Genre: Elektronik, Pop
Label: Verve Forecast
CH-Vertrieb: Universal Music
Unsere Wertung:
Feinschmeckendes
Feinschmeckendes aus der Schweiz - Domenico Ferrari
vermischt Clubsounds mit Rock und klassischem Songwriter-Pop und das
oft genug in meisterlicher Manier, um definitiv eine Empfehlung wert zu
sein.
Supertoll - leider eins meiner Lieblingsworte in
den letzten Tagen und nicht ganz unschuldig daran ist das hier
besprochene Album ... Und um es gleich vorweg zu nehmen: Das liegt
nicht nur am Namen des Albums, sondern auch an der Qualität des
Gebotenen. So eröffnet schon mit "Manifesto" ein richtiger Elektro-Hit
das bunte Programm: In den ersten mitreissend atmosphärischen
Glücksminuten verliert sich der Track zwar manchmal einige
Sekunden zu lang in der Belanglosigkeit, startet dann aber als rockende
House-Nummer definitiv durch. Ebenfalls recht housig, aber weit sanfter
als der ruppige Opener ist "Jardin des planètes" geraten. Valeska
Steiners wunderbarer Gesang verschwimmt mit Ferraris Instrumentalen zu
reiner Wohligkeit und Verträumtheit - da hat man sich garantiert
nach wenigen Sekunden schon völlig hingegeben (im clubbigeren Raw-Deal
Remix übrigens genauso gut!)
Eine andere Seite von sich offenbaren Ferrari und seine Mannschaft in
Titeln wie "White Stone" oder "Creamery", in denen die elektronischen
Elemente eher in den Hintergrund treten und klassischem Songwriter-Pop
den Weg ebnen. Elektrolastigeres wie das verruchte "Electricity" hält
der Rezensent zwar für etwas reizvoller als die poppigen Songs - zu
simpel sind letztere in der Struktur und bei weitem nicht so
ausgereift, aber trotzdem bereiten sie Freude, so bringen sie
"Supertaste" eine willkommene Abwechslung. Der liebliche Gesang der
Sängerinnen entfaltet auch über Gitarrenakkorden und organischem
Drumspiel seine Wirkung. Für Freude sorgt hier nebenbei auch das Cover
und das Booklet: Leicht dämlich, aber vor allem auch so humorvoll, dass
ich "Supertaste" in meiner obligatorischen Jahres-Bestenliste in der
Kategorie "Covers/Booklets" des noch jungen Musikjahres wohl wieder
antreffen werde. Von den zwischen Scharf- und Unsinn schwebenden Lyrics
darf man halten, was man möchte - grosse Kunst ist wohl was anderes.
Grosse Kunst ist auf "Supertaste" schönerweise nicht selten das, was
sowieso weit wichtiger ist als intelligente Zeilen - die Musik.
Seit 3. März 2006 im Handel.
Anspieltipps: Manifesto, Jardin des planètes
Trackliste: 1) Manifesto; 2) White Stone; 3) Jardin des
planètes; 4) Revolution; 5) Electricity; 6) Jamie's Song; 7) The State;
8) Phobia Panopticon; 9) Creamery; 10) Jardin des planètes (Raw Deal
Remix)
similar artists: Luomo, Plankton Lounge
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Bio:
Als Sohn italienischer Einwanderer wächst Domenico Ferrari in der
grössten Stadt der Schweiz auf. Nach Abschluss der Schule beginnt
Ferrari 1990 mit dem Studium an der Jazzschule in Luzern und beginnt in
dieser Zeit auch als Berufsmusiker in verschiedenen Bands, Komponist
und Produzent tätig zu sein.1995 veröffentlichte er als Menico Ferrari
sein erstes Album. Ab 1996, das Jazz-Diplom in der Tasche, steuerte
Domenico Ferrari neben anderem auch die musikalische Untermalung zu
(Werbe-)Filmen bei. In dieser Zeit entfernte sich Ferrari auch immer
mehr von seinen Wurzeln, sprich dem Jazz, und widmete sich künftig des
öfteren elektronischen Klängen. Bei der Musik auf seinem dritten Album
"3" war dann auch auch nicht mehr viel vom Jazz übrig geblieben, viel
mehr kriegte man einen feinen Mix aus Clubsounds und Pop zu hören. In
diesem Jahr veröffentlicht Ferrari in Zusammenarbeit mit Mitmusikern
(unter anderem Roli Mosimann in der Produzentenrolle, Valeska Steiner
und Brandy Butler liefern die Vocals) sein bislang fünftes Album.
Diskographie:
> About Roses And Thorns (Menico Ferrari) (1995)
> Error Log (Plankton Lounge) (1997)
> 3 (2000)
> Commute (2002)
> The Kick (Domenico Ferrari vs. Luomo) (2004)
> Supertaste (2006)