Eigentlich sollte es eine Kurzreview werden, aber ich finde
dieses kreative, Kopf und Bauch ansprechende Debut von Lird Van Goles
einfach zu gut, um mich so kurz zu fassen.
„Who Set That Fire“, der Erstling des jungen Schwyzer Trios, will als dreistufiges Werk verstanden sein. Neben den Haupttracks „United Kerosin“, „Indoor - Cuhurum Dooom“ und „Should’ve Gone“ finden sich darauf vier Zwischenstücke und drei Instrumentals, sowie ein gar nicht mal so versteckter Track am Schluss.
Bereits das Intro verströmt eine etwas unbequeme Atmosphäre, die ihre Fortsetzung in „United Kerosin“ findet. Hervorgerufen wird sie durch eine nauseatisch wabblige, cleane Gitarre. Der ungleichmässige Wellengang setzt sich durchs ganze Stück fort, mehrstimmige Gitarrenmelodien münden in Momente, wo sich die Schallwellen auftürmen, gefolgt von psychedelischen Parts, die an die schrägen Momente der Queens Of The Stone Age erinnern.
„Indoor – Cuhurum Dooom“ beginnt mit treibendem angezerrtem Gitarrenthema, wird in der Mitte zum ungestümen Gefrickel à la Melvins oder Mars Volta und mündet nach einer noisigen, mit Sitarklängen angereicherten Überleitung in ein dooomiges, Black Sabbath-getränktes Schlussriff. Vielfältig, unvorhersehbar und gut gemacht.
„Who Set That Fire“ wirkt insgesamt, als hätte man das Material um einen ganzen Longplayer von vierzig Minuten zusammen zu kriegen, etwas suchen müssen. Aber: Man ist auch fündig geworden. Neben den allesamt sehr gelungenen Haupttracks mit Gesang gibt es eine ganze Reihe ansprechender Instrumentals, die viel mehr sind als bloss der Fugenkitt dieser Platte. Allen Tracks ist eigen, dass die Instrumentierung streckenweise sehr gitarrenlastig ausgefallen ist - mir gefällt das. Der Gesang hat nicht so viel Gewicht, Lird Van Goles nutzen den Freiraum spielfreudig für instrumentale Eskapaden, die aber nie ins Uferlose abdriften. Das Songwriting ist abwechslungsreich, mit guten Einfällen durchsetzt und auch die Spieltechnik der jungen Schwyzer auf hohem Niveau. Allen voran musiziert Gitarrist Björn Magnusson, der trotz jugendlicher Frische nicht nur den Geist Tony Iommis atmet, sondern auch mal an Omar Rodriguez (Mars Volta) oder Josh Homme (QOTSA) erinnert, ohne dabei zum fleischlosen Kopist zu verkommen. Im Gegenteil, sein virtuoses Spiel hat immer viel Seele und das Potenzial ist unverkennbar.
Ein Debutalbum ist oft auch ein Sammelsurium des bisherigen Schaffens einer Band, die dann ans Licht der Öffentlichkeit tritt und sich beweisen muss. Wer bei Lird Van Goles nicht längst Lunte gerochen hat, sollte sich beeilen: Das Feuer brennt! Alles in allem einer der vielversprechendsten schweizerischen Newcomer des Jahres.
Seit 12. November 2007 im Handel.
Anspieltipps: United Kerosin; Indoor Cuhurum Dooom
Trackliste: 1)78’00; 2) United Kerosin; 3) Indoor - Cuhurum Dooom; 4) Phase III; 5) Should’ve Gone; 6)Who; 7) Exit; 8) Transport Your Bodies And Leave; 9) We Don’t Wanna; 10) Walk In Holy Ghostwood
similar artists: Queens Of The Stone Age, Sonic Youth
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Bio:
Das Trio Lird Van Goles besteht aus Marc Völkle (Schlagzeug), Simon Reichmuth (Bass, Gesang) und Björn Magnusson (Gitarre, Samples) und stammt aus Schwyz. Die Band wurde 2003 gegründet und gab im darauffolgenden Jahr eine Demo-CD heraus. (Eigenvertrieb).
Björn Magnusson produzierte 2006 als Soloprojekt die CD „Cosmic Outbreak“. Das findige Innerschweizer Label Little Jig wurde auf die Band aufmerksam und veröffentlichte nach der „United Kerosin EP“ diesen Herbst auch das Debutalbum von Lird Van Goles mit dem Titel „Who Set That Fire“, auf dem die Songs der erwähnten EP ebenfalls enthalten sind.