gitarrenlastigen, ziemlich depressiven, erstklassigen Grunge. Anhand der mangelnden bzw. nicht vorhandenen Absacker kann ich nicht viel mehr tun als applaudierend zu danken, händeschüttelnd zu gratulieren und mich tief verbeugend zu ergeben vor diesem sehr starken Album bzw. vor dieser sehr starken Band.


Ab 5. März 2007 im Handel.

Anspieltipps:
Aftertaste Hits First, Nomis Die!
Trackliste: 1) Mr. Brown; 2) Aftertaste Hits First; 3) Get Fame; 4) Wann Ist Die Zeit Vorbei?; 5) Nomis Die!; 6) Can’t You Hear What I Say?; 7) Price Of Love; 8) Fate Over Me; 9) I Want You Here; 10) Forever; 11) Well, Well; 12) Who I Am; 13) Summer Rain
similar artists: Nirvana, The Beatles, The Ramones

> Hören und Kaufen
> Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Seit sieben Jahren tüfteln Daze bereits am Ihrem Sound. Die Gebrüder Mathis (git., voc.) und Moriz (ba., voc.) Eigensatz, der eigentliche Kern der Band, haben bereits in ihren Teenie-Jahren, inspiriert durch die Ramones und die Beatles, auf Gitarre und Bass rumgepröbelt. 1998 wurde Peter Baracchi (dr.) nach diversen Sessions und Live-Shows in die Band aufgenommen. Als Trio entstanden vier Cd-Produktionen im Eigenvertrieb. Andreas Keller (git.), ein langjähriger Freund der Band wurde vor deren ersten Deutschland-Tournee in die Band aufgenommen. 2005 verwendete der amerikanische Filmemacher Adam Frey fünf Songs der Band für seinen Independent Thriller ’Hunting Dragonflys’. Mittlerweile spielte die Band über 100 Live-Shows in der Schweiz und in Deutschland. Veranstalter aus den USA, England, Frankreich und Spanien zeigten bereits Interesse an der Band, die Zukunft könnte also nicht besser aussehen.
   
Daze
Diskographie:
> Under Water (2002)
> Piece of dirt EP (2003)
> Numbers should smile (2003)
> Silhouette (2004)
> Slow down to speed up… (2007)


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