Hemlock Smith – A Secret Life (2002) (Watermelon Entertainment/Lugeon) |
|
|
| von Severin Bellwald am Donnerstag, 14. Juli 2005 in Schweizerisches | |
![]() Anti-Aspirin „Fast alle Kritiken sind einstimmig sehr gut und begrüssen eine vollendete und durchdachte Scheibe.“ Warum nur hör ich nichts davon? Möglicherweise liegt es an mir, möglicherweise an Michael Frei. Hinter seinem Namen müsste ihm Booklet an Stelle von „vocals“ eigentlich „whispers & chokes“ stehen, denn es wird beinahe durchgehend geflüstert, ausnahmsweise mal geröchelt. Reichhaltiger geht es bei den Instrumenten zu. Insgesamt elf Gastmusiker greifen in den sechzehn Tracks zu Gitarre, Harmonika, Klavier, Bass oder auch Akkordeon und Violine um vergeblich gegen Synths und nervende Loops anzukämpfen. Man darf sich hier keiner Illusion hingeben: "A Secret Life" ist ein bisschen Pop, ein bisschen Ambient und Electronica, vor allem aber viel, was besser secret geblieben wäre. Das Geheime entpuppt sich in den Texten als das normale Leben, metaphorisch verpackt, angereichert mit ein paar Weisheiten und wirren Phantasien. Als Grundlage zur Erstellung eines tiefenpsychologischen Profils wären diese Lyrics wohl ein Gottesgeschenk, weitere Qualitäten sind aber zweifelhaft. Die darin angeblich enthaltene „biting irony“ ist ganz besonders bissig, wenn sie unfreiwillig auftritt. Dies ist etwa der Fall, wenn das von einem Albtraum inspirierte "The Unbearable Silence Of The Clams" für den Hörer eine kleine Pause zwischen den sonst durchaus albtraumhaften Beats bedeutet. Positiv zu erwähnen ist Start, bei dem sich Samples und Synths ausnahmsweise mal nicht gegenseitig auf die Füsse treten und auf einen nervtötenden background Beat verzichtet wird. Fünfeinhalb Ambient-Minuten lang nähert man sich Portishead und erkennt, dass hier eine Menge Potenzial lauern würde. Zweite erfreuliche Erscheinung ist Haunted Weekend. Nachdem die vorangehenden Tracks alle Gedanken des Zuhörers zerstört haben, fliesst hier ein Slow-Motion-Wasserfall aus Piano und Violine durch den Trümmerhaufen, der einem davon abhält, die Anlage aus dem Fenster zu werfen. Abgesehen von diesen zwei Lichtblicken sind die Songs im besten Fall harmloser, langweiliger Pop, ansonsten wahre Stimmungskiller, die den Schädel des Zuhörers mit Hammer und Meissel bearbeiten. Als Hintergrundmusik zu aufdringlich, aber auch ohne Begabung, um im Vordergrund zu stehen. Seit Dezember 2002 im Handel. Anspieltipps: Start, Haunted Weekend similar artists: ??? > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Michael Frei, 1966 in der Deutschschweiz geboren, lebt seit seinem 10. Lebensjahr in der Westschweiz (heute mit seiner Frau und Tochter in Lausanne). Früh schon versuchte der Einzelgänger, seinen Gedanken künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Zuerst mit Gedichten, dann mit Songs. Ab 1984 war er als Schlagzeuger und später als Sänger in verschiedenen Rockbands. 1989 gründete er mit Jacques Bevilacqua die Band KàFKà CiTy. Diese lösten sich 1994 nach zwei aufgenommenen Platten auf. 1998 folgte die Gründung von Greenhouse Effect, die auch heute noch bestehen. Hemlock Smith ist Freis Soloprojekt zwecks kompromissloser künstlerischer Selbstverwirklichung. Diskographie: > A Secret Life (2002)
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|





