Fanoe – Empire Dirt (2005) |
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| von Michael Rothen am Montag, 12. September 2005 in Schweizerisches | |
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Genre: Industrial CH-Vertrieb: Phontastic Unsere Wertung: ![]() Lieber KlausWo geht’s lang heute? Zwei Geständnisse vorab: Ja, ich kenne Klaus persönlich, doch eher flüchtig; aber ja, es wäre blöd für mich, ihn hier verreissen zu müssen, schliesslich ist er auch gut einen Kopf grösser. Meinereiner tät’s trotzdem, wäre es denn sachdienlich, okay?! Zweitens, es gibt sicher versiertere Industrial-Heads und Szenekenner denn mich, doch wenigstens besitze ich einige Alben vom Schlage Marylin Manson, N.I.N., KMFDM, White Zombie oder Killing Joke auch selbst. Order of the day: Song by Song. Eröffnet wird das Werk mit “Alive”, wobei mich ein elektronischer „We Will Rock You“-Drum-Part erst mal gehörig verstört. Dieser verschwindet aber alsbald in der einsetzenden Geräuschkulisse und „Alive“ beginnt sogleich Spass zu machen. Typische Halbtonakkordfolgen mit Insistiergesang (natürlich verzerrt), aber das gehört wohl einfach dazu. „Take It Away“ erinnert mich an Depeche Mode und ich mein’ das nicht im negativen Sinne. Der Song beginnt angenehm erzählend und erruptiert ab Spielstand Minute zwei für weitere anderthalb bis zu dessen Ende, cool. So weit so gut. „Naked“ trübt dann zum ersten Mal die Angelegenheit und zwar mächtig. Was hier textlich übermittelt wird, erinnert mich an den Geruch von verdorbenen Nahrungsmitteln. Ich verzichte auf Auszüge. Der Track überzeugt mit einem Effekt haschenden, abgekupferten Manson-Riff ebenso wenig – es kann nur einen geben! Besser wird’s dann wieder mit dem Titeltrack „Empire Dirt“. Fanoe geht oder gehen (?) hier gut nach vorne, vergessen dabei aber nicht, einige nette Verspieltheiten – die mir fast schon Genre untypisch und daher sehr erfrischend vorkommen – einzustreuen und erobern mich nach vorigem Absturz im Sturm wieder zurück, yeah! Die Verschnaufpause namens „Invisible“ kommt gerade recht. Super Intro, okaye Strophe, gutes Intermezzo und ein „hab’-ich-schon-so-oft-gehört“ Refrain-Scream. Gut, gut und bitte weiter so! Nun, mit „Excess“ begibt sich Fanoe tatsächlich und leider wieder aufs allzu tiefe Niveau von „Naked“. Tja, ich verspüre halt einfach nichts beim Geschmack von Gummihaut, aight?! „Star“ baut ganz mutig auf Musikalität, hat teilweise Atmosphäre wie The Cure (was natürlich enorm super ist), mitunter aber auch ein Riffing, welches leicht abgedroschen dahinrotzt; schon recht. Eins, zwei, drei „Battelfield“. Klaus kommt hier ziemlich angepisst rüber. Ich würde den Song mal gut dem Herrn Bush aus Amerika widmen. Vielleicht wollte dies Klaus auch tun, das jedoch entzieht sich meiner Kenntnis. Neben „Star“ der zweite, eher rockende, denn „industrialisierende“ Song; doch Abwechslung tut nur eben gut. Bedrohlicher zu klingen beginnt’s dann wieder mit „Mistress“. Eine devote Angelegenheit! Lässt sich jedenfalls aus dem dritten textlichen Ausfall schliessen. Meine Welt ist das nicht. Der Song zollt im Mittelteil etwas zu arg Depeche Mode Tribut und scheint mir definitiv zu lang geraten. „Part“ begeht wieder konventionellere Pfade und offeriert sogleich einen echt gesungenen Refrain, gehört damit zu den Lieben. Super! „Sueños“ überzeugt mich mit Strophe auf akustischer Gitarre und auch der Refrain mit seiner netten Intonation ist gut anhörbar. Leider etwas holzig dann die anschliessend eingestreute E-Gitarre. Alles in Allem ein toller Song! Bei „Everey Inch“ beschleicht mich gleich vorweg die Angst, es mit dem vierten, expliziten Verbalkonstrukt zu tun zu haben. Glücklicherweise falscher Alarm! Ein Instrumental mit kurzem Sprech-Intro und zwei, drei Sprech-Intermezzi. Ich gestehe offen, dass ich nicht verstehen kann, was der Klaus da nuschelt, ist mir jetzt aber auch egal. Putzt mich nicht weg, stört aber auch nicht wirklich. „Ocean“ haut mich um!!! Eine absichtlich verstimmt klingende Gitarre als Vorspeise, welche mittendrin stoisch wiederholt wird. Ansonsten eher behände und bedacht, hie und da ein TOOL typischer Breakstopp, was soll’s: Ich find’s spitze und bedrohlich zugleich. Einer der Besten und zugleich der Längsten! Erneuter gesangstechnischer Stummfilm mit „Zero“. Ein würdiger Abschluss. Fazit: Fanoes Debüt „Empire Dirt“ als solches ist schwer in Ordnung, liesse sich hie und da sicherlich noch verdichten, resp. optimieren. Als Einzelleistung seitens Klaus Fanoe ist das wahrlich beeindruckend. Sollte da künftig noch mehr kommen, was mehr kommt, dann zieht euch schon mal warm an, ihr Belzebuben Brian und Trent! Seit 23. Juli 2005 im Handel. Anspieltipps: Empire Dirt, Sueños, Ocean Trackliste: 1) Alive; 2) Take It Away; 3) Naked; 4) Empire Dirt; 5) Invisible; 6) Excess; 7) Star; 8) Battlefield; 9) Mistress; 10) Part; 11) Sueños; 12) Every Inch; 13) Ocean; 14) Zero similar artists: Marylin Manson, N.I.N. > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > CH-Vertrieb Bio: Nach einigen Jahren als Schlagzeuger in diversen Regionalbands beschliesst Klaus Fanoe sein eigenes Ding zu machen. Er kauft sodann Studioequipment zusammen und verschanzt sich damit für die nächsten zwei Jahre, um heuer der Welt und dessen Menschheit sein im Alleingang produziertes, 14 Stück starkes Debut „Empire Dirt“ zu präsentieren. Die Platte erscheint auf eigenem Label, um erstmal die Randbedingungen für einen späteren Vertrag zu verbessern. Der richtige Weg scheint eingeschlagen, schliesslich eröffneten Fanoe am 10. August 2005 für niemanden Geringeres als The Sisters Of Mercy – für Fanoe gerade mal das zweite Konzert, so nebenbei erwähnt! Live wird Mastermind Klaus Fanoe von Marco Trachsel (Drums), Diana Perola (Bass) und Antonio Di Giuseppe (Gitarre) verstärkt. Diskographie: > Empire Dirt (2005)
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