Die bemühte Spassmusik der sechs Schweizer ist
freundlich und auch ein bisschen unterhaltend, aber besitzt weder
Substanz noch Klasse.
Übertriebene Band – und Albennamen sind erstes Alarmzeichen. Komplizierte und unglaublich originelle Bandgeschichten sind das zweite. Fünf angegebene Musikstile (Rock, Ska, Pop, Chanson, Glam-Punk) dann das dritte. Alles sind es Anzeichen dafür, dass das Drumherum wichtiger wird als die eigentlich Musik, die Show relevanter als die Songs. Und bei Mäggi und die Brigitten ist der Alarm wieder einmal absolut berechtigt. Muse, Hotelgeschichte und Artwork sind ja auch wirklich schön und gelungen, aber reichen natürlich nirgends hin. Denn schon nach zwei Zeilen schrecklichem Akzentdeutsch und nach drei, vier Akkorden wird klar, dass „Champagner und Strichnin“ nicht mehr als ein zweitrangiges Debüt sein kann. Es erscheint mir sinnlos, hier aufzulisten, was alles nicht gut (genug) ist, aber letztlich fehlt einfach das Wichtigste – und das sind die Melodien. Und Zerafins Gossenpoesie ist einfach viel zu willkürlich, karg und dazu in widerlicher Alltagssprache formuliert. Das möchte man nun wirklich nicht hören: Dinge wie „Es gibt Super-Lecker-Kaffee“ oder „Er sitzt auf meinem Platz und frisst den ganzen Kuchen auf“ und „Mein Stern, du bist mein Superstar!“.
Weniger wäre mehr, diese Party funktioniert auf CD nicht. Die 12 Songs sind vielleicht organisch, doch sie besitzen kaum Qualitäten, die auf sich aufmerksam machen würden. Die poetischen Ansätze in „Poesie“ sind bemüht, aber nicht nachvollziehbar formuliert, in „Rosemarie“ erhalten wir eine allzu grobe Beschreibung einer Frau und „Sonnenkönigin“ ist etwas gar eintönig. Einzig der flotte Discopop von „Grauer Star“ und der abschliessende Tanz „Discoqueen“ können ein bisschen befriedigen. Der Rest sind viel zu harmlose Songs, die irgendwann aus dem Repertoire dieser Band fallen werden.
„Champagner und Strichnin“ ist zu wenig, aber Mäggi und die Brigitten sind bestimmt keine schlechte Band und werden bald soweit sein.
Seit 6. Oktober 2006 im Handel.
Anspieltipps: Poesie; Grauer Star; Discoqueen
Trackliste: 1) Böse Welt; 2) Voll das Leben; 3) Rosemarie; 4) Schlauchfrei; 5) Deux pieds gauches; 6) In der Bar; 7) Poesie; 8) Grauer Star; 9) Doppelschicht; 10) Rock’n’Roll, Baby!; 11) Sonnenkönigin; 12) Discoqueen
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Bio:
Sechs Männer trafen eine Frau, eine Frau entdeckte eine Rockband. Das ist die Geschichte von Mäggi und die Brigitten und geschehen vor einigen Jahren, nachts in einem Hotel. Die sechs Bandmitglieder Zerafin (Gesang), Fetsch Gusel (Gitarre), Marius Beck (Klarinette), Ronnie Tango (Bass), Renzo Galli (Piano) und Benji Gonzales (Schlagzeug) haben die schöne Rezeptionistin Mäggi zur Muse erklärt. Inspiriert von ihr, liefern die sechs Schweizer eine Mischung aus Rock, Ska und Pop ab und darüber erklingen die deutschsprachigen Texte, welche von den Mühen des Alltags und den Tiefen der Liebe erzählen.