Der herbstliche Pop von Fauve und Raphelson unterstreicht die
Wichtigkeit Lausannes für die Schweizer Popmusikszene nochmal deutlich.
Die beiden welschen Popträumer Fauve und Raphelson veröffentlichen hier die Aufnahmen ihres bemerkenswerten Konzertes vom diesjährigen Montreux Jazz Festival. Bemerkenswert vor allem ob seiner Ungewöhnlichkeit; zumindest für Schweizer Verhältnisse. Zwei Musiker, für die “An evening ...“ die erste gemeinsame Veröffentlichung darstellt. Begleitet wurden sie an jenem Abend vom Lausanne Sinfonietta-Orchester und illustren Gästen wie dem französischen Jazz-Trompeter Erik Truffaz, der jungen Zürcher Sängerin Sophie Hunger und dem renommierten Produzenten John Parish (PJ Harvey, Eels, Tracy Chapman) an Gitarre und Banjo.
Dass Fauve und Raphelson miteinander harmonieren, offenbart sich schnell – dieselben brüchigen Momente im Gesang, das Zart-Bittere im Songwriting, die Liebe zum Opulenten. Die orchestralen Arrangements veredeln die dunklen und melancholischen Songs aus dem Repertoire der Lausanner mit einen filmmusikhaften Anstrich (herausragend in dieser Hinsicht: Fauves “The Analyst“).
Stimmungsvoll für die einen, andere möglicherweise langweilend: Beinah jeder Song ist in der Grundstimmung dem anderen gleich, nur ganz vereinzelt vermag einer der 15 Songs aus dem etwas eintönigen Klangbild herauszubrechen. Doch dies ist nicht nur auf gelegentliche Schwächen beim Songwriting zurückzuführen, die an für sich meist ziemlich hübschen Melodien erscheinen allgemein oft nur wie gedämpft. Lassen diese Aufnahmen zwar erahnen, dass jener Konzertabend die Besucher verzaubert haben könnte, wirken sie wie Blicke aus der Ferne auf das Ereignis. Das wird allerdings durch die Bonus-DVD wettgemacht, die es zu der Musik-CD dazu gibt. Die ermöglicht es, das komplette Konzert auch visuell mitzuerleben - ein ausreichender Grund, um diese Veröffentlichung Bewunderern von Fauve und Raphelson uneingeschränkt zu empfehlen.
Seit 30. November 2007 im Handel.
Anspieltipps: The Analyst, The Last Fence, Celebrate
Trackliste: 1) Cyberite; 2) Here starts the end; 3) The Analyst; 4) White flag (feat. John Parish); 5) Temple street (feat. John Parish); 6) The last fence (feat Erik Truffaz); 7) Sundown; 8) My belle (feat Sophie Hunger); 9) Celebrate (feat. Sophie Hunger); 10) Cloudy; 11) Way out; 12) Red sycamore (feat. Sophie Hunger & John Parish); 13) Suddenly summer lasts; 14) Bang bang (feat. Sophie Hunger & John Parish); 15) Starbox
similar artists: Die beiden Künstler solo oder mit Band (Magicrays), entfernter auch Rufus Wainwright oder Midlake
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Bio:
Raphelson heisst eigentlich Raphael Enard und begann 1989 mit dem Musizieren. 1995 gründete er die Lausanner Band Magicrays, die zu den besten Schweizer Rockbands gezählt werden darf und bislang 4 Alben aufgenommen hat. Sein erstes Solo-Album “Hold this moment still” veröffentlichte er im Jahr 2006 auf dem Lausanner Label Gentlemen Music. Der in Genf geborene Nicolas Julliard, der seit 1999 als Fauve unterwegs ist, veröffentlichte mit ”Fauve” im letzten Jahr ebenfalls sein Debüt – ebenfalls auf Gentlemen. Gemeinsam traten sie am 12 Juli 2007 am Montreux Jazz Festival auf, in Begleitung obengenannter Gäste, während Lausanne Sinfonietta von Fred Rory geleitet wurde.