Die Hellen Barden – Sinn (2005) |
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| von Magdalena Oehen am Montag, 3. Oktober 2005 in Schweizerisches | |
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Genre: Mundart-Rock Label: Muve CH-Vertrieb: Musikvertrieb Unsere Wertung: ![]() Auf der Suche nach dem SinnAls musikbegeisterter Mensch freut man sich im Normalfall, wenn man eine Platte mit der Beschreibung „Mani Matter meets Tom Waits“ vorgelegt bekommt. So geschehen beim neuen Album der Hellen Barden mit dem vielversprechenden Titel „Sinn“. Nun denn, man freut sich auf poetische, mit reichlich Humor und Ironie gewürzte Texte und einige kuriose musikalische Einlagen. Und liegt falsch. Komplett falsch. Da wird zwar wacker musiziert mit Mundharmonika, E-Gitarre und Glockenspiel, und der funkige Groove wirkt beizeiten fast mitreissend. Hört man sich aber Gesang und Texte an, so wird man unsanft aus den Gefilden des James Brown et al. heraus geholt und fragt etwas verstört: Ja, ist denn das euer Ernst?! Mit heiserer Rockstar-Stimme trägt Bandleader Anton Refrains vor wie „Ja er isch dumm, dumm, dumm, dumm, dumm“ (das Lied heisst – welch ein Zufall! – „Dumm“) oder solch sinnige Wahrheiten wie: „Nüüt mache Männer so gärn, wie Lärm“ (…„Lärm“!). Den absoluten Tiefpunkt erreicht das lyrische Desaster im Song „Röschti“, wo die Rettung vor fanatischen Ausländern (sic!) in der Zubereitung und im Verzehr einer guten Schweizer Rösti gefunden wird. Irgendwie hab ich da die Komik verpasst. Mir wurde langsam mulmig zumute ob all dem pseudo-soziokritischen Getue. Mit der Zeit beginnt man sich zu fragen, ob sich Antons affektierter Bad-Ass-Rockstar-Gesang auf Englisch wohl besser anhören würde als im sympathischen Berner Dialekt. Die weisse Version von James Brown, die gesanglich scheinbar angestrebt wird, ist schlicht nicht umsetzbar. Auch nach mehreren Übersetzungsversuchen schleicht sich nur der böse Vergleich mit einem gewissen Gölä und seiner „Gimme A Band“-Katastrophe ein. Ooh, das war böse. Doch partielle Entwarnung: auch wenn Antons stimmliches Können Assoziationen zu solch dunklen Kapiteln des Schweizer Musikgeschehens hervorruft, so liegt zumindest das musikalische Können der Hellen Barden doch deutlich über dem der meisten kommerziell erfolgreichen Schweizer Bands. Das Album endet mit dem „Märli vom unfründleche Beck“ auf einer versöhnlichen Note und beschert dem Zuhörer zum Schluss doch noch die Lacher, die während des restlichen Albums ausblieben. Na bitte. Seit 5. September 2005 im Handel. Anspieltipps: Ds Märli vom unfründleche Beck Trackliste: 1) Grächtigkeit; 2) Sinn; 3) Samichlous; 4) Wanderhalle; 5) Dumm; 6) Lärm; 7) Sinnlos ; 8) Röschti ; 9) Pfingschte ; 10) Bundesrat ; 11) Ds Märli vom unfründleche Beck similar artists: sie werden keinem mir präsenten Mundart-Musiker gerecht, für Mani Matter oder Stiller Has fehlt die feine ironische Komponente; Schreckensgespenstern wie Gölä, QL und Konsorten sind sie wiederum musikalisch überlegen > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label und CH-Vertrieb Bio: Die Hellen Barden bestehen aus dem Berner Musiker Anton Brüschweiler, dessen Frau Arlette und den beiden Musikern Heidi Moll und Peter Fischer. Anton war in den 80er Jahren Gründungsmitglied der Mundartband Pünktchen und Anton. Anfang der 90er Jahre besuchte er die Jazz Schule in Luzern. 1998 erwarb er zusammen mit seiner Frau Arlette im Bauerndorf Gysenstein im Emmental die alte Käserei, die nach ausgedehnten Reperaturarbeiten ein Kulturzentrum – die Chäsbar – sowie Antons Tonstudio beherbergt. 2000 gründete er die Band Die Hellen Barden, 2002 tritt auch Arlette der Band bei. Mit Auftritten in der ganzen Deutschschweiz haben sich die Hellen Barden eine treue Anhängerschaft erspielt. Diskographie: > A (2003) > Sinn (2005)
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